Trockene Haut und was dagegen hilft
Aufgabe der Haut
Die Haut, das größte Organ des Menschen, bildet die Barriere zwischen Umwelt und Körperinnerem. Sie puffert äußere Einflüsse ab, schützt den Körper vor Licht, Wasser, Schadstoffen und Keimen. Über Fühler in der Haut erspürt der Tastsinn Berührungen und Druck. Sinneszellen und Nerven nehmen Schmerz- und Temperaturreize auf, filtern sie und leiten sie nach innen. Die Haut regelt den Austausch von Wärme sowie die Abgabe von Schweiß und anderen Substanzen nach außen.
Was verursacht trockene Haut?
Im Gesicht erscheint trockene Haut oft müde und fahl. Manchmal zeigen sich dünne Schuppen und gerötete Stellen. Auf rauen Wangen entwickeln sich rasch feine Fältchen. Besonders leicht spannt und juckt die Haut auch an den Unterschenkeln über den Schienbeinen, an Füßen, Händen, Ellbogen und Unterarmen. Wenn der Haut anhaltend Fett und Feuchtigkeit fehlen, zieht sie sich pergamentartig zusammen. Erhält sie dann nicht ausreichend Schutz und Pflege, kann sie sich vermehrt schuppen, rissig werden und sich entzünden.
Menschen, die zu trockener Haut neigen, bringen meist die Anlage dafür mit. Aber viele verstärken diese Tendenz noch durch ihren Lebensstil und falsche Pflegegewohnheiten. Äußere Einflüsse wie Kälte, Hitze, Sonne und Wasser sowie Reizstoffe spielen eine wesentliche Rolle, wenn die Haut anfängt zu spannen und zu ziehen.
Von innen her wirken Flüssigkeitsmangel, einseitige Ernährung, Hormonschwankungen und nicht zuletzt die Psyche auf den Hautzustand. Außerdem wird die Haut im Alter natürlicherweise trockener.
Warum trocknet die Haut aus?
Ausgeprägte Hauttrockenheit zeigt manchmal einen bedrohlichen Flüssigkeitsverlust im Körper an. Sie kann auch Teil einer bestimmten Krankheit sein. Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Kontaktekzeme, Schuppenflechte. Einige Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes mellitus, kommen ebenfalls als Verursacher infrage.
Die Hautbarriere "bröckelt", wenn die Haut Feuchtigkeit und Fette (Lipide) verliert und nicht mehr fähig ist, den Verlust auszugleichen. Dann trocknet die Haut aus. Um das zu verhindern, gibt der Körper normalerweise Flüssigkeit an die Oberhaut ab. Deshalb ist es zum Beispiel wichtig, ausreichend zu trinken. Zum anderen leiten die beiden unteren Hautschichten Lipide nach oben. Schließlich produzieren die in der Haut angelegten Talgdrüsen ein Fettgemisch, das die Hautoberfläche mit einem schützenden Film überzieht.
Je älter die Haut wird, umso weniger kann sie Feuchtigkeit speichern und Fette bilden. Unsere Schutzhülle wird im Laufe des Lebens dünner und verletzlicher. Äußere sowie innere Einflüsse können ein von Natur aus eher trockenes Hautbild noch verstärken und die Hautbarriere angreifen.
Einflüsse von außen
- Wind und Wetter:
Sowohl bei Kälte wie bei Hitze gibt die Haut vermehrt Feuchtigkeit ab. Ist zudem die Luftfeuchtigkeit geringer, trocknet sie schneller aus. Wenn es heiß ist, verliert die Haut durch vermehrtes Schwitzen weiter an Flüssigkeit.
- Sonneneinstrahlung: Einerseits nutzt die Haut das Sonnenlicht, um mit seiner Hilfe Vitamin D zu bilden. Ist die Haut jedoch länger und intensiver der Sonne ausgesetzt, fangen die betroffenen Partien an zu spannen, sie röten sich und können schmerzen. Häufige Sonnenbrände setzen der Haut nachhaltig zu. Es erhöht das Risiko, in späteren Jahren an Hautkrebs zu erkranken, erheblich.
- Eng sitzende Kleidungsstücke lassen die Haut oft zu wenig atmen. Zudem schwitzt sie stärker. Trockene Haut schuppt und juckt dann vermehrt. Auch raue Stoffe oder chemische Zusätze in den Materialien setzen gereizter Haut zu.
- Im Alltag hantieren wir häufig mit unterschiedlichen chemischen Substanzen, die bei direktem und wiederholtem Kontakt die Haut angreifen können. Reinigungs- und Waschmittel, Farben, Lacke, Lösungsmittel gehören dazu. Deshalb ist es wichtig, gefährdete Hautbereiche mit entsprechender Kleidung zu schützen, um Kontaktekzeme und andere entzündliche Reaktionen zu vermeiden. Das gilt insbesondere für Menschen, die beruflich ständig mit Reizstoffen umgehen.
Einflüsse von innen
- Schwitzen: etwa beim Sport oder bei hochsommerlichen Temperaturen, ist eine wesentliche Maßnahme des Körpers, um den Wärmehaushalt auszugleichen. Dadurch gehen jedoch kurzfristig Flüssigkeit und Salze verloren. Durch Trinken, etwa vor oder nach dem Sport, gleichen wir den Verlust wieder aus.
- Zu wenig trinken: Die Haut ist auf einen ausgeglichenen Wasserhaushalt im Körper angewiesen. Wer über längere Phasen zu wenig trinkt, sein Durstgefühl unterdrückt, etwa in Stresszeiten, nimmt der Haut ihr Feuchtigkeitspolster.
