Gastritis: Symptome erkennen und behandeln

Magenbeschwerden wie Übelkeit oder ein Druckgefühl hat sicher jeder schon mal verspürt. Wenn die Beschwerden länger anhalten, kann sich dahinter eine Gastritis verbergen. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Magenschleimhaut. Die Magenschleimhaut, welche die Magenwand vor Säure und Krankheitserregern schützt, kann sich entzünden, wenn sie gereizt oder geschädigt wird. Je nach Schwere der Ausprägung kann es von oberflächlichen bis zu tiefreichenden entzündlichen Veränderungen im Drüsengewebe des Magens kommen.

Magenschleimhautentzündungen kommen häufig vor, in Deutschland erleiden ca. 20 Prozent aller Personen im Laufe ihres Lebens eine akute Gastritis.

Ursachen einer Gastritis
Die häufigsten Ursachen einer Gastritis sind eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien oder eine regelmäßige Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln (sog. NSAR). Es werden zwei Formen einer Gastritis unterschieden: die akute und die chronische. Eine akute Gastritis geht meistens mit deutlich spürbaren Magen-Darmbeschwerden einher und klingt nach ein paar Tagen in der Regel von selbst wieder ab. Eine chronische Gastritis verursacht oft weniger Beschwerden und kann auch unbemerkt bleiben. Manchmal wird sie erst entdeckt, wenn es durch eine dauerhafte Entzündung zu einem Magengeschwür gekommen ist, welches Beschwerden macht.

Symptome
Typische Symptome einer akuten Gastritis sind:
Magenschmerzen, Übelkeit (manchmal auch mit Erbrechen), Völlegefühl, Blähungen, Aufstoßen, ggf. auch Sodbrennen, Appetitlosigkeit, Druckgefühl im Bauch.

Bei einer chronischen Gastritis können die gleichen Symptome auftreten, oft sind aber nur leichte oder gar keine Beschwerden vorhanden.

Die meisten dieser Symptome können jedoch auch bei anderen Erkrankungen wie Refluxkrankheit, Reizmagen oder Reizdarmsyndrom oder bei einer Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis) auftreten.

Chronische Gastritiden
Chronische Magenschleimhautentzündungen werden nach der Sydney-Klassifikation je nach Ursache in verschiedene Typen eingeteilt: Typ A (autoimmun), Typ B (bakteriell), Typ C (chemisch), und Typ D (andere). Am häufigsten handelt es sich um Typ B und C, auch Mischformen sind möglich.

Helicobacter-pylori-Bakterien (Typ B-Gastritis)
Eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien ist die häufigste Ursache einer chronisch entzündeten Magenschleimhaut. Die Bakterien können trotz Magensäure im Magen überleben und eine dauerhafte Entzündung verursachen. Durch die Störung der Magensäureproduktion kann es zu einer Übersäuerung und somit Schädigung der Schleimhaut und Magenwand kommen. Allerdings führt eine Infektion nicht immer zu einer Entzündung. Nach Schätzungen von Fachleuten ist bei einer weltweiten Verbreitung von Helicobacter-pylori die Hälfte der Menschheit Träger des Bakteriums. Aber nur bei 10-20 Prozent der Patienten, die das Bakterium im Magen haben, entwickelt sich ein Geschwür des Magens oder Zwölffingerdarms.

Das Bakterium wird meistens im Kindesalter durch engen Kontakt in der Familie von Mensch zu Mensch übertagen, im Erwachsenenalter ist das Risiko einer Ansteckung gering. Der genaue Mechanismus der Übertragung (ob durch Speichel, Erbrochenes oder Stuhl) ist bisher noch unklar.

Entzündungshemmende Schmerzmittel (Typ C-Gastritis)
Bei der Typ C-Gastritis handelt es sich chemisch toxisch bedingte Entzündung. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen (sog. NSAR) oder ASS können bei längerer Einnahme über Wochen oder Monate die Schutzfunktion der Magenschleimhaut stören, da sie die Bildung des Hormons Prostaglandin blockieren und die Magenwand bei einem Prostaglandin-Mangel nicht mehr ausreichend vor der Magensäure geschützt ist. Bei einer nur kurzfristigen Einnahme zur Behandlung von akuten Schmerzen sind Nebenwirkungen eher selten. Wird ein Schmerzmittel mit Kortison kombiniert eingenommen, kann dadurch die magenschädigende Wirkung verstärkt werden.

Eine weitere eher seltene Ursache kann ein sogenannter Galle-Reflux sein, wenn es durch Rückfließen von Gallensäure aus dem Dünndarm in den Magen zu einer Schleimhautschädigung kommt.

