Verstopfung: Symptome erkennen und behandeln
Von Verstopfung spricht man, wenn Menschen nur zweimal pro Woche oder seltener Stuhlgang haben, wenn dieser hart oder klumpig herausgepresst werden muss oder wenn das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung besteht.
Es leiden deutlich mehr Frauen als Männer an Verstopfung, mit dem Alter nimmt die Häufigkeit zu. Man kann davon ausgehen, dass bis zu 20 Prozent der Bevölkerung betroffen sind.
Warnzeichen rechtzeitig erkennen
Doch woran erkennt man, ob man betroffen ist? Ein Warnzeichen kann sein, wenn sich das Stuhlverhalten ändert: Wer bisher regelmäßig abgeführt hat und nun nur noch zweimal pro Woche abführt, sollte dies ärztlich abklären lassen – insbesondere dann, wenn womöglich noch Schleim und/oder Blut beim Stuhl zu sehen ist und ggfs. auch noch ein Gewichtsverlust eingetreten ist.
Die Ursachen für Verstopfung können vielfältig sein:
Gabe von Weichmachern kann Abführen erleichtern
Ein Überblick über die Wirkstoffe:
Als weitere Allgemeinmaßnahmen bei Verstopfung gilt es zuerst, einen regelmäßigen Lebensstil – wenn möglich – einzuhalten:
Deswegen sprechen Sie uns gerne an.
geschrieben von Brigitte Sauter
Montag, 23. Januar 2023
Es leiden deutlich mehr Frauen als Männer an Verstopfung, mit dem Alter nimmt die Häufigkeit zu. Man kann davon ausgehen, dass bis zu 20 Prozent der Bevölkerung betroffen sind.
Warnzeichen rechtzeitig erkennen
Doch woran erkennt man, ob man betroffen ist? Ein Warnzeichen kann sein, wenn sich das Stuhlverhalten ändert: Wer bisher regelmäßig abgeführt hat und nun nur noch zweimal pro Woche abführt, sollte dies ärztlich abklären lassen – insbesondere dann, wenn womöglich noch Schleim und/oder Blut beim Stuhl zu sehen ist und ggfs. auch noch ein Gewichtsverlust eingetreten ist.
Die Ursachen für Verstopfung können vielfältig sein:
- Inaktivität und/oder Bettruhe im Rahmen einer schweren Erkrankung
- geänderter Tagesablauf, zum Beispiel bei Interkontinentalflügen, aber auch bei Schichtarbeit
- geändertes Essverhalten: die neue Diät oder das Essen im Ausland
- und medikamentös durch diverse Medikamente wie Eisen, Opioide, Antidepressiva, Wassertabletten oder Blutdrucksenker, um nur einige zu benennen
Gabe von Weichmachern kann Abführen erleichtern
Ein Überblick über die Wirkstoffe:
- Laktulose
ist zwar ein Zuckerstoff, wirkt sich aber in aller Regel nicht beeinflussend auf den Zuckerstoffwechsel aus: Laktulose gibt es als Sirup oder als Milchzucker frei verkäuflich in Apotheken, Reformhäusern und teils auch in großen Supermärkten. Die Dosis ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich: fangen Sie mit einem Messlöffel (15 ml) an. Die Dosis kann nach Bedarf gesteigert werden.
- Makrogol
ist ein Salzgemisch, welches sich nicht auf den Salzhaushalt auswirkt. In ähnlicher Weise wird es auch als Vorbereitung zu Darmspiegelungen genutzt. Auch hier ist die genaue Menge auszutesten.
- Flohsamen werden sowohl bei Verstopfung wie auch bei weichem Stuhl eingesetzt. Sie bestehen nur aus den Samen des Flohsamenkrautes, die Wirkung kommt über langkettige Kohlenhydrate zustande, die als Schleimstoffe oder Fasern einen mechanischen Effekt ausüben. Flohsamen müssen mit ausreichend Wasser im Verhältnis 1:10 eingenommen werden: ein Löffel Flohsamen auf mindestens 10 Löffel Wasser, gern auch mehr! Sie sollen nicht mit Milch eingenommen werden, darin können sie nicht quellen und sind damit ohne Wirkung. Die Tagesdosis beträgt 10-30 Gramm. Sie sollten nicht mit anderen Medikamenten eingenommen werden, der Abstand zu anderen Medikamenten sollte eine Stunde betragen. Sie dürfen nicht bei entzündlichen Darmerkrankungen angewandt werden sowie nicht bei drohendem Darmverschluss.