- Rauchen: Oft verrät die Haut den Raucher, da die Gesichtshaut bei vielen Rauchern blass, trocken und grau wirkt. Sie zeigt frühzeitig feine Fältchen. Das Risiko für Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, die mit trockener Haut einhergeht.
- Alkohol:
Wer Alkohol trinkt, schwitzt stärker. Allein dadurch trocknet die Haut leichter aus.
- Stress, seelische Belastungen:
Dass die Haut der Spiegel der Seele ist, kennen viele aus eigener Beobachtung. Glückliche, entspannte Lebensphasen beflügeln, ebenso wie positiver Stress und lassen die Haut frisch und rosig erscheinen. Kehrt sich befriedigende Aktivität in negative Daueranspannung um, leidet die Haut sichtbar mit. Sie wird blass und fahl, spannt, schuppt und juckt.
- Lebensalter, hormonelle Veränderungen: Verschiedene Hormone, darunter die Geschlechtshormone, beeinflussen auch den Hautzustand. Insbesondere Frauen erleben es, dass sich ihr Hauttyp im Laufe ihres Lebens verändert. Sie normalisiert sich später, etwa unter Einnahme eines Verhütungsmittels oder während der Schwangerschaft und Stillzeit. In den Wechseljahren schließlich neigt die Haut oft deutlich zu Trockenheit.
- Erkrankungen, wie z.B. die Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus, zeigt sich die Haut sehr häufig trocken, sie juckt und neigt zu Entzündungen. Mangelernährung ist zu vermeiden wichtig ausgewogene Ernährung, Vitamin- und Mineralstoffreich.
Was hilft unserer Haut?
- Schutz vor Kälte:
Packen Sie im Herbst und Winter empfindliche Partien gut ein, wenn Sie ins Freie gehen, die Hände zum Beispiel mit Handschuhen. Wappnen Sie das Gesicht mit einer fetthaltigen Creme gegen kalte Luft, und geben Sie erst wenn Sie wieder im Warmen sitzen, feuchtigkeitsspendende Produkte dazu.
- Schutz vor Sonne:
Verwenden Sie am besten Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor, und zwar nicht nur gegen die Sommersonne, sondern auch an goldenen Winter- und Frühlingstagen sowie im Gebirge und am Meer. Außerdem bewahren Hüte und luftige, helle Kleidung im Frühjahr und Sommer vor einem Zuviel an schädlichen Strahlen.
- Schutz vor Feuchtigkeitsverlusten:
Da trockene Haut nicht nur Fett, sondern insbesondere auch Feuchtigkeit braucht, helfen Sie ihr, wenn Sie ausreichend trinken. Das bedeutet, täglich mindestens 1,5 Liter geeignete Flüssigkeit (zusätzlich zum flüssigen Anteil in fester Nahrung wie etwa Obst) aufzunehmen. Menschen mit einigen Herz-, Leber- oder Nierenleiden müssen jedoch die für sie geeignete Trinkmenge mit ihrem Arzt absprechen.
- Behutsame Körperpflege: Duschen Sie mit lauwarmem Wasser, eventuell auch nur jeden zweiten Tag. Übertriebenes Waschen und heftiges Rubbeln greifen die Haut an. Gewöhnliche Seifen oder entfettende Waschgels verstärken die Trockenheitsprobleme noch. Auch häufige Peelings verträgt trockene Haut nicht gut, da ihre Hornschicht dünner und nicht so robust ist. Duftstoffe und Konservierungsmittel in Kosmetikprodukten reizen die empfindliche Haut zusätzlich. Sie kann allergisch reagieren. Rötungen und entzündliche Stellen sind die Folge.
- Verwenden Sie milde, seifenfreie, hautneutrale Dusch- und Waschgels.
Ausgiebige Vollbäder sind nichts für trockene Haut. Wählen Sie Hygiene- und Pflegeprodukte, die Feuchtigkeit spenden, rückfetten und möglichst nicht parfümiert sind. Wasser und Glycerin sollten daher bei den Inhaltsstoffen so weit vorn wie möglich stehen. Wer trockene Haut hat, darf ruhig reichlicher cremen, aber Vorsicht: Auch ein Zuviel des Guten setzt der Haut zu.
- Ein Klassiker der Körperpflege ist die Body-Creme. Cremes haben meist einen höheren Fettanteil als beispielsweise Lotionen, ziehen daher aber auch langsamer in die Haut ein. Sie sind gut geeignet für die Pflege kleinerer, besonders trockener Körperstellen, wie den Ellenbogen oder den Knien. Je schuppiger die Haut ist, desto höher sollte der Fett Anteil sein.
- Öle haben den höchsten Fettanteil. Wird ein Körperöl direkt nach dem Duschen in die noch feuchte Haut einmassiert, schließt es die Feuchtigkeit in den Poren ein und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Hautoberfläche wieder geschmeidiger wird. Einige pflanzliche Öle können zudem entzündungshemmend wirken. Der Nachteil: Viele Öle hinterlassen einen leicht klebrigen Film. Die Sorge, Öle würden die körpereigene Fettproduktion beeinflussen, ist unberechtigt. Bei ausschließlicher Anwendung können Öle aber verhindern, dass die Haut ausreichend Feuchtigkeit bekommt, was die Haut langfristig austrocknen kann. Gegen eine gelegentliche Nutzung von Körperölen spricht aber nichts. Lotionen haben im Vergleich zu Creme oder Öl den höchsten Wasseranteil, lassen sich meist leicht auftragen und ziehen schnell ein.
Welcher Zusatz ist sinnvoll?
