Rauchfrei: Methoden und Tipps bei Rückfällen
Etwa 30 Prozent der Menschen in Deutschland rauchen Tabak. Die meisten versuchen aber irgendwann, sich das Rauchen abzugewöhnen. Der Weg in ein rauchfreies Leben verläuft selten linear. Er besteht aus klaren psychologischen und körperlichen Phasen jede mit eigenen Herausforderungen. In unserem dritten und letzten Teil des Rauchfrei-Spezials erfahren Sie, welche Methoden es gibt, um mit dem Rauchen aufzuhören und was bei einem Rückfall zu tun ist. Denn: Es gibt viele Wege, mit dem Rauchen aufzuhören, aber nicht jeder passt zu jedem Menschen.
Die wahren Gründe finden
Beantworten Sie sich ehrlich: Warum wollen Sie mit dem Rauchen aufhören? Gesundheit? Geld? Familie? Selbstachtung? Schreiben Sie es auf: Emotional, konkret, persönlich und lesen sie jeden Morgen als Motivation. Wählen Sie Ihren Rauchfrei-Tag: Ein klares Datum schafft Verbindlichkeit. Nicht „irgendwann“, sondern: am 1. des Monats, nach dem Urlaub, am Wochenende. Als Tipp: Planen Sie 2 bis 3 Tage „Übergangszeit“ ein, z. B. ein langes Wochenende mit weniger Stress. Bereiten Sie sich vor: Entfernen Sie Zigaretten, Aschenbecher, Feuerzeuge aus Ihrem Umfeld. Informieren Sie ihr Umfeld, wenn Sie es möchten. Legen Alternativen bereit: Wasser, Kaugummi, Spaziergänge.
Muster erkennen, Routinen planen
Kennen Sie ihre Trigger. Beobachten vor dem Stopp: Wann rauchen Sie? Warum (Stress, Langeweile, Routine)? Was passiert davor und danach? Schreiben Sie ein Trigger-Tagebuch: So erkennen Sie ihre Muster und können neue Routinen planen. Ersetzen Sie alte Muster. Jede Zigarette war eine Antwort auf ein Bedürfnis: Belohnung, Pause oder Ablenkung. Entwickeln Sie Alternativen: Tee statt Kippe, Atmen statt Fluchen, Spaziergang statt Stress Zigarette, Mini-Pause statt Rauchpause. Was hilft Ihnen konkret im Alltag. Wichtig zu wissen es wird nicht perfekt laufen, vielleicht kommt ein Rückfall, vielleicht ein Tief. Wichtig ist Sie haben einen Plan und Sie gehen Ihn weiter.
Der Rauchstopp ist kein leichter Spaziergang. Es ist ein echter Weg mit Stolpersteinen, Zweifeln und Rückschritten. Aber es ist auch der Weg zurück zu Ihnen selbst: zu mehr Freiheit, Klarheit und Gesundheit.
Sie haben jetzt das Wissen, die Werkzeuge, wissen worauf es ankommt und vielleicht ist heute der Tag an dem Sie beginnen.
Aufhören mit klarem Cut
Es gibt verschiedene Methoden, um mit dem Rauchen aufzuhören. Da ist zum Einen die Schlusspunktmethode, ein klarer Cut: Sie bestimmen einen festen Tag und hören schlagartig auf. Vorteil: ein klarer Fokus kein langes Hin und Her, uns funktioniert nur mit viel Disziplin: Nachteil: hohe Rückfallrate beim ersten Versuch, es erfordert mentale Vorbereitung, Entzugserscheinungen sind oft heftig. Als Tipp: Kombinieren Sie die Methode mit Apps oder Tagebüchern.
Eine weitere Methode: Sie ersetzen die Zigarette durch tabakfreie Nikotinersatzprodukte, wie Pflaster, Kaugummis oder Inhalatoren. Vorteil: sie lindern die Entzugssymptome, erleichtern den Einstieg und sind frei verkäuflich. Die Nachteile: eine Suchtverlagerung, keine Hilfe bei psychischer Abhängigkeit und teils teuer bei Langzeitanwendung. Als Tipp: Bewusst als Übergangslösung nutzen, nicht dauerhaft.
Zudem gibt es die Methode des langsamen Reduzierens (Ausschleichen). Sie reduzieren schrittweise die Anzahl Ihrer Zigaretten, bis Sie ganz aufhören. Vorteile: körperliche Umstellung ist sanfter, der Alltag kann leichter angepasst werden. Die Nachteile: hohe Selbstdisziplin nötig, Verlockung doch wieder mehr zu rauchen ist hoch und keine klare Grenze. Als Tipp: Setzen sie sich feste Reduktionsziele und notieren sie tägliche ihre Erfolge.
Medikamentöse Methoden
Die medikamentöse Methode durch verschreibungspflichtige Medikamente wie Bupropion und Vareniclin. Vorteil: sie hemmen oder blockieren das Rauchverlangen, teilweise von Krankenkassen erstattbar, gute Wirksamkeit bei starker Abhängigkeit. Nachteile: Nebenwirkungen möglich (Schlafprobleme, Übelkeit), ärztliche Begleitung nötig und nicht für jeden geeignet. Als Tipp: lassen Sie sich vom Arzt oder Suchtmediziner beraten.
Verhaltenstherapie und Coaching. Vorteile: nachhaltige Veränderung, persönlich und individuell. Nachteil: Lange Wartezeiten. Apps und Online Programme. Vorteil: immer verfügbar, niedrige Einstiegshürde, viele kostenlos. Nachteil keine persönliche Ansprache, Motivation muss hoch bleiben, nicht jeder ist ein App-Typ. Als Tipp: Achten Sie auf Apps mit wissenschaftlichem Hintergrund (z. B. NichtraucherHelden, Rauchfrei App BZgA).
Fazit: Ihr Weg ist individuell. Es zählt, welche Methode zu Ihnen passt. Vielleicht brauchen Sie mehrere Anläufe, aber jeder bringt Sie näher ans Ziel. Der Rauchstopp ist kein gerader Weg, er hat Kurven, Stolperfallen und emotionale Täler.
Was tun bei einem Rückfall?
Craving (starkes Verlangen) und Rückfälle gehören für viele zur Realität. Aber: Sie bedeuten nicht, dass Sie versagt haben.
Craving ist ein plötzliches, intensives Verlangen nach einer Zigarette. Es dauert meist nur wenige Minuten, fühlt sich aber an wie eine Ewigkeit. Es entsteht durch eine Mischung aus: neurologischer Erinnerung (Nikotinkick), emotionalem Zustand (Stress, Langeweile, Frust) und körperlicher Routine (Handbewegung, Kaffee, Feierabend). Zu wissen, was Sie triggert, ist der erste Schritt zur Kontrolle. Häufige Auslöser sind: Soziale Situationen mit anderen Rauchern, Stress, Streit oder Überforderung, Alkohol oder Partys, Einsamkeit oder emotionale Leere und Routinen wie „Zigarette nach dem Essen“. Als Tipp: notieren Sie in einem Rückfall-Tagebuch, wann das Verlangen kommt und was Sie fühlen. Das enttarnt Muster.
