Vorhofflimmern - Ursachen und Behandlung

In der Regel nimmt man das Herz gar nicht war, wenn es normal schlägt. Das kann sich aber ändern, wenn es plötzlich zu einem Vorhofflimmern kommt. Viele Patienten verspüren, dass das Herz nicht mehr so gleichmäßig schlägt, wie es soll und suchen daher einen Arzt auf. Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung mit ca. 2 Millionen betroffenen Patientinnen und Patienten in Deutschland.

Doch wie funktioniert eigentlich ein Herz? Der normale Herzrhythmus ist der sogenannte Sinusrhythmus. Bei jedem Herzschlag zieht sich der Herzmuskel zusammen und pumpt dadurch das Blut in den Kreislauf. Die Erregung des Herzmuskels wird über elektrische Impulse gesteuert: Der erste Impuls entsteht in einem Nervengeflecht in der Wand des rechten Vorhofs, dem sogenannten Sinusknoten. Diese Erregung breitet sich danach gleichmäßig über beide Vorhöfe zu den Herzkammern hin aus und führt dazu, dass sich nacheinander zunächst die Vorhöfe und anschließen die Herzkammern zusammenziehen.

Was ist ein Vorhofflimmern?
Beim Vorhofflimmern ist dieser geordnete normale Ablauf gestört. Es entstehen stattdessen gleichzeitig ganz viele kleinste Erregungswellen unterschiedlichen Ursprungs in den Vorhöfen, sodass ein normales Zusammenziehen nicht mehr stattfinden kann. Dabei wird die elektrische Erregung unregelmäßig von den Vorhöfen auf die Herzkammern übergeleitet, sodass der Puls unregelmäßig und oft schnell ist.

Welche Symptome können auftreten?
Das häufigste Symptom beim Vorhofflimmern ist ein Herzstolpern oder Herzrasen, das man in der Brust oder am Hals spüren kann. Meistens schlägt das Herz schneller oder unregelmäßig. Während ein normaler Ruhepuls meist zwischen 60 und 90 Schlägen pro Minute beträgt, kann er bei Vorhofflimmern auf 120 bis 160 Schläge pro Minute ansteigen. Andere Symptome können Benommenheit und Schwindel sein oder einer Verringerung der Belastbarkeit mit Schwächegefühl und rascher Erschöpfung.  Gelegentlich können auch ein Beklemmungsgefühl, Brustschmerzen oder Angstzustände auftreten. In ca. einem Drittel der Fälle besteht jedoch ein asymptomatisches Vorhofflimmern, ohne dass die Patientinnen und Patienten typische Symptome verspüren. Nicht selten wird es dann zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung festgestellt oder macht sich erst durch Komplikationen bemerkbar.

Welche Ursachen gibt es?
Vorhofflimmern kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Zu den am häufigsten assoziierten Erkrankungen zählen Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz. Allerdings kann eine Herzschwäche auch Folge eines Vorhofflimmerns sein. Bluthochdruck wird bei mehr als der Hälfte der Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern festgestellt, eine koronare Herzkrankheit liegt bei ca. 20 Prozent der Patienten vor.

Akut auslösende Erkrankungen können Entzündungen des Herzmuskelgewebes, Lungenembolien und Lungenerkrankungen, aber auch hormonelle Erkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion sein. Nach deren Abklingen kann sich ein normaler Sinusrhythmus aber durchaus auch wieder dauerhaft einstellen.

Das Risiko für das Auftreten von Vorhofflimmern steigt vor allem mit zunehmendem Lebensalter, etwa 10 Prozent der Menschen zwischen 70 und 80 Jahren leiden daran. Es gibt auch Risikofaktoren, für die man zumindest teilweise selbst etwas tun kann – darunter starker oder häufiger Alkoholkonsum, Rauchen, deutliches Übergewicht, Diabetes mellitus oder Schlafapnoe.

Verschiedene Formen des Vorhofflimmerns
Je nach Dauer werden verschiedene Formen des Vorhofflimmerns unterschieden. Oft beginnt ein Vorhofflimmern anfallsartig und hört nach kurzer Zeit von selbst wieder auf. Dann handelt es sich um ein sogenanntes intermittierendes oder paroxysmales Vorhofflimmern. Hierbei kommt es zu einem spontanen Abklingen innerhalb von 7 Tagen, meistens nach weniger als 48 Stunden. Es kann aber auch im Verlauf der Zeit zu längeren Episoden kommen oder als dauerhaftes Vorhofflimmern vorliegen. Ein persistierendes Vorhofflimmern beendet sich nicht von selbst, wohl aber durch medizinische Maßnahmen. Ein permanentes Vorhofflimmern lässt sich auch durch medizinische Maßnahmen nicht beenden.