- Urea (Harnstoff) lagert sich in den oberen Hautschichten ein und bindet dort Feuchtigkeit. Von außen aufgetragen sorgt Urea dafür, dass trockene Haut besser abschuppen kann. Die Oberfläche wird glatter. Bei normaler Haut, die gerade mal etwas trocken ist, reichen fünf Prozent Urea aus. Sehr trockene Haut verträgt auch zehn Prozent. Eine höhere Konzentration ist für diesen Einsatzbereich nicht zu empfehlen. Mit 20 Prozent Urea lässt sich bereits Hornhaut an den Füßen lösen. Wird eine Lotion oder Creme auf kleinste Verletzungen aufgetragen, kann es zu einem starken Brennen kommen. Deshalb sollte man direkt nach dem Rasieren auf Urea-haltige Produkte verzichten.
- Panthenol ist die Vorstufe von Vitamin B 5 und auch unter dem Namen Dexpanthenol bekannt. Es kann bei trockener Haut helfen, weil es die Zellerneuerung unterstützt. Panthenol ist auch bei Hautirritationen oder rissiger Haut geeignet.
geschrieben von Marvena Zeller
Freitag, den 13. März 2026
Was beeinflusst unsere Lebenserwartung?
Im Sommer war es groß in der Presse zu lesen: Die Lebenserwartung in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr wieder auf das Vor-Corona-Niveau bewegt. Während in der Pandemie die Lebenserwartung bei Frauen und Männern gesunken war, liegen nun wieder Werte wie aus dem Jahr 2019 vor – im Durchschnitt erreichen in Deutschland Frauen ein Alter von etwa 83 Jahren, Männer ein Alter von 78 Jahren.
Lebensstil hat Einfluss auf die Gesundheit
Unsere Lebenserwartung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: In Westeuropa haben wir ein gutes Gesundheitssystem, in der Regel eine freie Verfügbarkeit von sauberem Wasser und Nahrungsmitteln sowie eine gute Wohn- und Lebenssituation – dies alles führt zu einer höheren Lebenserwartung der Bevölkerung. Das ändert sich rasch, wenn es zu Krieg, Naturkatastrophen, Seuchen, Hungersnöten oder noch Schlimmeren kommt. Mitbeeinflusst wird unsere Lebenserwartung aber durchaus auch durch die Gene, die wir in die Wege gelegt bekommen. Man geht davon aus, dass in den ersten sieben bis acht Lebensjahrzehnten der Lebensstil einen stärkeren Einfluss auf unsere Gesundheit hat.
Wer sich gesund ernährt, regelmäßig Sport treibt, nicht zu viel Alkohol trinkt und Nikotin meidet, kann womöglich bis ins hohe Alter gesund leben. Wenn es um deutlich ältere Menschen geht, scheinen die Gene eine wichtige Rolle zu spielen. Aber natürlich können auch Unfälle oder oben aufgeführte Katastrophen im Einzelfall unser Leben stark verkürzen und vorzeitig beenden.
Auch die Wahl unseres Berufes oder unserer Freizeitaktivitäten beispielsweise kann durchaus eine Rolle spielen, wenn es um unsere Lebenserwartung geht. Sprich, wer risikoreiche Sportarten betreibt, geht ein höheres Risiko ein.
Wohlstandserkrankungen als Risikofaktoren
Als Risikofaktoren für eine kürzere Lebenserwartung gelten einige unserer Wohlstandserkrankungen wie Bluthochdruck, Übergewicht und Fettleibigkeit, Zuckererkrankung, Bewegungsmangel, aber auch Fehlernährung, Nikotinmissbrauch sowie übermäßiger Alkoholkonsum. An diesen Punkten besteht also durchaus eine Möglichkeit, an den Stellschrauben zu drehen.
Schon immer sehen wir unterschiedliche Lebenserwartungen für Frauen und Männer. Dazu kommen regionale Unterschiede sowohl beim Blick auf ganz Deutschland als auch auf Bremen in den einzelnen Stadtteilen. Hier zeigt sich eine Korrelation der Lebenserwartung mit den sogenannten sozioökonomischen Faktoren: Wer in Armut lebt, hat das Risiko, früher zu Tode zu kommen.
Wenn wir unsere Lebenserwartung hier in Bremen angucken, sieht man, dass die Lebenserwartung für beide Geschlechter im Vergleich mit dem Rest der Bundesrepublik tiefer ausfällt.
Auch innerhalb von Bremen gibt es eklatante Unterschiede. Männer in Gröpelingen, Walle oder Woltmershausen haben eine durchschnittlich um bis zu fünf bis sieben Jahre niedrigere Lebenserwartung als in Schwachhausen oder Oberneuland.
Was bedeutet das alles für uns?
An unserer Genetik können wir noch nichts ändern, aber unser Lebensstil ist durchaus veränderbar. Hier gilt: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Sport im Alltag, der Verzicht auf legale und illegale Drogen sind immer eine gute Herangehensweise, um die persönliche Lebenserwartung und hoffentlich auch Lebenszufriedenheit zu steigern.
In diesem Sinne bleiben Sie oder werden Sie gesund?
geschrieben von Brigitte Sauter
Freitag, den 23. Januar 2026
Akutes Nierenversagen: Ursachen, Symptome, Behandlung
Die Nieren sind lebenswichtige Organe für die Reinigung des Blutes. Sie filtern überschüssiges Wasser aus dem Blut und regulieren mit der Urinausscheidung den Flüssigkeitshaushalt des Körpers. Außerdem filtern sie Abfallstoffe wie z.B. den Harnstoff, der beim Abbau von Eiweißen entsteht, oder Medikamente und andere Giftstoffe aus dem Körper. Daneben werden in den Nieren Hormone produziert, die für die Blutbildung (Erythropoetin) oder den Knochenstoffwechsel (Calcitriol) eine wichtige Funktion haben.