5-Schritte-Notfallplan für den akuten Moment
- Wasser trinken: hilft gegen körperliches Unruhegefühl
- Atemübung oder Bewegung: unterbricht das Stressmuster
- Gedankentrick: sagen Sie sich: „Ich verschiebe die Zigarette um 10 Minuten“
- Erinnern Sie sich: warum hast du aufgehört? Lesen Sie sich Ihre Gründe durch
- Rufen Sie jemanden an oder chatte mit einem Buddy: sozialer Kontakt hilft
Tipp: Craving vergeht meist nach 3 bis 5 Minuten. Timer stellen und durchhalten!
Rückfall, was jetzt?
Sie haben geraucht? Dann vergessen Sie den Satz: „Jetzt ist sowieso alles egal.“
Ein Rückfall ist keine Niederlage. Er ist Feedback. Er zeigt Ihnen: Da war ein ungelöstes Thema. Das dürfen Sie jetzt anschauen. So gehen Sie vor: Nicht dramatisieren: bleiben Sie ruhig, Analyse statt Scham, was war der Auslöser? Gleich wieder starten: nächste Zigarette nicht zulassen. Vermeiden Sie „alles oder nichts“-Denken, da jeder Tag zählt, auch wenn einer mal schiefgeht.
Nun heißt es langfristige Stabilität aufbauen. Stabilität heißt nicht, dass Sie nie wieder ans Rauchen denken, sondern dass Sie wissen, wie Sie reagieren, wenn’s eng wird.
Strategien für die Langfristigkeit: Tägliche Selbstreflexion, neue Routinen schaffen: Sport, Spaziergang. Ziele visualisieren z. B. auf ein rauchfreies Erlebnis hin sparen „Nichtraucher-Ich“ entwickeln: wie fühlt, denkt, lebt diese Version von Ihnen?
geschrieben von Marvena Zeller
Mittwoch, den 17. Juni 2026
Wir verabschieden Wiebke Bonaker und Jessica Eggers
Zum 1. Juni verlassen uns zwei Mitarbeiterinnen: Wir verabschieden uns von Wiebke Bonaker und wünschen ihr für den nächsten Teil ihrer Weiterbildung alles Gute! Wir danken Frau Bonaker für ihren engagierten Einsatz in unserer Praxis und würden uns freuen würden, wenn sie den letzten Teil ihrer Weiterbildung bei uns komplettieren würde. Wir sagen herzlichen Dank und freuen uns bis dahin ein Stück des Weges mit ihr gegangen zu sein.
Auch unsere langjährige Mitarbeiterin Jessica Eggers verlässt uns nach fast elf Jahren. Angefangen hat Frau Eggers als Azubine, zuletzt hat sie als Praxismanagerin bei uns gearbeitet. Nun sucht sie eine neue berufliche Veränderung, für die wir ihr alles Gute auf ihrem Weg wünschen!
Das Team der Hausärzte Habenhausen
Montag, den 1. Juni 2026
Endometriose – viel mehr als nur Menstruationsbeschwerden
Weltweit ist etwa jede 10. Frau im gebärfähigen Alter von Endometriose betroffen. Damit zählt sie zu einer der häufigsten, gutartigen Erkrankungen der Frau.
Bei Endometriose handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich Zellen, die denen der Gebärmutterschleimhaut ähneln, außerhalb der Gebärmutter befinden. Diese Zellen können sich prinzipiell überall im Körper ansiedeln – im Darm, der Blase, der Vaginalschleimhaut, sogar in der Lunge oder im Gehirn. Da sie ähnlich der Gebärmutterschleimhaut auf hormonelle Reize reagieren, bauen sie sich auf und ab und können sogar abbluten. Doch wenn das Blut nicht nach außen abfließen kann, können blutgefüllte Zysten, Reizungen und Entzündungen entstehen. Der genaue Mechanismus, wie die Zellen sich außerhalb der Gebärmutter verbreiten/ verteilen, ist bis heute nicht bekannt. Dazu gibt es verschiedene Theorien.
Die Symptome können teils sehr unspezifisch sein und daher dauert es nicht selten mehrere Jahre, bis Betroffene die Diagnose Endometriose erhalten. Dies liegt insbesondere daran, dass wie bereits oben beschrieben, die Lokalisation der Endometrioseherde und die damit verbunden Schmerzen nicht immer den Verdacht einer gynäkologischen Erkrankung aufkommen lassen.
Welche Symptome können auftreten?
Schmerzen – sind häufig, treten meist zyklisch (regelmäßig wiederkehrend im Rahmen des Menstruationszyklus) auf und sind oft abhängig von der Lokalisation der Endometrioseherde
- im Unterbauch: bei Befall der Gebärmuttermuskulatur, insb. 1-2 Tage vor der Periode beginnend
- beim Geschlechtsverkehr: bei Herden in der Vaginalschleimhaut/- muskulatur
- beim Wasserlassen: bei Befall der Blase, hier sind zusätzlich zyklische Blutungen möglich
- beim Stuhlgang: bei Befall der Darmwand mit ggf zusätzlich Blähungen, Durchfall und Blutungen
Unerfüllter Kinderwunsch: bei 30 bis 50 Prozent der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch konnte eine Endometriose nachgewiesen werden. Als Ursache hierfür kommen Verklebungen und Vernarbung mit Beeinträchtigung der Eileiter in Betracht.
Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es?
Zur Diagnosestellung ist eine gynäkologische Untersuchung notwendig. Zu Beginn wird eine ausführliche Anamnese bzgl. der Beschwerden (zeitliches auftreten der Beschwerden, Lokalisation etc.) erhoben. Gut ist es auch, wenn die Patientin hierzu ein Symptomtagebuch anfertigt um ggf. zyklische Verläufe sichtbar zu machen. Auch eine gynäkologische Tast- und Ultraschall-untersuchung ist nötig. Anschließend wird in manchen Fällen eine Magnetresonaztomographie (MRT) angeschlossen. Der Goldstandard der Diagnostik bleibt jedoch weiterhin die Bauchspiegelung. Hier kann die Ausdehnung der Endometriose beurteilt, Herde entfernt und verödet und zudem Proben zur feingeweblichen Untersuchung gewonnen werden um die Diagnose zu sichern. Allerdings ist einschränkend zu sagen, dass eine unauffällige Bauchspieglung eine Endometriose keinesfalls ausschließt, da die Herde mikroskopisch klein oder sich tief im Gewebe/ Organ befinden können.
Welche Therapieoptionen gibt es?
Da die Ursache und die Entstehung der Erkrankung nicht genau bekannt sind, gibt es bis heute keine heilende, sondern nur eine symptomlindernde Therapie. Diese besteht aus vielen verschiedenen Ansätzen.
Medikamentöse Therapie
Diese kann aus einer Schmerztherapie/ Antientzündlichen Therapie mit z.B. Ibuprofen oder Diclofenac oder auch einer hormonellen Therapie bestehen. Der Ansatz der hormonellen Therapie besteht darin, die zyklischen Hormonschwankungen zu „glätten“ und so zur Linderung oder dem Ausbleiben der Beschwerden führen.
Operative Therapie
Dabei ist das Ziel die komplette Entfernung aller sichtbarer Endometrioseherde. Dies ist je nach Ausprägung nicht immer bzw. oft nicht möglich.