Als weitere Allgemeinmaßnahmen bei Verstopfung gilt es zuerst, einen regelmäßigen Lebensstil – wenn möglich – einzuhalten:
- Ballaststoffreiche Ernährung: Betroffene sollten sich möglichst ballaststoffreich ernähren. Manchmal muss die Menge an Ballaststoffen langsam gesteigert werden, weil ein zu starkes Steigern der Ballaststoffmengen mit Bauchschmerzen einhergehen kann. Ballaststoffe finden sich im Müsli, im Vollkornprodukten, in Gemüse wie Äpfel oder Birnen, welche Sie mit der Schale essen sollten. Auch Weintrauben, Kiwis sowie auch Trockenobst oder aber ein Löffel Leinsamen oder Schrot, der mit ausreichend Wasser zu sich genommen werden soll, sind sehr ballaststoffreich. Wenn Sie nicht in der Lage sind, ausreichend zu den Ballaststoffen, insbesondere zu den Körnern oder zum Schrot zu trinken, dann lassen Sie Finger von dieser Methode, weil es gefährlich für Sie werden kann! Durch das Quellen im Darm, kann im schlimmsten Fall ein Darmverschluss ausgelöst werden.
- Ausreichend Flüssigkeit: Auf jeden Fall soll eine ausreichende Menge an Flüssigkeit (1,5 -2 Liter tgl) konsumiert werden. Auch Kaffee zählt als Getränk, dies wurde früher anders gesehen. Nicht jeder wird sich auf die „harten“ Varianten wie Pflaumensaft oder Sauerkrautsaft einlassen wollen.
- Lauwarmes Wasser: Das berühmte Glas lauwarmes Wasser am Morgen auf nüchternen Magen, je nach Literatur mit einem Löffel Honig oder einem Schuss Apfelessig, regt die Darmentleerung an.
- Einnahme von Öl: Sicher nicht jedermanns Sache ist die Einnahme von einem Löffel Öl, sei es Oliven-, Leinöl oder Rizinusöl.
- In Bewegung bleiben oder kommen: Wer regelmäßig in Bewegung ist, regt die Darmperistaltik an. Auch die Eigenmassage des Bauches – immer im Uhrzeigersinn –kann der Trägheit des Darms entgegenwirken.
- Feste Zeiten einhalten: Bei der Darmentleerung ist bei Menschen, die zu Verstopfung neigen Regelmäßigkeit wichtig: Halten Sie feste Zeiten auch für den Toilettengang ein. Das wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn Sie genügend Ruhe haben und keinen Zeitdruck.
- Die richtige Haltung beim Toilettengang: Die in anderen Kulturen üblichen Hocktoiletten führen zu einem besseren Winkel bei der Darmentleerung. Keine Sorge: mit einem kleinen Höckerchen, auf den Sie Ihre Füße bei der Darmentleerung stellen, können Sie die korrekte Hockhaltung erreichen.
Deswegen sprechen Sie uns gerne an.