Autoimmune Gastritis (Typ A-Gastritis)
Diese Gastritis-Form kommt selten vor und ist oft vergesellschaftet mit anderen Autoimmunerkrankungen (wie Diabetes mellitus, Hashimoto-Thyreoiditis oder. Vitiligo). Es handelt sich um eine autoimmune Form einer Gastritis, ausgelöst durch spezielle Antikörper gegen die säureproduzierenden Zellen (Parietalzellen) der Magenschleimhaut. Durch die Zerstörung der Drüsenzellen kommt es zu einer verminderten Produktion des sog. Intrinsic-Faktors im Magen, welcher für die Aufnahme von Vitamin B12 notwendig ist. Ein hierdurch resultierender Vitamin B12-Mangel kann zu schweren Blutbildveränderungen führen (perniziöse Anämie).

Andere Ursachen
Durch übermäßigen Alkoholkonsum kann ebenfalls eine akute Gastritis ausgelöst werden. Aber auch Rauchen, anhaltender Stress und ungesunde Ernährung (wie stark fett- und zuckerhaltige oder scharfe Speisen) können Magenbeschwerden verursachen.

Folgen einer chronischen Gastritis
Wenn eine Gastritis chronisch wird und zu einer dauerhaften Entzündung führt, kann es zu Entzündungen und Verletzungen an der Schleimhaut des Magens oder Zwölffingerdarms kommen und sich in der Folge ein Geschwür (ulcus) bilden. Dieses kann selten zu ernsthaften Komplikationen wie akuten Blutungen führen. Chronische Entzündungen können auch mit einer chronischen Blutarmut einhergehen, selten entsteht ein bösartiger Tumor.

Diagnose
Zur Abklärung der Beschwerden wird zunächst eine ausführliches Anamnese-Gespräch zur Erörterung der Art der Beschwerden und eventuell vorhandene Auslöser und eine körperliche Untersuchung der Magenregion bzw. des Oberbauches durchgeführt. Fragen zu Stress, Angst oder Depressionen beleuchten die möglicherweise bestehenden psychosomatischen Aspekte eines Reizmagens.

Je nach Beschwerden kann eine Magenspiegelung sinnvoll sein. Hiermit können die Speiseröhre, der Magen und der Zwölffingerdarm betrachtet und Veränderungen wie Entzündungen oder Blutungen erkannt werden. Außerdem können vor allem Gewebeproben der Schleimhaut entnommen werden, was vollkommen schmerzfrei ist. Der sichere Nachweis einer Gastritis ist nur histologisch durch eine Gewebeuntersuchung möglich. Dadurch kann eine mögliche Besiedelung des Magens mit Helicobacter pylori festgestellt werden, die Gastroskopie dient auch dem Ausschluss der seltenen Komplikationen der Gastritis, eines Magengeschwürs oder Magenkarzinoms. Manchmal wird ein spezieller Atemtest zur Bestätigung der Helicobacter-Infektion eingesetzt. Der Erreger lässt sich auch durch eine Blut- oder Stuhluntersuchung nachweisen.

Behandlung
Die Art der Behandlung der Magenschleimhautentzündung hängt ab von der Schwere der Entzündung, den Beschwerden und den Ursachen.

Bei einer akuten Gastritis sollte auf Alkohol und Nikotin verzichtet werden. Es wird auch häufig empfohlen, nur leichte Kost zu essen (Zwieback oder Haferschleim), Kaffee oder säurehaltige Getränke und scharf gewürzte oder fetthaltige Speisen zu vermeiden. Darüber hinaus können pflanzliche Wirkstoffe aus Fenchel, Anis, Kümmel, Kamille, Wermutkraut oder Tausendgüldenkraut eine Besserung der Beschwerden bringen.

Wird die Gastritis durch Schmerzmittel ausgelöst, sollten Sie nach ärztlicher Absprache auf andere Schmerzmittel ausweichen oder das Schmerzmittel mit einem säurehemmenden Medikament kombinieren.

Wenn Stress die Magenbeschwerden verstärkt, können Maßnahmen zur Stressreduktion oder mehr Entspannung im Alltag hilfreich sein, ggf. können auch psychotherapeutische Maßnahmen unterstützend hilfreich sein.

Bei starken oder anhaltenden Beschwerden wird in der Regel eine medikamentöse Therapie mit säurehemmenden Medikamenten empfohlen, z.B. Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol oder Pantoprazol.