Alternative/ Komplementäre Therapieansätze
Hierzu ein paar Beispiele:
- Sport und Bewegung: regelmäßiger Ausdauersport kann den Östrogenspiegel senken. Zudem führt Sport zu einer vermehrten Durchblutung (Wärme) und kann so bei akuten Beschwerden zusätzlich den Abtransport von entzündlichen Stoffwechselprodukten begünstigen.
- Ernährung: Der Grundgedanke dabei ist, den Östrogenspiegel niedrig zu halten und die Entzündungsprozesse und damit die Schmerzen zu minimieren. Hierbei kann eine Vegane Ernährung, mit viel Obst und Gemüse, aber auch der Verzehr von Seefisch und Omega-3-Fettsäuren förderlich sein. Vom Verzehr von rotem Fleisch und Fast Food, sowie von Koffein, Nikotin und Alkohol wäre eher abzuraten.
- Nahrungsergänzung: können eventuell vor Schmerzereignis sinnvoll sein z.B. Vitamin B12, C, D, E, A und Folsäure haben einen positiven Effekt gezeigt. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass die empfohlene Tageshöchstdosis entsprechender Vitamine etc. nicht überschritten wird und ggf. eine Blutentnahme zur Bestimmung des individuellen Bedarfs erfolgen sollte. Zudem kann 48 Stunden vor einem zu erwartenden Schmerzereignis eine Magnesiumsubstitution (600mg) für 3 Tage Linderung verschaffen.
- Endo-App: Diese kann auf Kassenrezept verschrieben werden und legt den Fokus auf die Vermittlung evidenzbasierte und leitlinienkonforme Selbstmanagementtechniken, sowie die Beobachtungen individueller Symptome.
Welche Ansprechpartner gibt es in Bremen?
Zusammenfassend gilt: Die Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die eine ganzheitliche Langzeittherapie bzw. ein Langzeitkonzept erforderlich macht.
Sollten Sie den Verdacht haben an Endometriose zu leiden, wenden Sie sich mit Ihren Fragen unbedingt an Ihre behandelnde Frauenärztin/ Ihren Frauenarzt.
Zudem bieten einige Bremer Kliniken gesonderte Endometriosesprechstunden an, die wie folgt erreichbar sind:
- St. Joseph-Stift Bremen: Telefon 0421/ 347 1309
- Klinikum Bremen Nord: Telefon 0421/ 6606 1541
geschrieben von Wiebke Bonaker
Freitag, den 22. Mai 2026
Rauchfrei: Diese Phasen durchlaufen Sie
Etwa 30 Prozent der Menschen in Deutschland rauchen Tabak. Die meisten versuchen aber irgendwann, sich das Rauchen abzugewöhnen. Der Weg in ein rauchfreies Leben verläuft selten linear. Er besteht aus klaren psychologischen und körperlichen Phasen jede mit eigenen Herausforderungen. In unserem zweiten Teil des Rauchfrei-Spezials erfahren Sie, welche Phasen Menschen im Rahmen der Rauchentwöhnung durchlaufen. Denn wenn Sie wissen, was Sie erwartet, können Sie besser damit umgehen.
Die Vorbereitungsphase: Ihr mentaler Start
In dieser Phase wächst in Ihnen der Wunsch, aufzuhören.
Sie beobachten sich selbst, analysieren Ihre Gewohnheiten und beginnen, sich mit den Vorteilen des Nichtrauchens auseinanderzusetzen. Noch rauchen Sie, aber mit dem Bewusstsein: „Es wird nicht mehr lange so weitergehen.“
Tipp: Schreiben Sie auf, warum Sie aufhören wollen und was Ihnen bislang im Weg stand. Diese Klarheit hilft Ihnen in schwierigen Momenten.
Die Entscheidungsphase: Sie ziehen eine Grenze
Jetzt steht fest: Sie wollen aufhören – und zwar richtig. Sie setzten sich ein Datum, sprechen mit anderen darüber oder beginnen sich intensiver mit Methoden zu beschäftigen.
Das „Vielleicht“ wird zum „Jetzt!“.
Tipp: Machen Sie kein Geheimnis draus. Wer sich offen bekennt, erhöht seine Erfolgschancen. Vorbereitung ist alles.
Die Entwöhnungsphase: Ihr System rebelliert
Die ersten 3 bis 7 Tage nach dem Rauchstopp sind oft die härtesten. Entzugssymptome wie Reizbarkeit, Schlafprobleme, starkes Verlangen oder Kreislaufschwächen sind keine Schwäche, sondern der natürliche Entgiftungsprozess Ihres Körpers.
Tipp: Lassen Sie sich nicht verunsichern. Symptome sind temporär und sie zeigen, dass Ihr Körper aufräumt. Gönnen Sie sich Ruhe, Flüssigkeit und möglichst wenig Stress.
Die Umgewöhnungsphase: Neue Routinen entstehen
Nach etwa 1 bis 4 Wochen sind Sie körperlich über den Berg. Jetzt beginnt die mentale Arbeit: Sie lernen Trigger zu erkennen, alte Gewohnheiten zu durchbrechen und neue, gesündere Muster zu etablieren.
Tipp: Ersetzen statt verzichten: Tee statt Zigarette, Spaziergang statt Stressrauchen, Gespräche statt Rückzug. Sie bauen Ihr neues Leben jetzt aktiv auf.
Die Rückfallphase: Wenn’s plötzlich wieder schwer wird
Viele erleben Wochen oder Monate nach dem Rauchstopp einen „Überraschungsmoment“.
Ein Gedanke, ein Geruch, ein Stressmoment – und das Verlangen ist plötzlich wieder da. Kein Rückfall, sondern eine Erinnerung an alte Muster.
Tipp: Rückfallgedanken sind normal. Sie zu erkennen, ohne ihnen nachzugeben, ist ein großer Fortschritt. Eine Zigarette „nur zur Ausnahme“ ist meistens der Einstieg in alte Routinen.
Die Stabilisationsphase: Sie werden Nichtraucher
Je länger Sie durchhalten, desto stabiler wird Ihr neues Ich. Die alten Verknüpfungen verlieren an Macht, die neuen Routinen setzen sich durch. Sie beginnen, sich nicht nur als „Ex-Raucher“ sondern als freier Mensch zu sehen.
Tipp: Erinnern Sie sich regelmäßig an Ihre Erfolge. Jeder Tag ohne Zigarette stärkt Ihre neue Identität. Rauchfrei werden ist ein Prozess mit Aufs und Abs.
Der Rauchstopp ist eine Umstellung für deinen gesamten Körper und das spüren Sie. Viele Menschen erleben nach dem Aufhören eine Reihe von Symptomen. Die gute Nachricht: Diese Beschwerden sind nicht nur normal, sie sind ein Zeichen dafür, dass Ihr Körper sich erholt und entgiftet. Machen Sie sich bewusst: Diese Symptome sind temporär Ihr rauchfreies Leben bleibt.