Bei einer Einschränkung der Nierenfunktion können viele verschiedene Probleme auftreten: Wassereinlagerungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Störungen im Knochenstoffwechsel, um nur einige Beispiele zu nennen.
Kann zu einer lebensbedrohlichen Situation führen
Bei einer chronischen Nierenkrankheit ist die Nierenfunktion über einen längeren Zeitraum eingeschränkt. Sie entwickelt sich meistens über Monate oder Jahre, die häufigsten Ursachen sind Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck.
Bei einem akuten Nierenversagen kommt es innerhalb kurzer Zeit zu einer starken Einschränkung oder einem Verlust der Nierenfunktion, was zu einer lebensbedrohlichen Situation führt.
Ursachen eines akuten Nierenversagens
Es gibt viele Ursachen für die Entstehung eines akuten Nierenversagens. Diese werden in der Medizin in drei Gruppen eingeteilt: Ursachen, die entsprechend dem Blutfluss im Körper vor den Nieren liegen, führen zu einem prärenalen Nierenversagen (prärenal bedeutet vor den Nieren). Dieses ist mit ca. 60% die häufigste Form eines akuten Nierenversagens. Bei einem prärenalen akuten Nierenversagen werden die Nieren nicht mehr ausreichend durchblutet. Ursache dafür kann ein starker Flüssigkeitsmangel durch erhöhte Flüssigkeitsverluste infolge von anhaltendem Durchfall und Erbrechen bei einem Magendarminfekt sein, aber auch bei starkem Blutverlust durch einen Unfall oder nach großen Verbrennungen auftreten. Die übermäßige Einnahme von entwässernden Medikamenten kann weitere Ursache sein. Andererseits kann durch die Einschränkung der Pumpfunktion, z.B. bei einem Herzinfarkt, der Blutdruck plötzlich absinken und dadurch die Durchblutung eingeschränkt sein.
Ein sogenanntes intrarenales Nierenversagen kann bei Ursachen auftreten, die in den Nieren liegen und zu einer direkten Schädigung der Nieren selbst führen. Hierzu zählen beispielsweise Infektionen und Entzündungen der Nieren (Nierenbeckenentzündungen, Glomerulonephritis), Autoimmunerkrankungen, Erkrankungen der Nierengefäße wie Niereninfarkt oder Thrombose; Schadstoffe wie Drogen, aber auch nierenschädigende Medikamente wie NSAR (z.B. Ibuprofen, wenn es längerfristig und hochdosiert eingenommen wird).
Ursachen im Verlauf der Harnwege hinter den Nieren führen zu einem postrenalen Nierenversagen, wenn der Harn nicht mehr ausreichend abfließen kann. Hierzu kann es durch Nieren- oder Harnleitersteine, Verengungen der Harnröhre, beispielsweise durch Tumore oder andere Verstopfungen der Harnröhre kommen. Auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata oder ein verstopfter Blasenkatheter kann eine mögliche Ursache sein.
Symptome bei einem akuten Nierenversagen
Häufig wir ein akutes Nierenversagen zunächst nicht bemerkt. Vielleicht fällt zunächst nur eine Verminderung der Urinmenge auf. Oft wird ein akutes Nierenversagen erst im Verlauf bemerkt, wenn es zu Folgekomplikationen kommt. So kann es durch den Rückstau von zu viel Flüssigkeit im Körper zu Einlagerungen von zunächst in den Beinen und im Verlauf ggf. auch in der Lunge (Lungenödem) oder im Bauchraum (Aszites) kommen. Wenn Stoffwechselprodukte nicht mehr ausreichend über den Urin ausgeschieden werden, kann es zu einer Harnvergiftung mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen Juckreiz, Verwirrtheit bis hin zum Koma kommen.
Wie wird ein akutes Nierenversagen festgestellt?
Zunächst wird eine ausführliche Anamnese mit Fragen nach vorbestehenden Erkrankungen und der Medikamenteneinnahme erhoben und eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Außerdem folgen Laboruntersuchungen des Urins und des Blutes mit Bestimmung des Kreatinins und der glomerulären Filtrationsrate, und ggf. weitere Blutuntersuchungen wie Bestimmung eines Blutbildes, Elektrolyte, Leberwerte, im Krankenhaus Blutgasanalyse und ggf. Anlegen einer Blutkultur.
Ein Abflusshindernis lässt sich durch eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und Harnwege feststellen.
Wie wird ein akutes Nierenversagen behandelt?
Die Behandlung hängt von der jeweiligen Ursache ab. Im Falle eines Flüssigkeitsmangels wird im Krankenhaus eine Infusionsbehandlung durchgeführt. Wenn Medikamente das akute Nierenversagen ausgelöst haben, müssen diese ggf. abgesetzt, die Dosis angepasst oder durch andere Medikamente ersetzt werden. Bei einer Abflussstörung des Urins muss diese beseitigt werden wie z.B. Katheterwechsel im Falle eines verstopften Blasenkatheters oder Entfernung von Harn- oder Nierensteinen. Manchmal muss vorübergehend eine Dialyse durchgeführt werden.
Bei rechtszeitiger Behandlung erholen sich die Nieren nach einem akuten Nierenversagen meistens wieder, wenige Patientinnen und Patienten benötigen eine dauerhafte Dialyse. Neben dem Alter hat auch die Dauer der Erkrankung und eine mögliche Vorschädigung der Niere einen Einfluss auf den Verlauf.
