Die richtigen Ansprechpartner bei Krankheit und Notfällen

Leider ist es immer wieder erforderlich, die Abläufe im medizinischen System zu thematisieren. Der Hintergrund ist, dass vor allem die Notfallambulanzen in den Abendstunden und an den Wochenenden oftmals leider im wahrsten Sinne des Wortes missbraucht werden. Warum nenne ich das so?

Zunächst einmal: Wer krank, ist auf ärztliche und manchmal auch pflegerische Hilfe angewiesen. Aber: Nicht jeder bedarf dieser Hilfe sofort – nicht per Rettungswagen, nicht am Wochenende, nicht im Krankenhaus.

Erste Anlaufstelle: die Hausarztpraxis
Wichtig: Der erste Anlaufpunkt bei Beschwerden ist Ihre Hausarztpraxis. Hier wird eine Anamnese erstellt, körperlich untersucht, Rezepte für etwaig erforderliche Medikamente ausgestellt – bei uns gibt es, wenn erforderlich, auch den bisherigen gelben Schein, also die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Es gibt Situationen, in denen kurzfristig ein Termin erforderlich ist, dies versuchen wir zu ermöglichen. Manchmal ist es auch zumutbar, dass der Kontakt nicht am gleichen Tag (z.B. Vorsorgemaßnahmen) stattfindet, aber das klären wir bei der Terminvereinbarung. Diese kann telefonisch oder per Mail als Kontaktwunsch in die Wege geleitet werden.

Sie haben noch keine Hausarztpraxis? Dann kann man auf dieser Seite der kassenärztlichen Vereinigung gucken, wer im Stadtteil niedergelassen ist: https://patienten.kvhb.de/arztsuche-1. Dies ist für die Suche nach Hausarzt- und Facharztpraxen möglich.

Der Patientenservice berät
Sie benötigen freiverkäufliche Medikamente? Die sind auch am Wochenende und außerhalb der normalen Geschäftszeiten erhältlich. Dafür gibt es im Land Bremen und auch überall sonst einen Überblick, der auch online einsehbar ist: https://www.aponet.de/apotheke/notdienstsuche

Sie suchen ärztliche Hilfe und wissen nicht, in welche Richtung es gehen muss? Hier gibt es den Patientenservice. Er ist unter der Telefonnummer 116117 zu erreichen. Dort sprechen Sie mit geschultem Personal, das gezielt fachlich berät, was zu tun ist. Dort findet auch eine Weitervermittlung zu Facharztpraxen statt.

Krank außerhalb der Sprechzeiten? Erster Ansprechpartner: der ärztliche Bereitschaftsdienst
Sie werden am Wochenende oder außerhalb der Sprechzeiten krank? Auch dann geht der erste Weg über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄND): https://patienten.kvhb.de/116117/aerztlicher-bereitschaftsdienst

An verschiedenen Orten ist die Versorgung dann möglich, je nach Wohnort und Alter:

• Ärztlicher Bereitschaftsdienst Bremen-Mitte
Eingang Notaufnahme, Schubertstraße
116 117

• Ärztlicher Bereitschaftsdienst Bremen-Nord
Klinikum Bremen-Nord, Hammersbecker Str. 228
116 117

Kinder- und Jugendärztlicher Bereitschaftsdienst Bremen-Mitte
St.-Jürgen-Str. 1
116 117

• Kinder- und Jugendärztlicher Bereitschaftsdienst Bremen-Nord
Klinikum Bremen-Nord, Hammersbecker Str. 228
116 117

Auch beim ärztlichen Bereitschaftsdienst wird nachgefragt, wird geklärt und untersucht; es wird im kleinen Maße auch Diagnostik mit EKG oder Labor durchgeführt. Dies ist für die meisten Anliegen vollkommen ausreichend. Sollten sich Hinwiese auf ernstere Krankheitsbilder ergeben, kann von dort der Weg ins Krankenhaus gebahnt werden, dann direkt mit einer Krankenhauseinweisung. Oder aber es erfolgt die Verordnung einer erforderlichen Arznei. Häufig werden Patientinnen und Patienten auch verwiesen, sich am nächsten Werktag in der Hausarztpraxis vorzustellen. Von dort kann dann auch der weitere Weg zum Spezialisten gebahnt werden.

Notfälle: In diesen Fällen sollten Sie die 112 rufen
Natürlich gibt es ganz klare Situationen, in denen sofort Hilfe gerufen werden muss. Doch wann liegt ein Grund vor, direkt den Rettungsdienst zu rufen oder selbst ins Krankenhaus zu fahren? Die Notdienstzentralen sind rund um die Uhr besetzt von fachlich geschultem Personal. Die 112 sollte dann angerufen werden, wenn Sie die Situation nicht einschätzen können, wenn Sie Zweifel am Gesundheitszustand des Betroffenen haben oder gar Lebensgefahr vermuten. Dies ist beispielsweise der Fall bei Atemstillstand, Herz-Kreislaufstillstand, Schock, starken Blutungen und starken Verbrennungen.

Weitere Notfälle sind schwere Unfallverletzungen oder auch lebensbedrohliche akute Erkrankungen (Lähmungen, Krampfanfälle, Herzschmerzen) oder Vergiftungen, bei denen die Anwendung lebensrettender Maßnahmen im Vordergrund stehen. Bereits beim Telefonat mit der 112 werden viele entsprechende Fragen gestellt, um den weiteren Weg zu bahnen und eine adäquate Versorgung der betroffenen Person in die Wege zu leiten und sein Leben zu retten.

