Was Sie über Jodid wissen müssen

Jodid ist ein Element, das wir zwar nur in geringem Mengen zu uns nehmen müssen, aber immens wichtig für uns ist und eine zentrale Bedeutung für die Funktionsfähigkeit unseres Stoffwechsels hat. Unsere Schilddrüse ist darauf angewiesen, ohne Jodid kann sie keine Schilddrüsenhormone produzieren. Diese wiederum regulieren zahlreiche Körperfunktionen, sie wirken auf Herz und Kreislauf, regulieren den Blutdruck, steuern das Gewebewachstum und die Zellteilung und beeinflussen auch die Stimmung sowie das Körpergewicht. 

Damit ist Jodid essenziell für unseren Körper. Es muss regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden, weil es nicht in größeren Mengen gespeichert werden kann. Und weil es keinen Speicherort gibt, werden bis zu 80 % des täglich aufgenommenen Jods zeitnah verbraucht.

Deutschland war lange Jodmangelregion
Lange Jahre galt Deutschland als Jodmangelregion. Erst seit den 80er-Jahren, als begonnen wurde, Jodid in Salz und auch manchen Tierfuttern zuzufügen, ist die Jodversorgung für die deutsche Bevölkerung deutlich gestiegen. Dennoch muss man davon ausgehen, dass Menschen, die in der Vergangenheit unter einem Jodmangel gelitten haben, auch heute noch die Folgen verspüren.
 
Das häufigste, was bei einem Jodmangel auftreten kann, ist der so genannte Kropf – die Vergrößerung der Schilddrüse, die auch mit Struma bezeichnet wird. Wer bereits eine Struma hat, ist anfälliger für Schilddrüsenknoten und auch für Schilddrüsenfunktionsstörungen, also eine Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion. Diese Probleme entwickeln sich meist über Jahre und Jahrzehnte, d.h. sie haben ihren Ursprung in der Vergangenheit.

Um einen Jodmangel feststellen zu können, muss ein Sammelurin auf Jodid erfolgen. Dies ist keine alltägliche Untersuchung. 

Wieviel Jodid ist erforderlich?
Je nach Alter und Lebenssituation ist unser Bedarf an Jodid sehr unterschiedlich, Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit haben einen deutlich erhöhten Bedarf, Säuglinge und Kinder haben einen geringeren Bedarf als Erwachsene. Hierzu finden Sie am Ende der Seite eine Tabelle.

Wie bereits erwähnt, hat die Einführung von jodiertem Speisesalz und auch das Hinzufügen von Jodid zur Tiernahrung bereits dazu geführt, dass es eine bessere Versorgung der deutschen Bevölkerung gibt. Aber auch im täglichen Leben können wir durch unsere Ernährung steuern, ob wir größere oder kleinere Mengen an Jodid zu uns nehmen. Dazu eine Übersicht: https://www.vitalstoff-lexikon.de/Spurenelemente/Jod/Lebensmittel

Für die allermeisten von uns ist es wichtig, auf eine ausreichend hohe Jodid-Zufuhr zu achten. Wenn Menschen zu viel Jodid zu sich nehmen, muss das kein Problem sein, vorausgesetzt es handelt sich um eine gesunde Schilddrüse und gesunde Nieren. Bei einer vorerkrankten Schilddrüse und bei eingeschränkter Nierenfunktion kann es allerdings zum Auftreten von Schilddrüsenüberfunktionen kommen, die je nach Ausprägung sogar lebensbedrohlich werden können. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann einhergehen mit vermehrtem Schwitzen, mit Herzrasen, mit Schlafstörungen oder Unruhe, mit Durchfällen und mit Gewichtsabnahme. 

Man weiß, dass Patientinnen und Patienten, die bereits einen sogenannten heißen Knoten haben, die übermäßige Zufuhr von Jodid dazu führen kann, dass solche Knoten außer Rand und Band geraten. Dann ist eine Einschränkung der Jodid-Zufuhr erforderlich, um eine drohende Schilddrüsenüberfunktionskrise (thyreotoxische Krise) zu verhindern. 
 
Was tun?
In solchen Fällen ist es wichtig, die Zufuhr an Fisch, Meeresfrüchten und Algen zu begrenzen. Bei normalen Verzehrmengen, also ein- bis zweimaliger Zufuhr von Fisch und Meeresfrüchten oder Algen dürfte kaum eine Überdosis über die Ernährung zu befürchten sein. Gefährlich kann es bei der Zufuhr von Röntgenkontrastmittel oder bei solchen Nahrungsergänzungsmitteln werden, die auf Algenbasis beruhen. Hier kann der Jodid-Gehalt sehr deutlich schwanken.

Weitere Infos zum Thema: 

https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/jod-selen-vitamine-und-ernaehrung/
Altersklasse Bedarf
Jugendliche und Erwachsene 200ygr
Erwachsene >50 Jahre 180ygr
Schwangere 230 ygr
Stillende 260 ygr
Säuglinge 40-80ygr
Kinder bis 9 Jahre 100-140 ygr
Kinder 9 bis 12 Jahre 180 ygr
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