Was können Sie vorbeugend selber tun?
Bei bestimmten Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder einer vorbestehenden chronischen Nierenerkrankung ist das Risiko für ein akutes Nierenversagen erhöht. Daher ist es sinnvoll, zur Früherkennung alle drei Jahre einen Gesundheits-Check-up machen zu lassen, um eventuell vorbestehende noch nicht bekannte Vorerkrankungen frühzeitig festzustellen. Sind diese Vorerkrankungen bereits bekannt, sollten regelmäßige Verlaufskontrollen durchgeführt werden, um die medikamentöse Einstellung eines Diabetes mellitus oder Bluthochdrucks zu überprüfen und ggf. anzupassen. Und natürlich gelten die bekannten Empfehlungen zu ausreichender Bewegung, gesunder Ernährung und Vermeidung von Übergewicht, um das Risiko für Diabetes und Herzkreislauferkrankungen so gering wie möglich zu halten.
geschrieben von Dr. Hertramph
Mittwoch, den 10. Dezember 2025
Sick day rules: So gehen Sie mit Medikamenten während Erkrankungen um
Bei den sogenannten Sick Day Rules geht es um Ratschläge für das Medikamentenmanagement während einer akuten Erkrankung. Sie sind vor allem für Patientinnen und Patienten mit chronischen Leiden wie Diabetes mellitus wichtig.
Von den Sick Day Rules habe ich erstmalig nach Einführung der sogenannten SGLT 2 Hemmer gehört, letztlich sind sie aber auch bei einer Vielzahl weiterer Medikamente anzuwenden.
Worum geht es?
Sick Days heißt übersetzt einfach: kranke Tage.
Die Einnahme von Medikamenten ist wichtig in gesunden Zeiten, also in Zeiten, in denen Sie keinen akuten Infekt haben, wo sie sich normal und ausgewogen ernähren und einem normalen Alltag nachgehen können. Wenn dies nicht gegeben ist, also wenn Sie einen akuten Infekt haben, womöglich mit hochfieberhaften Temperaturen, wenn Sie wiederholt erbrechen müssen oder heftige Durchfälle haben, wenn Sie Bauchschmerzen haben und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, wenn Sie – aus welchen Gründen auch immer – mehr als 24 Stunden fasten (Coloskopie-Vorbereitung, vor geplanten Operationen) oder eine deutliche Veränderung Ihrer normalen Ernährung (zu kohlenhydratarmer Kost) eingeleitet haben, dann sind bestimmte Medikamente mehr Gefahr als Nutzen für Sie.
Das bedeutet konkret: Diese Medikamente müssen in solchen Fällen pausiert werden.
Um welche Medikamente geht es?
- SGLT 2 Hemmer (zum Beispiel Forxiga oder Jardiance): diese werden eingesetzt bei Diabetes, chronischer Herzschwäche und chronischer Nierenschwäche
- Diabetes- Medikamente: Insulin, Metformin, Sulfonylharnstoffe
- Wasseraustreibende Medikamente wie Chlorthalidon, HCT, Xipamid und viele weitere
- Blutdrucksenker wie so genannte ACE-Hemmer (Ramipril, Lisinopril, …) oder Angiotensin Rezeptor Blocker (Candesartan, Losartan, …)
Wenn Sie eines dieser Medikamente nehmen und Sie unsicher wegen der weiteren Einnahme sind, sprechen Sie uns dringlich an.
geschrieben von Brigitte Sauter
Freitag, den 28. November 2025
Was Sie über Jodid wissen müssen
Jodid ist ein Element, das wir zwar nur in geringem Mengen zu uns nehmen müssen, aber immens wichtig für uns ist und eine zentrale Bedeutung für die Funktionsfähigkeit unseres Stoffwechsels hat. Unsere Schilddrüse ist darauf angewiesen, ohne Jodid kann sie keine Schilddrüsenhormone produzieren. Diese wiederum regulieren zahlreiche Körperfunktionen, sie wirken auf Herz und Kreislauf, regulieren den Blutdruck, steuern das Gewebewachstum und die Zellteilung und beeinflussen auch die Stimmung sowie das Körpergewicht.
Damit ist Jodid essenziell für unseren Körper. Es muss regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden, weil es nicht in größeren Mengen gespeichert werden kann. Und weil es keinen Speicherort gibt, werden bis zu 80 % des täglich aufgenommenen Jods zeitnah verbraucht.
Deutschland war lange Jodmangelregion
Lange Jahre galt Deutschland als Jodmangelregion. Erst seit den 80er-Jahren, als begonnen wurde, Jodid in Salz und auch manchen Tierfuttern zuzufügen, ist die Jodversorgung für die deutsche Bevölkerung deutlich gestiegen. Dennoch muss man davon ausgehen, dass Menschen, die in der Vergangenheit unter einem Jodmangel gelitten haben, auch heute noch die Folgen verspüren.
Das häufigste, was bei einem Jodmangel auftreten kann, ist der so genannte Kropf – die Vergrößerung der Schilddrüse, die auch mit Struma bezeichnet wird. Wer bereits eine Struma hat, ist anfälliger für Schilddrüsenknoten und auch für Schilddrüsenfunktionsstörungen, also eine Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion. Diese Probleme entwickeln sich meist über Jahre und Jahrzehnte, d.h. sie haben ihren Ursprung in der Vergangenheit.
Um einen Jodmangel feststellen zu können, muss ein Sammelurin auf Jodid erfolgen. Dies ist keine alltägliche Untersuchung.
Wieviel Jodid ist erforderlich?