Ist Vorhofflimmern gefährlich und muss jedes Vorhofflimmern behandelt werden?
Die Behandlung von Vorhofflimmern hat zwei Ziele: Einerseits soll einem Schlaganfall vorgebeugt werden, zum anderen sollen eventuell bestehende Beschwerden durch den gestörten Herzschlag wie z.B. Herzrasen beseitigt oder zumindest verringert werden.

Vorhofflimmern ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich, es erhöht jedoch ebenso wie Bluthochdruck das Risiko für einen Schlaganfall. Das persönliche Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, hängt neben dem Alter auch davon ab, ob weitere Risikofaktoren aufgrund evtl. bestehender Begleiterkrankungen bestehen. Es kann bis über 10 Prozent pro Jahr betragen. Etwa 15 Prozent aller Schlaganfälle sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen. Durch das Vorhofflimmern können sich durch Veränderungen des Blutflusses und der Fließgeschwindigkeit in den Vorhöfen kleine Blutgerinnsel bilden. Diese können mit dem Blutstrom fortgeschwemmt werden und im Körper Blutgefäße verstopfen. Am häufigsten geschieht dies im Gehirn, was man als Schlaganfall bezeichnet. Daher ist in vielen Fällen eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten wie z.B. Marcumar erforderlich, um das Schlaganfallrisiko zu reduzieren.

Risikoermittlung und Behandlung
Das Risiko ist hoch bei einem Lebensalter von über 65 Jahren, wenn bereits Schlaganfälle oder Embolien stattgefunden haben, wenn eine eingeschränkte Herzfunktion oder koronare Herzerkrankung vorliegt, andere Gefäßerkrankungen oder auch andere Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Zuckerkrankheit bestehen. Es können aber auch jüngere Patientinnen und Patienten ohne vorliegende Begleiterkrankungen Vorhofflimmern haben, bei denen das Schlaganfallrisiko auch ohne Gerinnungshemmung nur sehr gering ist. Daher wird zur Therapieentscheidung, ob eine gerinnungshemmende Behandlung nötig ist, mithilfe eines Scores (CHA2DS2-VASc-Score) das jeweilige individuelle Risiko ermittelt.

Da beim Vorhofflimmern der Puls meistens zu schnell ist, wird die Herzfrequenz in der Regel zunächst medikamentös mit Hilfe eines Betablockers gesenkt. Das führt zur Entlastung des Herzens und lindert die Beschwerden. Diese Form der Behandlung wird als Frequenz-Kontrolle bezeichnet. Bei anhaltendem Vorhofflimmern kann eine Wiederherstellung eines normalen Sinusrhythmus durch Anwendung von gezielten elektrischen Impulsen, einer sogenannten elektrischen Kardioversion, erreicht werden. Dieses geschieht in der Regel in der Klinik unter einer Kurznarkose. Diese Form der Therapie wird als Rhythmus-Kontrolle bezeichnet. Die Aussichten, anschließend einen dauerhaften Sinusrhythmus zu behalten, sind umso größer, je früher das Vorhofflimmern entdeckt wird.

Sollten die geschilderten Maßnahmen nicht zum Erfolg bzw. zur Linderung der Beschwerden führen, können ggf. weitere Behandlungsmöglichkeiten wie eine Katheterablation oder die Implantation eines Okkluders zum Verschluss des linken Vorhofohrs in Erwägung gezogen werden.

Was können Sie selbst zur Vorsorge einer Herzrhythmusstörung tun?
Zunächst müssen die Erkrankungen behandelt werden, die die Entstehung von Herzrhythmusstörungen begünstigen. Man kann darüber hinaus aber selbst viel tun, um das Herz gesund zu erhalten – und damit auch einem Vorhofflimmern vorzubeugen:

-       mit dem Rauchen aufhören
-       auf eine ausgewogene Ernährung achten 
-       bei Übergewicht etwas abnehmen
-       sich mehr bewegen
-       Alkohol nur in moderaten Mengen trinken 
-       bei Bluthochdruck auf eine salzarme Ernährung achten.