Im nächsten Teil erfahren Sie mehr über die Methoden des Rauchfrei-Werdens.
geschrieben von Marvena Zeller
Mittwoch, den 20. Mai 2026
Rauchfrei: Das passiert im Körper, wenn man mit dem Rauchen aufhört
Etwa 30 Prozent der Menschen in Deutschland rauchen Tabak. Die meisten versuchen aber irgendwann, sich das Rauchen abzugewöhnen. Gute Gründe dafür gibt es viele: Rauchen erhöht das Risiko für verschiedene Krankheiten und belastet den Geldbeutel. Zudem ist Tabakrauch auch für Menschen in der Umgebung schädlich. Weil das Nikotin im Tabak schon nach kurzer Zeit abhängig macht, fällt es den meisten Menschen schwer, mit dem Rauchen aufzuhören. Davon abgesehen erfordert es auch Motivation, eingeschliffene Gewohnheiten abzulegen.
Die meisten Raucherinnen und Raucher schaffen es irgendwann, mit dem Rauchen aufzuhören. Dabei frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil: Mit dem Rauchen aufzuhören, ist immer eine beachtliche Leistung. Und es gilt: Je früher der Rauchstopp gelingt, desto besser für die Gesundheit. Oft braucht es aber dazu mehrere Anläufe. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um die Chancen auf einen erfolgreichen Rauchstopp zu erhöhen.
Die Aktion „Rauchfrei“ im Mai unterstützt jedes Jahr Menschen dabei, rauchfrei zu werden. Auch wir möchten für das Thema sensibilisieren und klären in einem dreiteiligen Beitrag über das Rauchfreiwerden auf. Im ersten Teil geht es darum, was im Körper nach dem Rauchstopp passiert.
Bemerkenswerte Transformation nach dem Rauchstopp
Sobald Sie Ihre letzte Zigarette ausgedrückt haben, beginnt in Ihrem Körper eine bemerkenswerte Transformation, und zwar schneller, als viele denken. Ihr Körper startet praktisch sofort mit dem Aufräumen: Er entgiftet, repariert und stellt wichtige Funktionen wieder her. Bereits nach 20 Minuten: Ihr Kreislauf entspannt sich. Es sinken Puls und Blutdruck. Die Blutgefäße erweitern sich wieder und Ihre Durchblutung verbessert sich. Hände und Füße fühlen sich wärmer an. Das ist der allererste kleine Sieg Ihres Körpers, nur 20 Minuten nach dem Rauchstopp.
- Nach 8 Stunden: Sauerstoff statt Kohlenmonoxid
Zigarettenrauch enthält Kohlenmonoxid, ein Gas, das die Sauerstoffaufnahme behindert. Schon nach 8 Stunden beginnt Ihr Körper, das Kohlenmonoxid auszuscheiden. Der Sauerstoffgehalt im Blut steigt, Ihr Gehirn wird besser versorgt, Ihre Leistungsfähigkeit nimmt zu.
- Nach 24 bis 72 Stunden: Nikotin adé – Entzug hallo
In den ersten 1 bis 3 Tagen wird das Nikotin vollständig abgebaut. Sie sind nun körperlich „clean“. Das bedeutet auch: Jetzt zeigen sich typische Entzugserscheinungen. Reizbarkeit, Schlafprobleme, Husten, Kopfschmerzen oder starke Rauchgelüste sind normal, aber vorübergehend. Ihr Körper wehrt sich nicht gegen SIE, er repariert sich.
- Nach 1 bis 2 Wochen: Die Lunge holt tief Luft
Die kleinen Flimmerhärchen in Ihren Atemwegen, die durch den Rauch gelähmt waren, fangen an, sich zu regenerieren. Der Schleim löst sich, die Reinigung beginnt. Viele berichten über intensiveren Husten. Dies ist ein gutes Zeichen: Ihre Lunge wird sauberer.
- Nach 1 Monat: Haut, Energie & Geschmack kehren zurück
Ihre Haut wirkt frischer, rosiger, besser durchblutet. Der Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich. Viele ehemalige Raucherinnen und Raucher berichten, dass Essen plötzlich „echter“ schmeckt, oft sogar intensiver als erwartet. Auch Ihr Energielevel steigt. Sie werden wacher, klarer und fitter.
- Nach 3 Monaten: Die Lunge wird stärker
Ihr Lungenvolumen nimmt weiter zu. Treppensteigen fällt Ihnen leichter, Ihre Ausdauer verbessert sich spürbar. Die Immunabwehr erholt sich und sie werden seltener krank und können Infektionen besser abwehren.
- Nach 6 bis 12 Monaten: Das Herz sagt Danke
Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt deutlich um etwa 50 Prozent. Die Gefäßinnenwände regenerieren sich, das Risiko für Arteriosklerose nimmt ab. Auch chronische Entzündungen im Körper gehen zurück.
- Nach 1 Jahr und darüber hinaus: Dauerhafte Heilung
Jetzt sprechen wir von nachhaltiger Regeneration. Ihre Lunge ist deutlich fitter, ihr Körper hat neue Routinen gefunden. Viele Langzeitfolgen des Rauchens bilden sich zurück nicht vollständig, aber deutlich.
Ihr Körper startet sofort mit der Heilung. Jeder rauchfreie Tag zählt. Auch wenn Sie die Effekte anfangs nicht sofort spüren: Ihr Körper arbeitet im Hintergrund bereits auf Hochtouren an Ihrem neuen, gesünderen Leben.
Lesen Sie im zweiten Teil, welche Phasen Sie während der Entwöhnung durchlaufen.
geschrieben von Marvena Zeller
Donnerstag, den 7. Mai 2026
Warnzeichen, Ernährung, Hygiene: Was tun bei Durchfall?
Wer unter Durchfall leidet, verliert im Körper Wasser und Mineralstoffe. Dieser Verlust sollte mit reichlich Trinken ausgeglichen werden. Auch die richtige Ernährung kann Durchfallbeschwerden lindern. Mehr über die Ursachen und Behandlungsoptionen bei akutem Durchfall.
Was ist Durchfall?
Durchfall wird definiert als das Auftreten von sehr weichem, ungeformtem oder sogar flüssigem Stuhlgang, der mehr als dreimal pro Tag auftritt. Durchfall kann akut auftreten, dann in der Regel nur wenige Tage dauernd oder kann als chronischer Durchfall auftreten, der durchaus auch über mehrere Wochen anhalten kann.
Es gibt verschiedene Ursachen für Durchfallerkrankungen:
- Im Winter erleben wir oft, gerne in Pflegeheimen oder Krankenhäusern das Auftreten von Noro-Virus-Infektionen
- Im Sommer werden Durchfälle häufig verursacht durch Campylobacter oder Salmonellen und weiteren Erreger
- Durchfall kann aber auch im Rahmen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auftreten, dann häufig auch mit Beimengungen von Schleim und/oder Blut. Das ist immer ein Grund, sich in Ihrer Hausarztpraxis vorzustellen
- Auch nach der Einnahme von Antibiotika kann es zum Auftreten von Durchfällen kommen. Dies liegt dann daran, dass die Darmflora sich verändert durch die vorherige Antibiotikaeinnahme.
- Es gibt sicher noch mehr Ursachen, beispielsweise durch Medikamente, Hormonstörungen, Unverträglichkeiten oder andere Gründe
Diagnose
In der Praxis fragen wir im Rahmen der Abklärung immer nach Form, Farbe, Beimengungen des Stuhls, nach begleitenden Symptomen, aber auch nach Miterkrankten oder vorangegangenen Reisen oder anderen Aufenthalten. Gegebenenfalls erfolgen weitere körperliche Untersuchungen und womöglich Diagnostik durch Blut- und Stuhluntersuchungen oder Ultraschall.