Je nach Alter und Lebenssituation ist unser Bedarf an Jodid sehr unterschiedlich, Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit haben einen deutlich erhöhten Bedarf, Säuglinge und Kinder haben einen geringeren Bedarf als Erwachsene. Hierzu gibt es eine Tabelle:
| Altersklasse | Bedarf |
|---|---|
| Jugendliche und Erwachsene | 200ygr |
| Erwachsene >50 Jahre | 180ygr |
| Schwangere | 230 ygr |
| Stillende | 260 ygr |
| Säuglinge | 40-80ygr |
| Kinder bis 9 Jahre | 100-140 ygr |
| Kinder 9 bis 12 Jahre | 180 ygr |
Wie bereits erwähnt, hat die Einführung von jodiertem Speisesalz und auch das Hinzufügen von Jodid zur Tiernahrung bereits dazu geführt, dass es eine bessere Versorgung der deutschen Bevölkerung gibt. Aber auch im täglichen Leben können wir durch unsere Ernährung steuern, ob wir größere oder kleinere Mengen an Jodid zu uns nehmen. Dazu eine Übersicht: https://www.vitalstoff-lexikon.de/Spurenelemente/Jod/Lebensmittel
Für die allermeisten von uns ist es wichtig, auf eine ausreichend hohe Jodid-Zufuhr zu achten. Wenn Menschen zu viel Jodid zu sich nehmen, muss das kein Problem sein, vorausgesetzt es handelt sich um eine gesunde Schilddrüse und gesunde Nieren. Bei einer vorerkrankten Schilddrüse und bei eingeschränkter Nierenfunktion kann es allerdings zum Auftreten von Schilddrüsenüberfunktionen kommen, die je nach Ausprägung sogar lebensbedrohlich werden können. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann einhergehen mit vermehrtem Schwitzen, mit Herzrasen, mit Schlafstörungen oder Unruhe, mit Durchfällen und mit Gewichtsabnahme.
Man weiß, dass Patientinnen und Patienten, die bereits einen sogenannten heißen Knoten haben, die übermäßige Zufuhr von Jodid dazu führen kann, dass solche Knoten außer Rand und Band geraten. Dann ist eine Einschränkung der Jodid-Zufuhr erforderlich, um eine drohende Schilddrüsenüberfunktionskrise (thyreotoxische Krise) zu verhindern.
Was tun?
In solchen Fällen ist es wichtig, die Zufuhr an Fisch, Meeresfrüchten und Algen zu begrenzen. Bei normalen Verzehrmengen, also ein- bis zweimaliger Zufuhr von Fisch und Meeresfrüchten oder Algen dürfte kaum eine Überdosis über die Ernährung zu befürchten sein. Gefährlich kann es bei der Zufuhr von Röntgenkontrastmittel oder bei solchen Nahrungsergänzungsmitteln werden, die auf Algenbasis beruhen. Hier kann der Jodid-Gehalt sehr deutlich schwanken.
Weitere Infos zum Thema:
https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/jod-selen-vitamine-und-ernaehrung/
Wichtige Infos zur kommenden Impfsaison 2025/26 - Grippe-Impfstoff eingetroffen
Noch genießen wir die sommerlichen Temperaturen, aber wir alle wissen, dass der Sommer sich demnächst dem Ende zu neigt. Dies bedeutet, dass wir mit einem erneuten Anstieg von Infekten rechnen können und müssen. Und glücklicherweise ist es so, dass man sich gegen manche von diesen Infektionen auch wunderbar schützen kann.
Aktuell steigen langsam wieder die Zahlen der COVID Erkrankungen, glücklicherweise noch nicht in einem bedrohlichen Ausmaß. Generell gibt es aber weiterhin die Empfehlung, dass Menschen mit mit einer besonderen Gefährdung sich impfen lassen sollen. Dies gilt insbesondere für Menschen, die in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen leben und das entsprechende Personal dort sowie Menschen, die eine erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Insofern empfiehlt die Stiko (Ständige Impfkommission) die Impfung für Menschen in Pflegeeinrichtungen und für Menschenmit einem erhöhten Risiko, zum Beispiel durch chronische Erkrankungen der Atemwege, durch Herzkreislauferkrankungen, durch Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankung sowie durch chronische neurologische Erkrankung, Adipositas und Immundefekte sowie aktive Krebserkrankungen.
Bitte melden Sie sich bei uns in der Praxis, wenn Sie sich einer solchen Gruppe zugehörig fühlen. Für unsere Hausbesuchspatient:innen werden wir Wege finden, dort den entsprechenden Schutz aufzufrischen, alle anderen werden wir versuchen, zeitnah in der Praxis zu impfen. Leider gibt es den Impfstoff weiter nur in Mehrdosisampullen, deswegen müssen wir das Impfen sogestalten, dass kein Impfstoff vergeudet wird.
Die zweite Impfung, die vor Beginn des Herbstes, also im jetzt bald kommenden Spätsommer zu verabreichen ist, ist die so genannte
Impfung gegen RS-Viren. Dieser Impfstoff ist im letzten Jahr auf den Markt gekommen und wird empfohlen als Standardimpfung für alle Menschen über 75 Jahren sowie für alle über 60-Jährigen, die schwere Grunderkrankungen haben ähnlich wie bei der COVID-Impfung, also chronische Erkrankungen der Atemwege, chronische Herzkreislauf- und Nierenerkrankungen, Diabetes, chronische neurologische Erkrankungen und solche aus dem hämatoonkologischen Bereich sowie angeborene und erworbene Immundefekte und alle Menschen über 60 Jahre, die in einer Pflegeeinrichtung leben.