Handelt es sich um eine Helicobacter-Infektion, werden Protonenpumpenhemmer mit 2 oder 3 Antibiotika kombiniert für 1-2 Wochen verordnet.


geschrieben von Dr. Hertramph
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Nach dem Hype in den 1990er und den frühen 2000er Jahren über Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ist mittlerweile in Studien klar geworden, dass zwar die Wirkung sehr gut ist, aber eine dauerhafte Anwendung durchaus auch bleibende Schäden, wie zum Beispiel eine Osteoporose, nach sich ziehen kann. In kleinen Mengen sind die oben angeführten Wirkstoffe in den Apotheken frei verkäuflich. Es gibt aber immer wieder Menschen, die anhaltende Beschwerden wie Sodbrennen beklagen und dann auch dauerhaft sogenannte PPI (Protonenpumpenhemmer) nehmen wollen. Patientinnen und Patienten, die unter anhaltenden Beschwerden leiden, kommen auf Dauer nicht um eine Magenspiegelung herum. Manchmal kommen dabei Krankheitsbilder zum Vorschein, die ohne dauerhafte Behandlung in bösartigen Krankheiten enden können. Oft aber ist es so, dass auch mit etwas Lebensstiländerung auf einen Teil oder alle Medikamente verzichtet werden kann. Was kann konkret helfen? Es ist sinnvoll, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt großer Mengen auf einmal. Halten Sie einen Abstand von 3 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen ein. Es sollte keine enge Kleidung getragen werden, weil diese auf den Magen drücken und so zum Aufsteigen des sauren Magensaftes führen kann. Genussmittel wie saure Säfte oder Wein, aber auch andere hochprozentige Alkoholika und Nikotin können Sodbrennen verursachen und sollten deswegen reduziert oder gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Auch andere säurehaltige Speisen wie Fruchtsäfte, Tomaten oder saure Beeren und auch kohlensäurehaltige Getränke sollten eher gemieden werden. Wer immer wieder unter Sodbrennen leidet, sollte beobachten, wann die Beschwerden auftreten. Wer nachts Beschwerden hat, kann versuchen, den Oberkörper höher zu lagern, zum Beispiel mit einem verstellbaren Lattenrost. Damit kann das Zurücklaufen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre verhindert werden. Manchen Menschen hilft es, auf der rechten Körperseite zu schlafen, auch dann kann der Magensaft schlechter in die Speiseröhre zurücklaufen. Reduzieren Sie ihr Gewicht, wenn Sie Übergewicht haben; damit senkt sich der Druck im Bauchraum Wenn Sie zu Verstopfung neigen, sorgen sie für eine regelmäßige Stuhlentleerung. Das Pressen bei der Darmentleerung kann auch zu einem Hochlaufen des Magensaftes führen. Vermeiden Sie Tätigkeiten, wo Sie regelmäßig kopfüber arbeiten müssen, dies erhöht den Druck im Bauchraum Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, dann achten Sie darauf, diese mit genügend Flüssigkeit einzunehmen, damit die Tabletten auch im Magen landen und nicht davor in der Speiseröhre kleben bleiben. Was hilft noch? An rezeptfreien Alternativen fällt vielen sicher zuerst das gute alte Natron ein, gelegentlich angewandt in kleinen Mengen kann es aufgelöst in wenig Wasser die überschüssige Säure binden. Bei zu häufiger Anwendung kann es zu einer Verschiebung in unserem Säurehaushalt führen; deswegen ist Vorsicht geboten. Durch Kaugummi-Kauen wird Speichel produziert, dieser kann in kleinen Mengen den Magensaft neutralisieren. Dieses Mittelchen ist sicher aus den verschiedensten Gründen nicht für jeden geeignet. Auch ein Glas Milch oder säurearmer Tee (zum Beispiel Kamille) können Linderung bringen. Des Weiteren gibt es verschiedene Teemischungen gegen Sodbrennen: eine Mischung aus Kamille, Malve und Eibisch kann einen gereizten Magen beruhigen Fenchel-Anis-Kümmel-Tee ist wohltuend für den Magen-Darm-Trakt bekannt und durchaus schmackhaft Kamille-Fenchel-Süßholzwurzel-Tee Auch andere freiverkäufliche Medikamente können hilfreich gegen Sodbrennen sein, das sollte aber in einem Gespräch geklärt werden, weil nicht alles für jeden zu jeder Zeit das Richtige ist. Manchmal ist es so, dass Patientinnen und Patienten schon lange Säurehemmer genommen haben und gerne die Dosis reduzieren wollen oder sollen. Dann ist es sinnvoll, langsam mit der Dosis runterzugehen, also, nicht von heute auf morgen alles abzusetzen, sondern das Medikament erst mal jeden zweiten und dann jeden dritten Tag einzunehmen. Der Wirkstoff hat eine lange Wirkdauer, so dass dies durchaus funktionieren kann. Und wenn beim Ausschleichen Beschwerden auftreten, dann können genau diese Hausmittel hilfreich sein. geschrieben von Brigitte Sauter Dienstag, den 7. April 2026
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