Warnzeichen, Ernährung, Hygiene: Was tun bei Durchfall?
Wer unter Durchfall leidet, verliert im Körper Wasser und Mineralstoffe. Dieser Verlust sollte mit reichlich Trinken ausgeglichen werden. Auch die richtige Ernährung kann Durchfallbeschwerden lindern. Mehr über die Ursachen und Behandlungsoptionen bei akutem Durchfall.
Was ist Durchfall?
Durchfall wird definiert als das Auftreten von sehr weichem, ungeformtem oder sogar flüssigem Stuhlgang, der mehr als dreimal pro Tag auftritt. Durchfall kann akut auftreten, dann in der Regel nur wenige Tage dauernd oder kann als chronischer Durchfall auftreten, der durchaus auch über mehrere Wochen anhalten kann.
Es gibt verschiedene Ursachen für Durchfallerkrankungen:
- Im Winter erleben wir oft, gerne in Pflegeheimen oder Krankenhäusern das Auftreten von Noro-Virus-Infektionen
- Im Sommer werden Durchfälle häufig verursacht durch Campylobacter oder Salmonellen und weiteren Erreger
- Durchfall kann aber auch im Rahmen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auftreten, dann häufig auch mit Beimengungen von Schleim und/oder Blut. Das ist immer ein Grund, sich in Ihrer Hausarztpraxis vorzustellen
- Auch nach der Einnahme von Antibiotika kann es zum Auftreten von Durchfällen kommen. Dies liegt dann daran, dass die Darmflora sich verändert durch die vorherige Antibiotikaeinnahme.
- Es gibt sicher noch mehr Ursachen, beispielsweise durch Medikamente, Hormonstörungen, Unverträglichkeiten oder andere Gründe
Diagnose
In der Praxis fragen wir im Rahmen der Abklärung immer nach Form, Farbe, Beimengungen des Stuhls, nach begleitenden Symptomen, aber auch nach Miterkrankten oder vorangegangenen Reisen oder anderen Aufenthalten. Gegebenenfalls erfolgen weitere körperliche Untersuchungen und womöglich Diagnostik durch Blut- und Stuhluntersuchungen oder Ultraschall.
Warnzeichen
Das Problem bei Durchfallerkrankungen ist, dass es durch den weichen, flüssigen Stuhl zu einem Flüssigkeitsverlust kommen kann, der gerade bei kleinen Kindern oder älteren Menschen zum Austrocknen führen kann. Dies würde man zum Beispiel merken, wenn die betroffene Person lethargisch oder verwirrt wird oder über Schwindel klagt, wenn die Zunge trocken ist oder die Hautfalten stehen. Dies sind alles Warnzeichen, bei denen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss.
Zusammen mit dem veränderten Stuhl kommt hinzu, dass über den Darm wertvolle Salze verloren gehen. Deswegen sollten Menschen mit einer Durchfallerkrankung viel trinken, sich körperlich schonen und gerne viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen.
Hygiene
Ganz wichtig: Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Betroffene unbedingt die entsprechenden Hygieneregeln beachten. Es gilt regelmäßig und häufig die Hände zu waschen, die Toilette gründlich zu reinigen und entsprechende Kleidung und Handtücher wenn möglich bei mindestens 60 Grad zu waschen und auf Sauberkeit und Hygiene bei der Zubereitung von Speisen zu achten.
Flüssigkeit
Bei Durchfall reicht die Zufuhr von Wasser allein nicht. Wenn Sie eine Durchfallerkrankung haben, ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass Sie genug Salz und Zucker zu sich nehmen.
Versuchen Sie ausreichend zu trinken: mindestens 2 Liter am Tag (jemand mit einer Herzschwäche muss dies womöglich mit dem behandelnden Arzt besprechen). Lassen Sie den schwarzen oder grünen Tee länger ziehen, dann werden mehr Gerbsäureanteile aufgenommen. Auch Matetee, Pfefferminztee, Kamillentee oder Kümmeltee bieten sich an. In den Tee können Sie jeweils eine kleine Menge Zucker und eine Prise Salz geben. Sie können auch Leitungswasser oder stilles Mineralwasser trinken. Auf jeden Fall sollten Sie auf alkoholische Getränke und auf Milchprodukte verzichten.
Auch eine schöne Apfelsaftschorle bietet eine gute Kombination aus Flüssigkeit mit ein bisschen Geschmack und Zucker. Viele greifen zurück auf eine Zufuhr von Elektrolytlösung. Diese gibt es einerseits in entsprechenden Apotheken oder Fachmärkten zu kaufen. Sie können sie aber auch selber zubereiten: Dafür nehmen Sie 1 Liter abgekochtes Leitungswasser oder stilles Mineralwasser und rühren jeweils einen Teelöffel Kochsalz und Backpulver hinzu, des Weiteren zwei Esslöffel Zucker und ein bisschen Orangensaft oder Apfelsaft. Diese Mischung können Sie in kleinen Schlucken bei Durchfall zu sich nehmen.
Ernährung
Während einer akuten Durchfallepisode sollten Sie eine leichtverträgliche Kost zu sich nehmen, gerne auch Speisen, die die Stuhlkonsistenz festigen, also beispielsweise Zwieback, Reis oder Bananen. Auch Reis- oder Haferschleim können stopfend wirken, alternativ können auch Dinkel- und Weizenflocken, aber auch Graupen oder Stärke genutzt werden. Zudem bieten sich Kartoffeln oder Möhren zu Brei oder Suppe gekocht an. Und auch der geriebene Apfel (pektinhaltig) oder die gematschte Banane sind hilfreich.
Verzichten sollten Sie auf fettige Speisen! Auch Süßstoffe können durchfallfördernd wirken. Das Märchen von Salzstangen und Cola als Zaubermittel können sie getrost vergessen. Im Salz der Salzstangen fehlen wichtige Salze, so dass der Mineralverlust nicht ausgeglichen werden kann und Cola enthält zu viel Zucker und kann den Durchfall damit noch verstärken. Und wie schon oben erwähnt: Verzichten Sie bitte auf Milchprodukte, der enthaltene Milchzucker kann auch wieder abführend wirken! In der Akutphase sollten Sie auch auf rohes Gemüse und Obst verzichten. Flohsamen können Flüssigkeit binden und auf diesem Weg hilfreich sein.
Wichtig: Eine medikamentöse Therapieempfehlung muss immer abhängig von den Ursachen gestaltet werden, nicht alles ist für alle Betroffenen geeignet.
geschrieben von Brigitte Sauter
Donnerstag, den 30. April 2026