Der dritte Impfstoff, der seit Kurzem verfügbar ist, ist der gegen Influenca. Auch diese Impfung wird empfohlen für alle Menschen über 60 Jahre, diese bekommen wie auch in den letzten Jahren einen hochpotenten Impfstoff, um ein besseres Ansprechen der Impfung zu erreichen, desweiteren für chronisch Kranke jeden Alters, sowie für Schwangere und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, sowie deren Angehörige oder Pflegende.
Wenn Sie unsicher sind, welche Impfung für Sie infrage kommt, sprechen Sie uns an, damit wir den bestmöglichen Schutz für Sie festlegen können. Es ist auch möglich, eine Kombination von Impfungen zeitgleich zu verabreichen .
Bleiben Sie gesund!
geschrieben von Brigitte Sauter
Donnerstag, den 4. September 2025
Welche Ernährung bei Fettstoffwechselstörungen?
Man geht davon aus, dass in Deutschland bis zu 65 % aller Erwachsenen erhöhte Blutfette aufweisen. Wir wissen sehr gut, dass es dafür genetische Komponenten gibt. Sprich: Die Fettstoffwechselstörung wird uns schon in die Wiege gelegt. Aber es gibt auch sogenannte sekundäre Fettstoffwechselstörungen, die durch die Lebensweise oder durch Vorerkrankungen begünstigt werden. Dazu gehören übermäßiger Alkoholkonsum, Diabetes, Schilddrüsenstoffwechselstörungen, Lebererkrankungen und Übergewicht, das sogenannte metabolische Syndrom und weitere.
Blutfette lassen sich positiv beeinflussen
Das bedeutet aber auch, dass wir durchaus in der Lage sind, durch Ernährung und Bewegung unsere Blutfette positiv zu beeinflussen.
Problematisch wird es dann, wenn zu den erhöhten Blutfetten noch weitere Risikofaktoren kommen, zum Beispiel eine Zuckererkrankung oder Rauchen – dann steigt das sogenannte cardiovaskuläre Risiko, also das Risiko an Herzkreislauferkrankungen wie einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall zu erkranken, sehr deutlich. Wir wissen heutzutage, dass es weitere Faktoren gibt, die dieses Risiko weiter ansteigen lassen können, zum Beispiel das Lipoprotein A. Patientinnen und Patienten mit einer erhöhten Konzentration im Blut, müssen mit einem deutlich erhöhten Risiko rechnen, an Herzkreislauferkrankungen zu erkranken.
Deswegen fragen wir in der Praxis immer wieder, ob es neu aufgetretene Risikofaktoren in Ihrer Familie gibt. Dies kann ein Hinweiszeichen auf eine familiäre Belastung sein kann. Gleichzeitig schauen wir im Rahmen der Gesundheitsvorsorge sehr genau auf die Fette und rechnen mit Ihnen gemeinsam mit dem sogenannten Arriba-Rechner Ihr persönliches Risiko aus. Dieses nehmen wir als Grundlage, um im weiteren Verlauf die für Sie persönlich beste Herangehensweise zu finden.
Laboruntersuchung bringt Klarheit
Erhöhte Blutfettwerte kann man nicht spüren, man kann sie nur im Rahmen einer Laboruntersuchung feststellen. Deswegen lohnt es sich durchaus, die von den Krankenkassen angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Bei manchen Menschen kann man Fettablagerungen an der Haut (Xanthome) oder an den Augen (Augenringe) sehen, des Weiteren sind Fettablagerungen zum Beispiel im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung der Leber oder der Gefäße sichtbar.
Die Fette werden aufgeteilt in das Gesamtcholesterin sowie in das sogenannte gute, das HDL-Cholesterin und das sogenannte schlechte, das LDL-Cholesterin sowie die Triglyceride.
Stellschrauben im Alltag verändern
Was bedeutet das alles für uns im Alltag? Wenn die Diagnose einer Fettstoffwechselstörung gestellt wird, geht es darum zu gucken, ob es Stellschrauben gibt, die verändert werden können.
Also ist es möglich …
• Stress zu vermeiden,
• auf Nikotin oder andere Drogen zu verzichten,
• die Menge an Bewegung im Alltag zu steigern und
• vor allen Dingen auch eine Umstellung der Ernährung einzuleiten?
Diese Herangehensweise, die Umstellung des Lebensstils, ist so lange die erste Wahl wie keine Komplikationen auftreten. Sprich: Wer bereits einen Schlaganfall erlitten hat oder einen Herzinfarkt, der wird so gut wie immer mit einer fettsenkenden Medikation behandelt werden müssen.
Wie kann eine Umstellung der Ernährung aussehen?
- Verstecktes Fett und sichtbares Fett vermeiden. Bevorzugen Sie bei Wurstwaren die Sorten, wo man das schiere Fleisch erkennen kann, also Bratenaufschnitt, Kassler oder Schinken. Keine Leberwurst oder Mettwurst, weil da die Menge an Fett nicht mehr nachvollziehbar ist.
- Halten Sie sich an die mediterrane Kost, nutzen Sie gute Öle mit einfachen ungesättigten Fettsäuren wie beispielsweise Olivenöl oder Rapsöl.
- Steigern Sie die Menge an pflanzlichen Lebensmitteln, essen Sie ausreichend frisches Obst und Gemüse, nehmen Sie ballaststoffreiche Hülsenfrüchte zu sich.
- Reduzieren Sie die Menge an tierischen Lebensmitteln, denn damit wird die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Cholesterin vermindert. Wenn Sie Fleisch essen, dann verzichten Sie auf Schwein und essen lieber Geflügel, keine Innereien.