geschrieben von Brigitte Sauter
Montag, 23. Januar 2023
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Nach dem Hype in den 1990er und den frühen 2000er Jahren über Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ist mittlerweile in Studien klar geworden, dass zwar die Wirkung sehr gut ist, aber eine dauerhafte Anwendung durchaus auch bleibende Schäden, wie zum Beispiel eine Osteoporose, nach sich ziehen kann. In kleinen Mengen sind die oben angeführten Wirkstoffe in den Apotheken frei verkäuflich. Es gibt aber immer wieder Menschen, die anhaltende Beschwerden wie Sodbrennen beklagen und dann auch dauerhaft sogenannte PPI (Protonenpumpenhemmer) nehmen wollen. Patientinnen und Patienten, die unter anhaltenden Beschwerden leiden, kommen auf Dauer nicht um eine Magenspiegelung herum. Manchmal kommen dabei Krankheitsbilder zum Vorschein, die ohne dauerhafte Behandlung in bösartigen Krankheiten enden können. Oft aber ist es so, dass auch mit etwas Lebensstiländerung auf einen Teil oder alle Medikamente verzichtet werden kann. Was kann konkret helfen? Es ist sinnvoll, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt großer Mengen auf einmal. Halten Sie einen Abstand von 3 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen ein. Es sollte keine enge Kleidung getragen werden, weil diese auf den Magen drücken und so zum Aufsteigen des sauren Magensaftes führen kann. Genussmittel wie saure Säfte oder Wein, aber auch andere hochprozentige Alkoholika und Nikotin können Sodbrennen verursachen und sollten deswegen reduziert oder gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Auch andere säurehaltige Speisen wie Fruchtsäfte, Tomaten oder saure Beeren und auch kohlensäurehaltige Getränke sollten eher gemieden werden. Wer immer wieder unter Sodbrennen leidet, sollte beobachten, wann die Beschwerden auftreten. Wer nachts Beschwerden hat, kann versuchen, den Oberkörper höher zu lagern, zum Beispiel mit einem verstellbaren Lattenrost. Damit kann das Zurücklaufen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre verhindert werden. Manchen Menschen hilft es, auf der rechten Körperseite zu schlafen, auch dann kann der Magensaft schlechter in die Speiseröhre zurücklaufen. Reduzieren Sie ihr Gewicht, wenn Sie Übergewicht haben; damit senkt sich der Druck im Bauchraum Wenn Sie zu Verstopfung neigen, sorgen sie für eine regelmäßige Stuhlentleerung. Das Pressen bei der Darmentleerung kann auch zu einem Hochlaufen des Magensaftes führen. Vermeiden Sie Tätigkeiten, wo Sie regelmäßig kopfüber arbeiten müssen, dies erhöht den Druck im Bauchraum Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, dann achten Sie darauf, diese mit genügend Flüssigkeit einzunehmen, damit die Tabletten auch im Magen landen und nicht davor in der Speiseröhre kleben bleiben. Was hilft noch? An rezeptfreien Alternativen fällt vielen sicher zuerst das gute alte Natron ein, gelegentlich angewandt in kleinen Mengen kann es aufgelöst in wenig Wasser die überschüssige Säure binden. Bei zu häufiger Anwendung kann es zu einer Verschiebung in unserem Säurehaushalt führen; deswegen ist Vorsicht geboten. Durch Kaugummi-Kauen wird Speichel produziert, dieser kann in kleinen Mengen den Magensaft neutralisieren. Dieses Mittelchen ist sicher aus den verschiedensten Gründen nicht für jeden geeignet. Auch ein Glas Milch oder säurearmer Tee (zum Beispiel Kamille) können Linderung bringen. Des Weiteren gibt es verschiedene Teemischungen gegen Sodbrennen: eine Mischung aus Kamille, Malve und Eibisch kann einen gereizten Magen beruhigen Fenchel-Anis-Kümmel-Tee ist wohltuend für den Magen-Darm-Trakt bekannt und durchaus schmackhaft Kamille-Fenchel-Süßholzwurzel-Tee Auch andere freiverkäufliche Medikamente können hilfreich gegen Sodbrennen sein, das sollte aber in einem Gespräch geklärt werden, weil nicht alles für jeden zu jeder Zeit das Richtige ist. Manchmal ist es so, dass Patientinnen und Patienten schon lange Säurehemmer genommen haben und gerne die Dosis reduzieren wollen oder sollen. Dann ist es sinnvoll, langsam mit der Dosis runterzugehen, also, nicht von heute auf morgen alles abzusetzen, sondern das Medikament erst mal jeden zweiten und dann jeden dritten Tag einzunehmen. Der Wirkstoff hat eine lange Wirkdauer, so dass dies durchaus funktionieren kann. Und wenn beim Ausschleichen Beschwerden auftreten, dann können genau diese Hausmittel hilfreich sein. geschrieben von Brigitte Sauter Dienstag, den 7. April 2026