Wenn Sie an weiteren Informationen interessiert sind, können Sie sich aus dem Internet eine sehr gute Patienten-Informationsbroschüre herunterladen: https://www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de/sites/default/files/redaktion/dateien/2020/AFNET_Patientenbroschüre_Neuauflage%202018_final_20180220_0.pdf

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Nach dem Hype in den 1990er und den frühen 2000er Jahren über Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ist mittlerweile in Studien klar geworden, dass zwar die Wirkung sehr gut ist, aber eine dauerhafte Anwendung durchaus auch bleibende Schäden, wie zum Beispiel eine Osteoporose, nach sich ziehen kann. In kleinen Mengen sind die oben angeführten Wirkstoffe in den Apotheken frei verkäuflich. Es gibt aber immer wieder Menschen, die anhaltende Beschwerden wie Sodbrennen beklagen und dann auch dauerhaft sogenannte PPI (Protonenpumpenhemmer) nehmen wollen. Patientinnen und Patienten, die unter anhaltenden Beschwerden leiden, kommen auf Dauer nicht um eine Magenspiegelung herum. Manchmal kommen dabei Krankheitsbilder zum Vorschein, die ohne dauerhafte Behandlung in bösartigen Krankheiten enden können. Oft aber ist es so, dass auch mit etwas Lebensstiländerung auf einen Teil oder alle Medikamente verzichtet werden kann. Was kann konkret helfen? Es ist sinnvoll, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt großer Mengen auf einmal. Halten Sie einen Abstand von 3 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen ein. Es sollte keine enge Kleidung getragen werden, weil diese auf den Magen drücken und so zum Aufsteigen des sauren Magensaftes führen kann. Genussmittel wie saure Säfte oder Wein, aber auch andere hochprozentige Alkoholika und Nikotin können Sodbrennen verursachen und sollten deswegen reduziert oder gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Auch andere säurehaltige Speisen wie Fruchtsäfte, Tomaten oder saure Beeren und auch kohlensäurehaltige Getränke sollten eher gemieden werden. Wer immer wieder unter Sodbrennen leidet, sollte beobachten, wann die Beschwerden auftreten. Wer nachts Beschwerden hat, kann versuchen, den Oberkörper höher zu lagern, zum Beispiel mit einem verstellbaren Lattenrost. Damit kann das Zurücklaufen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre verhindert werden. Manchen Menschen hilft es, auf der rechten Körperseite zu schlafen, auch dann kann der Magensaft schlechter in die Speiseröhre zurücklaufen. Reduzieren Sie ihr Gewicht, wenn Sie Übergewicht haben; damit senkt sich der Druck im Bauchraum Wenn Sie zu Verstopfung neigen, sorgen sie für eine regelmäßige Stuhlentleerung. Das Pressen bei der Darmentleerung kann auch zu einem Hochlaufen des Magensaftes führen. Vermeiden Sie Tätigkeiten, wo Sie regelmäßig kopfüber arbeiten müssen, dies erhöht den Druck im Bauchraum Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, dann achten Sie darauf, diese mit genügend Flüssigkeit einzunehmen, damit die Tabletten auch im Magen landen und nicht davor in der Speiseröhre kleben bleiben. Was hilft noch? An rezeptfreien Alternativen fällt vielen sicher zuerst das gute alte Natron ein, gelegentlich angewandt in kleinen Mengen kann es aufgelöst in wenig Wasser die überschüssige Säure binden. Bei zu häufiger Anwendung kann es zu einer Verschiebung in unserem Säurehaushalt führen; deswegen ist Vorsicht geboten. Durch Kaugummi-Kauen wird Speichel produziert, dieser kann in kleinen Mengen den Magensaft neutralisieren. Dieses Mittelchen ist sicher aus den verschiedensten Gründen nicht für jeden geeignet. Auch ein Glas Milch oder säurearmer Tee (zum Beispiel Kamille) können Linderung bringen. Des Weiteren gibt es verschiedene Teemischungen gegen Sodbrennen: eine Mischung aus Kamille, Malve und Eibisch kann einen gereizten Magen beruhigen Fenchel-Anis-Kümmel-Tee ist wohltuend für den Magen-Darm-Trakt bekannt und durchaus schmackhaft Kamille-Fenchel-Süßholzwurzel-Tee Auch andere freiverkäufliche Medikamente können hilfreich gegen Sodbrennen sein, das sollte aber in einem Gespräch geklärt werden, weil nicht alles für jeden zu jeder Zeit das Richtige ist. Manchmal ist es so, dass Patientinnen und Patienten schon lange Säurehemmer genommen haben und gerne die Dosis reduzieren wollen oder sollen. Dann ist es sinnvoll, langsam mit der Dosis runterzugehen, also, nicht von heute auf morgen alles abzusetzen, sondern das Medikament erst mal jeden zweiten und dann jeden dritten Tag einzunehmen. Der Wirkstoff hat eine lange Wirkdauer, so dass dies durchaus funktionieren kann. Und wenn beim Ausschleichen Beschwerden auftreten, dann können genau diese Hausmittel hilfreich sein. geschrieben von Brigitte Sauter Dienstag, den 7. April 2026
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