Warnzeichen
Das Problem bei Durchfallerkrankungen ist, dass es durch den weichen, flüssigen Stuhl zu einem Flüssigkeitsverlust kommen kann, der gerade bei kleinen Kindern oder älteren Menschen zum Austrocknen führen kann. Dies würde man zum Beispiel merken, wenn die betroffene Person lethargisch oder verwirrt wird oder über Schwindel klagt, wenn die Zunge trocken ist oder die Hautfalten stehen. Dies sind alles Warnzeichen, bei denen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss.
Zusammen mit dem veränderten Stuhl kommt hinzu, dass über den Darm wertvolle Salze verloren gehen. Deswegen sollten Menschen mit einer Durchfallerkrankung viel trinken, sich körperlich schonen und gerne viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen.
Hygiene
Ganz wichtig: Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Betroffene unbedingt die entsprechenden Hygieneregeln beachten. Es gilt regelmäßig und häufig die Hände zu waschen, die Toilette gründlich zu reinigen und entsprechende Kleidung und Handtücher wenn möglich bei mindestens 60 Grad zu waschen und auf Sauberkeit und Hygiene bei der Zubereitung von Speisen zu achten.
Flüssigkeit
Bei Durchfall reicht die Zufuhr von Wasser allein nicht. Wenn Sie eine Durchfallerkrankung haben, ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass Sie genug Salz und Zucker zu sich nehmen.
Versuchen Sie ausreichend zu trinken: mindestens 2 Liter am Tag (jemand mit einer Herzschwäche muss dies womöglich mit dem behandelnden Arzt besprechen). Lassen Sie den schwarzen oder grünen Tee länger ziehen, dann werden mehr Gerbsäureanteile aufgenommen. Auch Matetee, Pfefferminztee, Kamillentee oder Kümmeltee bieten sich an. In den Tee können Sie jeweils eine kleine Menge Zucker und eine Prise Salz geben. Sie können auch Leitungswasser oder stilles Mineralwasser trinken. Auf jeden Fall sollten Sie auf alkoholische Getränke und auf Milchprodukte verzichten.
Auch eine schöne Apfelsaftschorle bietet eine gute Kombination aus Flüssigkeit mit ein bisschen Geschmack und Zucker. Viele greifen zurück auf eine Zufuhr von Elektrolytlösung. Diese gibt es einerseits in entsprechenden Apotheken oder Fachmärkten zu kaufen. Sie können sie aber auch selber zubereiten: Dafür nehmen Sie 1 Liter abgekochtes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser und rühren jeweils einen Teelöffel Kochsalz und Backpulver hinzu, des Weiteren zwei Esslöffel Zucker und ein bisschen Orangensaft oder Apfelsaft. Diese Mischung können Sie in kleinen Schlucken bei Durchfall zu sich nehmen.
Ernährung
Während einer akuten Durchfallepisode sollten Sie eine leichtverträgliche Kost zu sich nehmen, gerne auch Speisen, die die Stuhlkonsistenz festigen, also beispielsweise Zwieback, Reis oder Bananen. Auch Reis- oder Haferschleim können stopfend wirken, alternativ können auch Dinkel- und Weizenflocken, aber auch Graupen oder Stärke genutzt werden. Zudem bieten sich Kartoffeln oder Möhren zu Brei oder Suppe gekocht an. Und auch der geriebene Apfel (pektinhaltig) oder die gematschte Banane sind hilfreich.
Verzichten sollten Sie auf fettige Speisen! Auch Süßstoffe können durchfallfördernd wirken. Das Märchen von Salzstangen und Cola als Zaubermittel können sie getrost vergessen. Im Salz der Salzstangen fehlen wichtige Salze, so dass der Mineralverlust nicht ausgeglichen werden kann und Cola enthält zu viel Zucker und kann den Durchfall damit noch verstärken. Und wie schon oben erwähnt: Verzichten Sie bitte auf Milchprodukte, der enthaltene Milchzucker kann auch wieder abführend wirken! In der Akutphase sollten Sie auch auf rohes Gemüse und Obst verzichten. Flohsamen können Flüssigkeit binden und auf diesem Weg hilfreich sein
Wichtig: Eine medikamentöse Therapieempfehlung muss immer abhängig von den Ursachen gestaltet werden, nicht alles ist für alle Betroffenen geeignet.
geschrieben von Brigitte Sauter
Donnerstag, den 30. April 2026
Sodbrennen – Ursachen und Abhilfe
Nach dem Hype in den 1990er und den frühen 2000er Jahren über Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ist mittlerweile in Studien klar geworden, dass zwar die Wirkung sehr gut ist, aber eine dauerhafte Anwendung durchaus auch bleibende Schäden, wie zum Beispiel eine Osteoporose, nach sich ziehen kann. In kleinen Mengen sind die oben angeführten Wirkstoffe in den Apotheken frei verkäuflich.
Es gibt aber immer wieder Menschen, die anhaltende Beschwerden wie Sodbrennen beklagen und dann auch dauerhaft sogenannte PPI (Protonenpumpenhemmer) nehmen wollen. Patientinnen und Patienten, die unter anhaltenden Beschwerden leiden, kommen auf Dauer nicht um eine Magenspiegelung herum. Manchmal kommen dabei Krankheitsbilder zum Vorschein, die ohne dauerhafte Behandlung in bösartigen Krankheiten enden können. Oft aber ist es so, dass auch mit etwas Lebensstiländerung auf einen Teil oder alle Medikamente verzichtet werden kann.
Was kann konkret helfen?
- Es ist sinnvoll, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt großer Mengen auf einmal. Halten Sie einen Abstand von 3 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen ein.
- Es sollte keine enge Kleidung getragen werden, weil diese auf den Magen drücken und so zum Aufsteigen des sauren Magensaftes führen kann.
- Genussmittel wie saure Säfte oder Wein, aber auch andere hochprozentige Alkoholika und Nikotin können Sodbrennen verursachen und sollten deswegen reduziert oder gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden.
- Auch andere säurehaltige Speisen wie Fruchtsäfte, Tomaten oder saure Beeren und auch kohlensäurehaltige Getränke sollten eher gemieden werden.
- Wer immer wieder unter Sodbrennen leidet, sollte beobachten, wann die Beschwerden auftreten. Wer nachts Beschwerden hat, kann versuchen, den Oberkörper höher zu lagern, zum Beispiel mit einem verstellbaren Lattenrost. Damit kann das Zurücklaufen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre verhindert werden. Manchen Menschen hilft es, auf der rechten Körperseite zu schlafen, auch dann kann der Magensaft schlechter in die Speiseröhre zurücklaufen.
- Reduzieren Sie ihr Gewicht, wenn Sie Übergewicht haben; damit senkt sich der Druck im Bauchraum
- Wenn Sie zu Verstopfung neigen, sorgen sie für eine regelmäßige Stuhlentleerung. Das Pressen bei der Darmentleerung kann auch zu einem Hochlaufen des Magensaftes führen.
