Gesund bleiben trotz Hitze
Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, freuen sich die meisten über Sonnenschein und Aktivitäten im Freien. Doch vor allem die zunehmenden Hitzewellen können für einige Menschen zur großen Belastung werden.
Die Erfahrungen der letzten besonders heißen Sommer haben gezeigt, dass Hitze einen deutlichen Einfluss auf die Sterberate ausübt. Das sollte uns dazu bringen, unser eigenes Verhalten bei hohen Temperaturen anzupassen.
Hier sind ein paar Tipps, worauf man besonders achten sollte:
- Tägliche Trinkmenge: Am besten mindestens 2 Liter am Tag. Vielen älteren Menschen fällt das oft schwer, womöglich liegt bei ihnen eine Herzschwäche vor. Dann sollte das individuelle Mindestvolumen besprochen werden. Manchmal handelt es sich dabei um eine Gratwanderung, genug für die Niere, und nicht zu viel für das Herz.
- Getränke sichtbar bereitstellen:
Das erleichtert am Ende des Tages den Überblick zu bewahren und die genaue Trinkmenge ausrechnen zu können.
- Schwitzen:
Wer viel schwitzt, muss besonders auf seinen Salzhaushalt achten.
- Ernährung:
Essen Sie lieber kleinere Portionen. Achten Sie darauf, dass die Kühlkette bei Lebensmitteln eingehalten wird, also lieber kleinere Mengen kaufen und zubereiten. Wenn Sie Fleisch zubereiten, achten Sie darauf, dass es durchgegart ist. Die Rate an infektiösen Durchfällen steigt im Sommer rapide an (Durchfall begünstigt Austrocknen weiter).
- Im Freien:
Draußen sollten Sie auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten, tragen Sie leichte Kleidung, bedecken Sie ihren Kopf und Nacken. Gerade kleine Kinder, aber auch Menschen ohne Haare sind besonders gefährdet.
- Verdunkeln und Lüften:
Verdunkeln Sie tagsüber das Zuhause durch Vorhänge und Rollläden. Lüften am besten in den frühen Nacht- und Morgenstunden. Wenn es in den eigenen vier Wänden zu heiß wird: Unter
https://hitzeportal.bremen.de/kuehle-orte-1471 finden Sie eine Karte mit kühlen Orten in Bremen.
- Ventilatoren: Manche Menschen empfinden sie als angenehm, das ist sicher Geschmackssache. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Sie keinen Zug bekommen und sich erkälten. Wenn Sie zum Beispiel bei der Arbeit oder bei einer Reise in einem Hotelzimmer eine Klimaanlage haben, stellen Sie die Raumtemperatur nicht zu tief ein.
- Körperliche Betätigungen: In der Hitze sollten Sie sich nicht überfordern, körperliche Höchstleistungen sind nicht sinnvoll. Wenn Sie sich körperlich betätigen wollen, dann in den kühleren Tagesabschnitten und nicht in der prallen Sonne.
Und was kann passieren?
- Bei einem sogenannten Sonnenstich kommt es zum Auftreten von Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und womöglich auch Nackenschmerzen. Er entsteht durch zu intensive Sonnenbestrahlung des Kopfs: Dies führt zu einem Wärmestau und einer Reizung der Hirnhäute. Dann gilt, den Patienten an einen kühleren Ort zu bringen, den Körper abzukühlen und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Im Notfall muss der Notruf getätigt werden.
- Beim Austrocknen kann die Körpertemperatur ansteigen, durchaus auf bis zu 40 Grad. Patient:innen klagen über Fieber, Wärmegefühl, Sehstörungen, Schwindel, schnellen Puls und niedrigen Blutdruck, allgemeine Schwäche und Müdigkeit. Unbedingt Flüssigkeitshaushalt auffüllen und die Vitalwerte kontrollieren.
- Beim Hitzschlag steigt die Temperatur auf über 40° Grad, Symptome wie Bewusstseinstrübung, Erregung, Krämpfe bis zum Koma können auftreten. Der Blutdruck fällt, der Puls steigt. Ein Hitzschlag kann bis zum Tod führen. Deswegen stellt er einen medizinischen Notfall dar und bedarf sofortiger medizinischer Hilfe.
Tipps bei Hitze beherzigen
Generell können schwere Komplikationen oft verhindert werden, wenn wir uns an die oben angeführten Empfehlungen halten. Es ist außerdem sinnvoll, Drogen (vor allem Amphetamine und Kokain, aber am besten alle Drogen) und Alkohol zu meiden, da dies zu einer erhöhten Wärmeproduktion führen kann.
Auch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel wasseraustreibende Präparate können in Hitzeperioden problematisch werden. Auch wer übergewichtig ist, an einer Schilddrüsenüberfunktion leidet oder Fieber hat, hat ein höheres Risiko.
Deswegen: Berücksichtigen Sie die oben angeführten Empfehlungen.
Weitere Infos und Verhaltenstipps gibt es im Hitzeknigge: https://www.umweltbundesamt.de/en/publikationen/der-hitzeknigge
Kommen Sie gesund durch den Sommer!
geschrieben von Brigitte Sauter
Dienstag, den 21. Juli 2026