Wenn Sie wirklich die 112 anrufen, dann werden Sie gezielt in alle Richtungen befragt, bleiben Sie ruhig und legen Sie erst dann auf, wenn das Gespräch durch die Rettungsleitstelle beendet wird. Es wird immer gefragt, wo der Ort des Geschehens ist, was passiert ist, wie viele Personen beteiligt sind, welche Verletzungen vorliegen und was genau geschehen ist.

Die Notaufnahmen im Überblick: https://www.gesundheit.bremen.de/gesundheit/notaufnahmen-44880


geschrieben von Brigitte Sauter
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Nach dem Hype in den 1990er und den frühen 2000er Jahren über Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ist mittlerweile in Studien klar geworden, dass zwar die Wirkung sehr gut ist, aber eine dauerhafte Anwendung durchaus auch bleibende Schäden, wie zum Beispiel eine Osteoporose, nach sich ziehen kann. In kleinen Mengen sind die oben angeführten Wirkstoffe in den Apotheken frei verkäuflich. Es gibt aber immer wieder Menschen, die anhaltende Beschwerden wie Sodbrennen beklagen und dann auch dauerhaft sogenannte PPI (Protonenpumpenhemmer) nehmen wollen. Patientinnen und Patienten, die unter anhaltenden Beschwerden leiden, kommen auf Dauer nicht um eine Magenspiegelung herum. Manchmal kommen dabei Krankheitsbilder zum Vorschein, die ohne dauerhafte Behandlung in bösartigen Krankheiten enden können. Oft aber ist es so, dass auch mit etwas Lebensstiländerung auf einen Teil oder alle Medikamente verzichtet werden kann. Was kann konkret helfen? Es ist sinnvoll, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt großer Mengen auf einmal. Halten Sie einen Abstand von 3 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen ein. Es sollte keine enge Kleidung getragen werden, weil diese auf den Magen drücken und so zum Aufsteigen des sauren Magensaftes führen kann. Genussmittel wie saure Säfte oder Wein, aber auch andere hochprozentige Alkoholika und Nikotin können Sodbrennen verursachen und sollten deswegen reduziert oder gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Auch andere säurehaltige Speisen wie Fruchtsäfte, Tomaten oder saure Beeren und auch kohlensäurehaltige Getränke sollten eher gemieden werden. Wer immer wieder unter Sodbrennen leidet, sollte beobachten, wann die Beschwerden auftreten. Wer nachts Beschwerden hat, kann versuchen, den Oberkörper höher zu lagern, zum Beispiel mit einem verstellbaren Lattenrost. Damit kann das Zurücklaufen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre verhindert werden. Manchen Menschen hilft es, auf der rechten Körperseite zu schlafen, auch dann kann der Magensaft schlechter in die Speiseröhre zurücklaufen. Reduzieren Sie ihr Gewicht, wenn Sie Übergewicht haben; damit senkt sich der Druck im Bauchraum Wenn Sie zu Verstopfung neigen, sorgen sie für eine regelmäßige Stuhlentleerung. Das Pressen bei der Darmentleerung kann auch zu einem Hochlaufen des Magensaftes führen. Vermeiden Sie Tätigkeiten, wo Sie regelmäßig kopfüber arbeiten müssen, dies erhöht den Druck im Bauchraum Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, dann achten Sie darauf, diese mit genügend Flüssigkeit einzunehmen, damit die Tabletten auch im Magen landen und nicht davor in der Speiseröhre kleben bleiben. Was hilft noch? An rezeptfreien Alternativen fällt vielen sicher zuerst das gute alte Natron ein, gelegentlich angewandt in kleinen Mengen kann es aufgelöst in wenig Wasser die überschüssige Säure binden. Bei zu häufiger Anwendung kann es zu einer Verschiebung in unserem Säurehaushalt führen; deswegen ist Vorsicht geboten. Durch Kaugummi-Kauen wird Speichel produziert, dieser kann in kleinen Mengen den Magensaft neutralisieren. Dieses Mittelchen ist sicher aus den verschiedensten Gründen nicht für jeden geeignet. Auch ein Glas Milch oder säurearmer Tee (zum Beispiel Kamille) können Linderung bringen. Des Weiteren gibt es verschiedene Teemischungen gegen Sodbrennen: eine Mischung aus Kamille, Malve und Eibisch kann einen gereizten Magen beruhigen Fenchel-Anis-Kümmel-Tee ist wohltuend für den Magen-Darm-Trakt bekannt und durchaus schmackhaft Kamille-Fenchel-Süßholzwurzel-Tee Auch andere freiverkäufliche Medikamente können hilfreich gegen Sodbrennen sein, das sollte aber in einem Gespräch geklärt werden, weil nicht alles für jeden zu jeder Zeit das Richtige ist. Manchmal ist es so, dass Patientinnen und Patienten schon lange Säurehemmer genommen haben und gerne die Dosis reduzieren wollen oder sollen. Dann ist es sinnvoll, langsam mit der Dosis runterzugehen, also, nicht von heute auf morgen alles abzusetzen, sondern das Medikament erst mal jeden zweiten und dann jeden dritten Tag einzunehmen. Der Wirkstoff hat eine lange Wirkdauer, so dass dies durchaus funktionieren kann. Und wenn beim Ausschleichen Beschwerden auftreten, dann können genau diese Hausmittel hilfreich sein. geschrieben von Brigitte Sauter Dienstag, den 7. April 2026
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