- Vermeiden Sie Tätigkeiten, wo Sie regelmäßig kopfüber arbeiten müssen, dies erhöht den Druck im Bauchraum
- Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, dann achten Sie darauf, diese mit genügend Flüssigkeit einzunehmen, damit die Tabletten auch im Magen landen und nicht davor in der Speiseröhre kleben bleiben.
Was hilft noch?
An rezeptfreien Alternativen fällt vielen sicher zuerst das gute alte Natron ein, gelegentlich angewandt in kleinen Mengen kann es aufgelöst in wenig Wasser die überschüssige Säure binden. Bei zu häufiger Anwendung kann es zu einer Verschiebung in unserem Säurehaushalt führen; deswegen ist Vorsicht geboten.
Durch Kaugummi-Kauen wird Speichel produziert, dieser kann in kleinen Mengen den Magensaft neutralisieren. Dieses Mittelchen ist sicher aus den verschiedensten Gründen nicht für jeden geeignet.
Auch ein Glas Milch oder säurearmer Tee (zum Beispiel Kamille) können Linderung bringen.
Des Weiteren gibt es verschiedene Teemischungen gegen Sodbrennen:
- eine Mischung aus Kamille, Malve und Eibisch kann einen gereizten Magen beruhigen
- Fenchel-Anis-Kümmel-Tee ist wohltuend für den Magen-Darm-Trakt bekannt und durchaus schmackhaft
- Kamille-Fenchel-Süßholzwurzel-Tee
Auch andere freiverkäufliche Medikamente können hilfreich gegen Sodbrennen sein, das sollte aber in einem Gespräch geklärt werden, weil nicht alles für jeden zu jeder Zeit das Richtige ist.
Manchmal ist es so, dass Patientinnen und Patienten schon lange Säurehemmer genommen haben und gerne die Dosis reduzieren wollen oder sollen. Dann ist es sinnvoll, langsam mit der Dosis runterzugehen, also, nicht von heute auf morgen alles abzusetzen, sondern das Medikament erst mal jeden zweiten und dann jeden dritten Tag einzunehmen. Der Wirkstoff hat eine lange Wirkdauer, so dass dies durchaus funktionieren kann. Und wenn beim Ausschleichen Beschwerden auftreten, dann können genau diese Hausmittel hilfreich sein.
geschrieben von Brigitte Sauter
Dienstag, den 7. April 2026
Trockene Haut und was dagegen hilft
Aufgabe der Haut
Die Haut, das größte Organ des Menschen, bildet die Barriere zwischen Umwelt und Körperinnerem. Sie puffert äußere Einflüsse ab, schützt den Körper vor Licht, Wasser, Schadstoffen und Keimen. Über Fühler in der Haut erspürt der Tastsinn Berührungen und Druck. Sinneszellen und Nerven nehmen Schmerz- und Temperaturreize auf, filtern sie und leiten sie nach innen. Die Haut regelt den Austausch von Wärme sowie die Abgabe von Schweiß und anderen Substanzen nach außen.
Was verursacht trockene Haut?
Im Gesicht erscheint trockene Haut oft müde und fahl. Manchmal zeigen sich dünne Schuppen und gerötete Stellen. Auf rauen Wangen entwickeln sich rasch feine Fältchen. Besonders leicht spannt und juckt die Haut auch an den Unterschenkeln über den Schienbeinen, an Füßen, Händen, Ellbogen und Unterarmen. Wenn der Haut anhaltend Fett und Feuchtigkeit fehlen, zieht sie sich pergamentartig zusammen. Erhält sie dann nicht ausreichend Schutz und Pflege, kann sie sich vermehrt schuppen, rissig werden und sich entzünden.
Menschen, die zu trockener Haut neigen, bringen meist die Anlage dafür mit. Aber viele verstärken diese Tendenz noch durch ihren Lebensstil und falsche Pflegegewohnheiten. Äußere Einflüsse wie Kälte, Hitze, Sonne und Wasser sowie Reizstoffe spielen eine wesentliche Rolle, wenn die Haut anfängt zu spannen und zu ziehen.
Von innen her wirken Flüssigkeitsmangel, einseitige Ernährung, Hormonschwankungen und nicht zuletzt die Psyche auf den Hautzustand. Außerdem wird die Haut im Alter natürlicherweise trockener.
Warum trocknet die Haut aus?
Ausgeprägte Hauttrockenheit zeigt manchmal einen bedrohlichen Flüssigkeitsverlust im Körper an. Sie kann auch Teil einer bestimmten Krankheit sein. Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Kontaktekzeme, Schuppenflechte. Einige Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes mellitus, kommen ebenfalls als Verursacher infrage.
Die Hautbarriere "bröckelt", wenn die Haut Feuchtigkeit und Fette (Lipide) verliert und nicht mehr fähig ist, den Verlust auszugleichen. Dann trocknet die Haut aus. Um das zu verhindern, gibt der Körper normalerweise Flüssigkeit an die Oberhaut ab. Deshalb ist es zum Beispiel wichtig, ausreichend zu trinken. Zum anderen leiten die beiden unteren Hautschichten Lipide nach oben. Schließlich produzieren die in der Haut angelegten Talgdrüsen ein Fettgemisch, das die Hautoberfläche mit einem schützenden Film überzieht.
Je älter die Haut wird, umso weniger kann sie Feuchtigkeit speichern und Fette bilden. Unsere Schutzhülle wird im Laufe des Lebens dünner und verletzlicher. Äußere sowie innere Einflüsse können ein von Natur aus eher trockenes Hautbild noch verstärken und die Hautbarriere angreifen.
Einflüsse von außen
- Wind und Wetter:
Sowohl bei Kälte wie bei Hitze gibt die Haut vermehrt Feuchtigkeit ab. Ist zudem die Luftfeuchtigkeit geringer, trocknet sie schneller aus. Wenn es heiß ist, verliert die Haut durch vermehrtes Schwitzen weiter an Flüssigkeit.
- Sonneneinstrahlung: Einerseits nutzt die Haut das Sonnenlicht, um mit seiner Hilfe Vitamin D zu bilden. Ist die Haut jedoch länger und intensiver der Sonne ausgesetzt, fangen die betroffenen Partien an zu spannen, sie röten sich und können schmerzen. Häufige Sonnenbrände setzen der Haut nachhaltig zu. Es erhöht das Risiko, in späteren Jahren an Hautkrebs zu erkranken, erheblich.
- Eng sitzende Kleidungsstücke lassen die Haut oft zu wenig atmen. Zudem schwitzt sie stärker. Trockene Haut schuppt und juckt dann vermehrt. Auch raue Stoffe oder chemische Zusätze in den Materialien setzen gereizter Haut zu.
- Im Alltag hantieren wir häufig mit unterschiedlichen chemischen Substanzen, die bei direktem und wiederholtem Kontakt die Haut angreifen können. Reinigungs- und Waschmittel, Farben, Lacke, Lösungsmittel gehören dazu. Deshalb ist es wichtig, gefährdete Hautbereiche mit entsprechender Kleidung zu schützen, um Kontaktekzeme und andere entzündliche Reaktionen zu vermeiden. Das gilt insbesondere für Menschen, die beruflich ständig mit Reizstoffen umgehen.
