Aneurysma der Bauchaorta – eine Früherkennung kann Leben retten

In Deutschland sterben pro Jahr rund 10.000 Menschen an einem geplatzten Bauchaortenaneurysma (BAA). Deshalb empfehlen Mediziner eine Vorsorgeuntersuchung für alle Männer ab 65 Jahren sowie für Jüngere mit einem erhöhten Risiko. Doch was steckt eigentlich dahinter und wer ist besonders gefährdet?

Riss kann lebensbedrohlich sein
Die Bauchaorta ist der Teil der Hauptschlagader, die in der Bauchhöhle verläuft. Sie ist das größte Blutgefäß im Bauch und hat normalerweise einen Durchmesser von bis zu 2 cm.

Mit zunehmendem Alter kann sich die Bauchschlagader ausdehnen und sich eine Ausbuchtung bilden. Kommt es zu einer Ausbuchtung mit einem Durchmesser von mehr als 3 cm, spricht man von einem Aneurysma der Bauchschlagader, ein sogenanntes Bauchaortenaneurysma.

Normalerweise verursacht ein solches Aneurysma keine Beschwerden, sodass es unbemerkt bleibt.
Die meisten Aneurysmen bleiben auch im Verlauf harmlos. Ein Aneurysma kann sich allerdings auch weiter ausdehnen. Dies geschieht meistens nur langsam. Nur ein Teil aller Aneurysma kann so groß werden, dass ein Risiko für einen plötzlichen Einriss besteht. Ein Riss eines Bauchaortenaneurysmas stellt einen lebensbedrohlichen Notfall dar, da es zu einem Austritt von viel Blut in der Bauchhöhle kommt. Das Risiko für einen Einriss ist höher, wenn ein Aneurysma schnell wächst oder eine Größe von mindestens 5,5 cm erreicht hat. 

Männer sind wesentlich häufiger betroffen
Etwa zwei Prozent der Männer im Alter von 65-75 Jahren haben ein Bauchaortenaneurysma, Frauen sind wesentlich seltener betroffen. Nach groben Schätzungen haben Männer mit einem Aneurysma mit einer Größe von mehr als 5,5 cm ein Risiko von 3-6 Prozent, dass es innerhalb eines Jahres zu einem Einriss kommen kann. Mit zunehmender Größe des Aneurysmas steigt das Risiko eines Einrisses weiter deutlich an und liegt bei ca. 25 Prozent bei einer Größe von mehr als 8 cm innerhalb eines halben Jahres.

Welche Risikofaktoren bestehen?
Neben den bereits erwähnten Faktoren wie Alter und Geschlecht ist Rauchen der bedeutendste Risikofaktor, den man selber beeinflussen kann. Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und koronarer Herzerkrankung haben ein höheres Risiko. Außerdem besteht ein genetisches Risiko für Personen mit Familienmitgliedern 1. Grades, die ein Bauchaortenaneurysma haben.

Ultraschall-Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 65 Jahren 
Durch eine Ultraschalluntersuchung der Bauchaorta lassen sich Bauchaortenaneurysmen frühzeitig erkennen, ohne dass sie gefährlich werden. Kleinere Aneurysmen mit einem Durchmesser bis zu 5,5 cm werden in der Regel regelmäßig beobachtet. Für Männer ab einem Alter von 65 Jahren ist belegt, dass durch eine Früherkennung mit anschließendem Eingriff Einrisse, Notfallbehandlungen und Todesfälle vermieden werden können. Daher zahlen die gesetzlichen Krankenkassen für Männer ab 65 Jahren einmalig eine Ultraschall-Vorsorgeuntersuchung. 

Weil Rauchen das Wachstum des Aneurysmas fördern kann, sollten Raucherinnen und Raucher mit einem Aneurysma dringend mit dem Rauchen aufhören. Auch wenn ungeklärt ist, ob Medikamente wie Blutdrucksenker oder Cholesterinsenker das Wachstum eines Aneurysmas verringern können, wird bei Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhten Blutfetten dazu geraten, diese behandeln zu lassen.

 
geschrieben von Dr. Hertramph
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