Divertikulose und Divertikulitis – Diagnose und Ursachen

Als Divertikel (Divertikulose) bezeichnet man Ausstülpungen der Darmwände, die meistens im Laufe des Lebens erworben werden und dann vor allem die inneren Schleimhautschichten betreffen. Die Häufigkeit dieser Erkrankung steigt mit dem Alter: Bei 40-Jährigen sind rund fünf Prozent der Bevölkerung betroffen, bei 60-Jährigen 30 Prozent und bei 80-Jährigen etwa 85 Prozent.  

Wie entsteht eine Divertikulose?
Begünstigend ist eine ballaststoffarme Kost, mit der oft eine Neigung zu Verstopfung einhergeht. Divertikel können im gesamten Verdauungstrakt vorkommen, der s-förmige Dickdarmteil – das Sigma – ist mit 80 bis 95 Prozent jedoch besonders häufig betroffen. Durch die Einlagerung von Nahrungs- oder Kotresten können sich diese Divertikel entzünden. Dies nennt man Divertikulitis.

Divertikel können im Rahmen von Dickdarmspiegelungen nachgewiesen werden, aber auch in Form von Röntgen- und CT-Untersuchungen (mit Kontrastmittel) sowie durch Ultraschall. Die akute Entzündung von Divertikeln kann durch die körperliche Untersuchung, Ultraschall und Laboruntersuchungen diagnostiziert werden.

Ernährungsempfehlungen bei Divertikulitis
Während der akuten Entzündung ist möglicherweise ein Nahrungsverzicht erforderlich, im schlimmsten Fall sogar eine künstliche Ernährung im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes. In weniger schweren Fällen kann die Zufuhr von Tee mit Zucker, Hafer- oder Reisschleim im Sinne einer ballaststofffreien Kost erlaubt sein. Manchmal ist die Gabe von Antibiotika und Schmerzmitteln erforderlich.

In den meisten Fällen kann eine Divertikulitis ohne Operation behandelt werden, manchmal ist eine sofortige Operation erforderlich. Bei wiederkehrenden Entzündungen muss ebenfalls manchmal operiert werden, wobei dies vom Verlauf abhängt.

Die Aufbaukost kann bereits nach wenigen Tagen durch flüssige Nahrung, wie Tee, Saft, Suppe und Joghurt erfolgen. Innerhalb der ersten vier Wochen sollten Betroffene auf eine ballaststoffarme Ernährung achten. Geeignet sind alle Lebensmittel, die leicht verdaulich und faserfrei sind und den Darm gut passieren können. Dazu gehören weiches Weißbrot, Brötchen, weich gekochte Nudeln, Reis, gekochtes Gemüse, zartes, faserarmes Fleisch und Fisch, Bananen, aber auch Gebäck oder Obstkompott. Auf Vollkornprodukte, frisches Obst, rohes Gemüse und Salat sollte verzichtet werden. Außerdem sollten keine Körner oder Nüsse verzehrt werden, da diese leicht in den Ausbuchtungen hängen bleiben, sich ansammeln und zu neuen Entzündungen führen können. Auf Körner, ganze Nüsse, und Trockenfrüchte sollte in der Aufbauphase ebenfalls verzichtet werden.

Ernährung in der beschwerdefreien Zeit
Solange die bekannten Divertikel den Patientinnen und Patienten keine Beschwerden bereiten, sollte eine ballaststoffreiche, aber nicht blähende Ernährung mit viel Gemüse, Obst und feinen Vollkornprodukten eingehalten werden. Ballaststoffe werden im Dünndarm nicht oder nur zum Teil verdaut und gelangen weiter in den Dickdarm, wo sie die Darmtätigkeit verbessern. So wird das Stuhlvolumen erhöht, der Druck im Darm gesenkt und die Stuhlpassagezeit verkürzt.

Reich an Ballaststoffen sind Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Salate, Kartoffeln und Getreide. Zusätzlich ist es sinnvoll, Quellsubstanzen, wie z.B. Weizenkleie (20-30 Gramm täglich) oder Flohsamen zuzuführen. Da die Quellsubstanzen Wasser binden ist es wichtig, viel Flüssigkeit (bis zu 2 Liter) parallel zu trinken. Auch die Art der Getränkezufuhr spielt für die Darmtätigkeit eine Rolle: Mineralwasser, Fruchtsäfte und Kaffee regen den Stuhlgang an, hingegen schwarzer Tee, Kakao oder Rotwein können Verstopfung auslösen. Die Kost sollte frei sein von Samen und Nahrungstücken, die kleiner sind als 1 mm (z.B. Sesamsamen, Beerensamen, Kernen von Zucchini, Melonen, Gurken, Tomaten).

geschrieben von Brigitte Sauter
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