Wissenswertes zur HPV-Impfung
Schon seit längerer Zeit gibt es eine so genannte HPV-Impfung. HPV ist die Abkürzung für humane Papillomaviren.
Oft sind Infektionen mit dem HP-Virus symptomlos und heilen häufig von selbst aus. Symptome sind beispielsweise Genitalwarzen (Feigwarzen) mit zum Beispiel blumenkohlartigen Wucherungen im Anal- und Genitalbereich, Juckreiz und Blutungen beim Geschlechtsverkehr oder unregelmäßige Blutungen. Im schlimmsten Fall kann es zu Krebserkrankungen kommen.
Nach einer Infektion kann es durchaus Wochen bis Monate dauern, bis Warzen sichtbar werden. Es gibt aber auch viele Infektionen, die ein Leben lang unbemerkt bleiben. Deswegen ist die Untersuchung auf HPV-Befall im Rahmen der Krebsvorsorge bei der Gynäkologin oder beim Gynäkologen mittlerweile Standard.
STIKO empfiehlt Impfung für alle Kinder zwischen 9 und 14 Jahren
Man unterscheidet verschiedene Unter-Formen der HPV-Viren: die mit einem so genannten Niedrigrisiko und die mit einem so genannten Hochrisiko. Die Niedrig-Risiko-HP-Viren sind harmlos, die anderen können – wie der Name schon andeutet – über die Zeit bis zur Bildung von Krebsvorstufen und Krebserkrankungen führen. HPV-Viren werden vor allen Dingen durch intime Haut- und Schleimhautkontakte übertragen, also bei intensivem Küssen, beim Petting und natürlich auch beim Sex.
Die Übertragung kann bereits beim ersten Körperkontakt stattfinden, sprich, wenn ein Schutz aufgebaut werden soll gegen diese Viren, ist es sinnvoll, dies bereits im jungen Alter zu tun. Und hier kommt das Impfen ins Spiel.
Schon seit vielen Jahren empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) die zweimalige HPV-Impfung für alle Kinder ab dem Alter von neun bis zum Alter von 14 Jahren. Dies ist eine Standardimpfung, die von den Krankenkassen übernommen wird. Bisher war es so, dass diese Impfung bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden konnte. Zu Beginn wurden nur Mädchen mit der HPV-Impfung versorgt. Mittlerweile weiß man, dass auch bei Männern das humane Papillomviren Krebsarten begünstigen kann, so dass seit einigen Jahren die Impfung standardmäßig für alle minderjährigen Mädchen und Jungen von den Krankenkassen übernommen wird.
Auch junge Erwachsene können sich noch impfen lassen
Am besten ist die Impfung vor der ersten sexuellen Aktivität. Der Schutz durch die HPV-Impfung wird geringer bei älteren Jugendlichen, welche bereits sexuell aktiv gewesen sind. Und dennoch spricht einiges dafür, auch ungeimpfte ältere Jugendliche zu impfen. Wer nach dem 14. Lebensjahr geimpft wird, muss insgesamt drei Impfungen bekommen, um einen kompletten Impfschutz aufzubauen
Mittlerweile ist es so, dass viele Krankenkassen die Kosten für eine HPV-Impfung auch bei jungen Erwachsenen bis zum Alter von circa 26-27 Jahren übernehmen. Was bedeutet das konkret? Wenn Sie bisher ungeimpft sind und sich in dieser Altersklasse befinden, können Sie sich den Impfstoff in unserer Praxis verschreiben lassen, wir impfen Sie und Sie gehen mit dem Rezept und dem Impfpass als Nachweis über die durchgeführte Impfung zu Ihrer Krankenkasse und stellen dort einen Antrag (ein entsprechendes Antragsformular bekommen Sie auch bei uns) und können sich die Kosten von ihrer Krankenkasse erstatten lassen. Dies tun noch nicht alle Krankenkassen, Sie können im Vorfeld mit ihrer Krankenkasse Kontakt aufnehmen. Vieles spricht dafür, dies zu tun, weil Sie damit nicht nur sich selbst vor möglichen späteren HPV-verursachten Krebserkrankungen schützen können, sondern auch womöglich Ihren Sexualpartner/partnerin.
Je mehr Menschen gegen HPV geimpft sind, desto weniger gibt es HPV-bedingten Krebs in der Zukunft. Man geht davon aus, dass in Deutschland jedes Jahr etwa 10.000 Menschen an einem HPV-bedingten Krebs erkranken von 7.000 Frauen und 3.000 Männern. Wir reden über Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebsvorkommen im Analbereich, im Vulva- und Vaginalbereich, am Penis sowie im Mund und Rachenbereich.
Sprechen Sie uns bei Fragen gerne an!
geschrieben von Brigitte Sauter
Mittwoch, den 16. September 2026