- Beim Genuss von Milch und Käse nutzen Sie die fettreduzierten Produkte. Es gibt durchaus fettreduzierte Käsesorten, die dennoch gut schmecken. Fermentierte Sauermilchprodukte wie Kefir, Joghurt und Buttermilch sind zu empfehlen.
- Setzen Sie auf fettarmen Fisch wie Forelle, Kabeljau, Scholle oder Seelachs. Vermeiden sollten Sie Schalentiere, Aal, Fischrogen und panierten Fisch.
- Bevorzugen Sie eine ballaststoffreiche Kost, also Vollkornprodukte.
- Normalisieren oder senken Sie Ihr Körpergewicht.
Übersicht der Ernährungsempfehlungen
- Fleisch
Empfohlen: fettarmes Fleisch vom Rind, wild; Geflügel wie Pute oder Hähnchen ohne Geflügelhaut
Nicht empfehlenswert: Schweinefleisch; Hammel, Schweinebauch; durchwachsener Speck, Gans, Ente, Suppenhuhn, Geflügelhaut - Wurst
Empfohlen: fettarme Wurst wie Schinken oder kalter Braten, Corned Beef, Geflügelwurst, Roastbeef
Nicht empfehlenswert: Bratwurst, Brühwurst, Mettwurst, Streichwurst, Salami - Fisch
Empfohlen: Forelle, Kabeljau, Rotbarsch, Scholle Seelachs
Nicht empfehlenswert: Aal, Karpfen, Ölsardinen, Schalen- und Krustentiere, Fischrogen, panierter Fisch - Fette
Empfohlen: Olivenöl, Distelöl, Sojaöl und Leinöl
Nicht empfehlenswert: Butter, Schmalz, Kokosfett, Palmfett, Mayonnaise, Remoulade - Milchprodukte
Empfohlen: Fettarme Milch, Buttermilch, Magermilch, Magerquark, Magerjoghurt, Hüttenkäse, Käse bis 30% Fettgehalt)
Nicht empfehlenswert: Vollmilche, Sahneprodukte, Creme fraîche, fettreiche Käsesorten - Obst
frisches Obst, getrocknetes Obst - Gemüse
Empfohlen: alle übrigen Gemüsesorten, Erbsen, Bohnen, Kartoffeln und Mais Avocado
Nicht empfehlenswert: Zubereitung wie Pommes Frites, Bratkartoffeln, Kartoffelchips - Getreideprodukte
Empfohlen: Brot, Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Hartweizen-Spaghetti ohne Ei, Hirse, Roggen, Hafer, Weizen, Naturreis
Nicht empfehlenswert: Eierteigwaren, Weißbrot, Toastbrot, Croissants, Kuchen und Gebäck - Süßes
Empfohlen: Gebäck aus Hefeteig, fettarme Sorten, Fruchtpudding, Fruchteis, Wassereis
Nicht empfehlenswert: Fettreiche Torten, Pralinen - Nüsse
alle Sorten geeignet - Getränke
Empfohlen: Mineralwasser, Obstsaft (verdünnt), Tee oder Kaffee
Nicht empfehlenswert: Milchgetränke, Kaffeesahne, Eierlikör, größere Mengen Alkohol
geschrieben von Brigitte Sauter
Mittwoch, den 8. Oktober 2025
Empfehlungen rund ums Impfen
Wir haben schon oft in separaten Beiträgen zu den verschiedensten Impfungen berichtet und aufgeklärt. Auch wenn gerade in und durch die Pandemie große Diskussionen zum Thema Impfen und Impfpflicht hochgekommen sind und mit hoher Emotionalität geführt worden sind, kann man auf jeden Fall sagen, dass Impfen schützt.
Deswegen versuchen wir als Hausarztpraxis immer wieder, Ihre Impfausweise zu kontrollieren und mit Ihnen zu besprechen, wann die nächsten Impfungen anstehen im Sinne einer Empfehlung.
Wichtige Links zum Thema
Im Gegensatz zu anderen Ländern besteht in Deutschland keine Impfpflicht. Allerdings ist es beim Thema Masern – im Sinne des Schutzes für alle – nur möglich, Gemeinschaftseinrichtungen zu besuchen, wenn ein Impfschutz gegen Masern nachgewiesen werden kann.
Damit Sie auch zu Hause Ihre Impfdokumentationen überprüfen können, fügen wir zwei Links an:
- einen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, wo die Empfehlungen vom Kindesalter bis zum Erwachsenenalter mit kurzen Erklärungen aufgeführt sind, was die einzelnen Krankheiten für Symptome verursachen: https://www.kbv.de/media/sp/kbv_flyer_vorsorgeplaner_impfen.pdf
- in dem zweiten Link vom Robert-Koch-Institut gibt es noch ausführlichere Erläuterungen zum Thema Impfen: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/infektionskrankheiten-node.html
Natürlich stehen wir Ihnen als Hausärztinnen und Hausärzte immer zu ihrer Verfügung, um mit Ihnen zu klären, wo besondere Empfehlungen auszusprechen sind und was womöglich noch fehlt.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Hausärzte Habenhausen
Termine jetzt auch online buchbar
Liebe Patientinnen, liebe Patienten,
ab sofort haben Sie die Möglichkeit, auch online Termine bei uns in der Praxis oder für das Labor zu buchen (gilt nicht für die Gesundheitsvorsorge). Einfach Wunscharzt/ärztin angeben, einen der vorgeschlagenen Termine anklicken und auf unsere Bestätigung warten: www.termin-patmed.de/p/hausaerzte-habenhausen