Einflüsse von innen
- Schwitzen: etwa beim Sport oder bei hochsommerlichen Temperaturen, ist eine wesentliche Maßnahme des Körpers, um den Wärmehaushalt auszugleichen. Dadurch gehen jedoch kurzfristig Flüssigkeit und Salze verloren. Durch Trinken, etwa vor oder nach dem Sport, gleichen wir den Verlust wieder aus.
- Zu wenig trinken: Die Haut ist auf einen ausgeglichenen Wasserhaushalt im Körper angewiesen. Wer über längere Phasen zu wenig trinkt, sein Durstgefühl unterdrückt, etwa in Stresszeiten, nimmt der Haut ihr Feuchtigkeitspolster.
- Rauchen: Oft verrät die Haut den Raucher, da die Gesichtshaut bei vielen Rauchern blass, trocken und grau wirkt. Sie zeigt frühzeitig feine Fältchen. Das Risiko für Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, die mit trockener Haut einhergeht.
- Alkohol:
Wer Alkohol trinkt, schwitzt stärker. Allein dadurch trocknet die Haut leichter aus.
- Stress, seelische Belastungen:
Dass die Haut der Spiegel der Seele ist, kennen viele aus eigener Beobachtung. Glückliche, entspannte Lebensphasen beflügeln, ebenso wie positiver Stress und lassen die Haut frisch und rosig erscheinen. Kehrt sich befriedigende Aktivität in negative Daueranspannung um, leidet die Haut sichtbar mit. Sie wird blass und fahl, spannt, schuppt und juckt.
- Lebensalter, hormonelle Veränderungen: Verschiedene Hormone, darunter die Geschlechtshormone, beeinflussen auch den Hautzustand. Insbesondere Frauen erleben es, dass sich ihr Hauttyp im Laufe ihres Lebens verändert. Sie normalisiert sich später, etwa unter Einnahme eines Verhütungsmittels oder während der Schwangerschaft und Stillzeit. In den Wechseljahren schließlich neigt die Haut oft deutlich zu Trockenheit.
- Erkrankungen, wie z.B. die Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus, zeigt sich die Haut sehr häufig trocken, sie juckt und neigt zu Entzündungen. Mangelernährung ist zu vermeiden wichtig ausgewogene Ernährung, Vitamin- und Mineralstoffreich.
Was hilft unserer Haut?
- Schutz vor Kälte:
Packen Sie im Herbst und Winter empfindliche Partien gut ein, wenn Sie ins Freie gehen, die Hände zum Beispiel mit Handschuhen. Wappnen Sie das Gesicht mit einer fetthaltigen Creme gegen kalte Luft, und geben Sie erst wenn Sie wieder im Warmen sitzen, feuchtigkeitsspendende Produkte dazu.
- Schutz vor Sonne:
Verwenden Sie am besten Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor, und zwar nicht nur gegen die Sommersonne, sondern auch an goldenen Winter- und Frühlingstagen sowie im Gebirge und am Meer. Außerdem bewahren Hüte und luftige, helle Kleidung im Frühjahr und Sommer vor einem Zuviel an schädlichen Strahlen.
- Schutz vor Feuchtigkeitsverlusten:
Da trockene Haut nicht nur Fett, sondern insbesondere auch Feuchtigkeit braucht, helfen Sie ihr, wenn Sie ausreichend trinken. Das bedeutet, täglich mindestens 1,5 Liter geeignete Flüssigkeit (zusätzlich zum flüssigen Anteil in fester Nahrung wie etwa Obst) aufzunehmen. Menschen mit einigen Herz-, Leber- oder Nierenleiden müssen jedoch die für sie geeignete Trinkmenge mit ihrem Arzt absprechen.
- Behutsame Körperpflege: Duschen Sie mit lauwarmem Wasser, eventuell auch nur jeden zweiten Tag. Übertriebenes Waschen und heftiges Rubbeln greifen die Haut an. Gewöhnliche Seifen oder entfettende Waschgels verstärken die Trockenheitsprobleme noch. Auch häufige Peelings verträgt trockene Haut nicht gut, da ihre Hornschicht dünner und nicht so robust ist. Duftstoffe und Konservierungsmittel in Kosmetikprodukten reizen die empfindliche Haut zusätzlich. Sie kann allergisch reagieren. Rötungen und entzündliche Stellen sind die Folge.
- Verwenden Sie milde, seifenfreie, hautneutrale Dusch- und Waschgels.
Ausgiebige Vollbäder sind nichts für trockene Haut. Wählen Sie Hygiene- und Pflegeprodukte, die Feuchtigkeit spenden, rückfetten und möglichst nicht parfümiert sind. Wasser und Glycerin sollten daher bei den Inhaltsstoffen so weit vorn wie möglich stehen. Wer trockene Haut hat, darf ruhig reichlicher cremen, aber Vorsicht: Auch ein Zuviel des Guten setzt der Haut zu.
- Ein Klassiker der Körperpflege ist die Body-Creme. Cremes haben meist einen höheren Fettanteil als beispielsweise Lotionen, ziehen daher aber auch langsamer in die Haut ein. Sie sind gut geeignet für die Pflege kleinerer, besonders trockener Körperstellen, wie den Ellenbogen oder den Knien. Je schuppiger die Haut ist, desto höher sollte der Fett Anteil sein.
- Öle haben den höchsten Fettanteil. Wird ein Körperöl direkt nach dem Duschen in die noch feuchte Haut einmassiert, schließt es die Feuchtigkeit in den Poren ein und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Hautoberfläche wieder geschmeidiger wird. Einige pflanzliche Öle können zudem entzündungshemmend wirken. Der Nachteil: Viele Öle hinterlassen einen leicht klebrigen Film. Die Sorge, Öle würden die körpereigene Fettproduktion beeinflussen, ist unberechtigt. Bei ausschließlicher Anwendung können Öle aber verhindern, dass die Haut ausreichend Feuchtigkeit bekommt, was die Haut langfristig austrocknen kann. Gegen eine gelegentliche Nutzung von Körperölen spricht aber nichts. Lotionen haben im Vergleich zu Creme oder Öl den höchsten Wasseranteil, lassen sich meist leicht auftragen und ziehen schnell ein.
Welcher Zusatz ist sinnvoll?
- Urea (Harnstoff) lagert sich in den oberen Hautschichten ein und bindet dort Feuchtigkeit. Von außen aufgetragen sorgt Urea dafür, dass trockene Haut besser abschuppen kann. Die Oberfläche wird glatter. Bei normaler Haut, die gerade mal etwas trocken ist, reichen fünf Prozent Urea aus. Sehr trockene Haut verträgt auch zehn Prozent. Eine höhere Konzentration ist für diesen Einsatzbereich nicht zu empfehlen. Mit 20 Prozent Urea lässt sich bereits Hornhaut an den Füßen lösen. Wird eine Lotion oder Creme auf kleinste Verletzungen aufgetragen, kann es zu einem starken Brennen kommen. Deshalb sollte man direkt nach dem Rasieren auf Urea-haltige Produkte verzichten.
- Panthenol ist die Vorstufe von Vitamin B 5 und auch unter dem Namen Dexpanthenol bekannt. Es kann bei trockener Haut helfen, weil es die Zellerneuerung unterstützt. Panthenol ist auch bei Hautirritationen oder rissiger Haut geeignet.
geschrieben von Marvena Zeller
Freitag, den 13. März 2026
Akutes Nierenversagen: Ursachen, Symptome, Behandlung
Die Nieren sind lebenswichtige Organe für die Reinigung des Blutes. Sie filtern überschüssiges Wasser aus dem Blut und regulieren mit der Urinausscheidung den Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Außerdem filtern sie Abfallstoffe wie z.B. den Harnstoff, der beim Abbau von Eiweißen entsteht, oder Medikamente und andere Giftstoffe aus dem Körper. Daneben werden in den Nieren Hormone produziert, die für die Blutbildung (Erythropoetin) oder den Knochenstoffwechsel (Calcitriol) eine wichtige Funktion haben.
Bei einer Einschränkung der Nierenfunktion können viele verschiedene Probleme auftreten: Wassereinlagerungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Störungen im Knochenstoffwechsel, um nur einige Beispiele zu nennen.
Kann zu einer lebensbedrohlichen Situation führen
Bei einer chronischen Nierenkrankheit ist die Nierenfunktion über einen längeren Zeitraum eingeschränkt. Sie entwickelt sich meistens über Monate oder Jahre, die häufigsten Ursachen sind Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck.
Bei einem akuten Nierenversagen kommt es innerhalb kurzer Zeit zu einer starken Einschränkung oder einem Verlust der Nierenfunktion, was zu einer lebensbedrohlichen Situation führt.
Ursachen eines akuten Nierenversagens
Es gibt viele Ursachen für die Entstehung eines akuten Nierenversagens. Diese werden in der Medizin in drei Gruppen eingeteilt: Ursachen, die entsprechend dem Blutfluss im Körper vor den Nieren liegen, führen zu einem prärenalen Nierenversagen (prärenal bedeutet vor den Nieren). Dieses ist mit ca. 60% die häufigste Form eines akuten Nierenversagens. Bei einem prärenalen akuten Nierenversagen werden die Nieren nicht mehr ausreichend durchblutet. Ursache dafür kann ein starker Flüssigkeitsmangel durch erhöhte Flüssigkeitsverluste infolge von anhaltendem Durchfall und Erbrechen bei einem Magendarminfekt sein, aber auch bei starkem Blutverlust durch einen Unfall oder nach großen Verbrennungen auftreten. Die übermäßige Einnahme von entwässernden Medikamenten kann weitere Ursache sein. Andererseits kann durch die Einschränkung der Pumpfunktion, z.B. bei einem Herzinfarkt, der Blutdruck plötzlich absinken und dadurch die Durchblutung eingeschränkt sein.
Ein sogenanntes intrarenales Nierenversagen kann bei Ursachen auftreten, die in den Nieren liegen und zu einer direkten Schädigung der Nieren selbst führen. Hierzu zählen beispielsweise Infektionen und Entzündungen der Nieren (Nierenbeckenentzündungen, Glomerulonephritis), Autoimmunerkrankungen, Erkrankungen der Nierengefäße wie Niereninfarkt oder Thrombose; Schadstoffe wie Drogen, aber auch nierenschädigende Medikamente wie NSAR (z.B. Ibuprofen, wenn es längerfristig und hochdosiert eingenommen wird).
Ursachen im Verlauf der Harnwege hinter den Nieren führen zu einem postrenalen Nierenversagen, wenn der Harn nicht mehr ausreichend abfließen kann. Hierzu kann es durch Nieren- oder Harnleitersteine, Verengungen der Harnröhre, beispielsweise durch Tumore oder andere Verstopfungen der Harnröhre kommen. Auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata oder ein verstopfter Blasenkatheter kann eine mögliche Ursache sein.
Symptome bei einem akuten Nierenversagen
Häufig wir ein akutes Nierenversagen zunächst nicht bemerkt. Vielleicht fällt zunächst nur eine Verminderung der Urinmenge auf. Oft wird ein akutes Nierenversagen erst im Verlauf bemerkt, wenn es zu Folgekomplikationen kommt. So kann es durch den Rückstau von zu viel Flüssigkeit im Körper zu Einlagerungen von zunächst in den Beinen und im Verlauf ggf. auch in der Lunge (Lungenödem) oder im Bauchraum (Aszites) kommen. Wenn Stoffwechselprodukte nicht mehr ausreichend über den Urin ausgeschieden werden, kann es zu einer Harnvergiftung mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen Juckreiz, Verwirrtheit bis hin zum Koma kommen.
Wie wird ein akutes Nierenversagen festgestellt?
Zunächst wird eine ausführliche Anamnese mit Fragen nach vorbestehenden Erkrankungen und der Medikamenteneinnahme erhoben und eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Außerdem folgen Laboruntersuchungen des Urins und des Blutes mit Bestimmung des Kreatinins und der glomerulären Filtrationsrate, und ggf. weitere Blutuntersuchungen wie Bestimmung eines Blutbildes, Elektrolyte, Leberwerte, im Krankenhaus Blutgasanalyse und ggf. Anlegen einer Blutkultur.
Ein Abflusshindernis lässt sich durch eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und Harnwege feststellen.
Wie wird ein akutes Nierenversagen behandelt?
Die Behandlung hängt von der jeweiligen Ursache ab. Im Falle eines Flüssigkeitsmangels wird im Krankenhaus eine Infusionsbehandlung durchgeführt. Wenn Medikamente das akute Nierenversagen ausgelöst haben, müssen diese ggf. abgesetzt, die Dosis angepasst oder durch andere Medikamente ersetzt werden. Bei einer Abflussstörung des Urins muss diese beseitigt werden wie z.B. Katheterwechsel im Falle eines verstopften Blasenkatheters oder Entfernung von Harn- oder Nierensteinen. Manchmal muss vorübergehend eine Dialyse durchgeführt werden.
Bei rechtszeitiger Behandlung erholen sich die Nieren nach einem akuten Nierenversagen meistens wieder, wenige Patientinnen und Patienten benötigen eine dauerhafte Dialyse. Neben dem Alter hat auch die Dauer der Erkrankung und eine mögliche Vorschädigung der Niere einen Einfluss auf den Verlauf.
Was können Sie vorbeugend selber tun?
Bei bestimmten Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder einer vorbestehenden chronischen Nierenerkrankung ist das Risiko für ein akutes Nierenversagen erhöht. Daher ist es sinnvoll, zur Früherkennung alle drei Jahre einen Gesundheits-Check-up machen zu lassen, um eventuell vorbestehende noch nicht bekannte Vorerkrankungen frühzeitig festzustellen. Sind diese Vorerkrankungen bereits bekannt, sollten regelmäßige Verlaufskontrollen durchgeführt werden, um die medikamentöse Einstellung eines Diabetes mellitus oder Bluthochdrucks zu überprüfen und ggf. anzupassen. Und natürlich gelten die bekannten Empfehlungen zu ausreichender Bewegung, gesunder Ernährung und Vermeidung von Übergewicht, um das Risiko für Diabetes und Herzkreislauferkrankungen so gering wie möglich zu halten.
geschrieben von Dr. Hertramph
Mittwoch, den 10. Dezember 2025
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