Bewegung und Sport bei Osteoporose
So gut wie immer im Leben ist es von Vorteil, in Bewegung zu sein und zu bleiben. Dies gilt auch, wenn Sie an einer Osteoporose erkrankt sind.
Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der es zu einem übermäßigen Abbau von Knochengewebe kommt. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und sind nicht Schwerpunkt dieses Artikels. In diesem Beitrag geht es um Bewegung im Alltag, um einer Osteoporose entgegenzutreten und vorzubeugen – und um im Alter und auch davor möglichst lange mobil zu bleiben.
Nicht alle Sportarten sind geeignet
Wer regelmäßig seine Muskeln durch Bewegung trainiert, kräftigt damit den Bewegungsapparat und verbessert oft auch seine Beweglichkeit und Bewegungssicherheit – damit beugt man auch dem Risiko für Stürze vor. Bei Menschen, bei denen eine Osteoporose diagnostiziert wurde und noch keine Brüche aufgetreten sind, sind die Möglichkeiten eines Trainings anders als bei Menschen, wo bereits Brüche eingetreten. Solange Brüche noch nicht verheilt sind, sprechen Sie mit ihrem behandelnden Arzt über die Möglichkeiten von Bewegung. Sind Brüche verheilt, zum Beispiel im Bereich der Wirbelsäule, dann können bei einer schon herabgesetzten Knochendichte leichter durch eine Fehl- oder Überlastung erneute Brüche an benachbarten Wirbeln entstehen. Deswegen sind dann nicht alle Übungen und Sportarten geeignet.
Was Sie vermeiden sollten, wenn Sie bereits an einer Osteoporose erkrankt sind: Übungen, die den Rücken stark nach vorne krümmen oder die Wirbelsäule in sich verdrehen. Wenn die Knochenstruktur bereits deutlich vermindert ist, kann es dazu kommen, dass diese Übungen bereits zu einer Schädigung im Bereich der Knochen führen.
Bewegung hilft beim Knochenaufbau
Unsere Knochen werden bei jeder Bewegung durch das eigene Körpergewicht belastet. Das hilft dem Knochen beim Knochenaufbau. Wenn auf den Knochen Druck oder Zug ausgeübt wird durch die umgebende Muskulatur, dann wird damit der Aufbau des Knochengewebes angeregt und er wird so stabiler.
Deswegen sind Treppensteigen, Joggen, Bergwandern und Wandern oder auch Nordic Walking sowie Tanzen vorteilhaft. Wenn Sie Ihren Sport oder Ihre Bewegung bei Tageslicht verrichten, kommt der Vorteil hinzu, dass Ihre Vitamin-D-Produktion in der Haut angekurbelt wird – ein weiterer positiver Effekt für die Knochendichte.
Wenn Sie sowieso schon regelmäßig Krafttraining betreiben, dann machen Sie dies unbedingt weiter. Es gibt Studien, die zeigen, dass der Abbau der Knochendichte von Frauen nach Beginn der Wechseljahre deutlich langsamer verläuft als bei Frauen, die solches nicht durchführen. Wenn Sie neu anfangen wollen mit Krafttraining und bereits Knochen gebrochen sind, sprechen Sie unbedingt mit dem geschulten Trainingspersonal über Ihre Vorerkrankungen, damit Ihr Trainingsprogramm entsprechend angepasst werden kann.
Lieber Schwimmen und Radfahren als keine Bewegung
An sich gehören Schwimmen und Radfahren nicht zu den Bewegungen, die das ganze Gewicht des Körpers belasten und damit eben das Skelett besonders gut aufbauen. Aber es kann vorteilhaft sein, diese Dinge zu tun, wenn sonst gar keine Bewegung möglich wäre. Sprich, wer unsicher ist im Bewegen oder schwer sein Gewicht tragen kann, der ist besser im Wasser aufgehoben oder auf dem Fahrrad als gar nichts zu tun. Und wenn gerade Radeln oder Schwimmen Ihre Lieblingssportarten sind, kombinieren Sie es doch mit anderen Dingen, die einen zusätzlichen Nutzen bringen können.
Ein großes Problem, gerade bei älteren Osteoporose-Erkrankten ist, dass es zu Unsicherheiten beim Gehen und Stehen kommen kann, die Häufigkeit von Stürzen im Alltag steigt an. Und wer stürzt, hat ein erhöhtes Risiko, sich auch entsprechend Knochen zu brechen. Hier kann es hilfreich sein, regelmäßig zu turnen, zu tanzen, Haltungsübungen durchzuführen oder womöglich mit Tai Chi zu beginnen. All die Übungen, die Sie dort erlernen, können Sie natürlich auch zu Hause weiter betreiben, um damit auch im Alltag Ihr Sturzrisiko zu vermindern.
Programme für Osteoporose-Erkrankte
Viele Krankenkassen haben auf ihren Homepages auch weitere Informationen zum Thema Sport und Bewegung bei Osteoporose. Sprechen Sie Ihre Krankenversicherung an, die hat ein Interesse daran, dass es Ihnen gut geht und dass Sie nicht aus dem Verkehr gezogen werden durch Stürze und Brüche.
Außerdem gibt es viele Osteoporose-Selbsthilfegruppen. Auch hier lohnt es sich, Kontakt aufzunehmen und an Angeboten mit vielfältigen Informationen und Programmen teilzunehmen, um den Prozess der Osteoporose aufzuhalten.
Weiterführende Links
https://www.osteoporose.de/selbsthilfe/sport
https://www.osd-ev.org
geschrieben von Brigitte Sauter
Freitag, den 12. September 2025
Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der es zu einem übermäßigen Abbau von Knochengewebe kommt. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und sind nicht Schwerpunkt dieses Artikels. In diesem Beitrag geht es um Bewegung im Alltag, um einer Osteoporose entgegenzutreten und vorzubeugen – und um im Alter und auch davor möglichst lange mobil zu bleiben.
Nicht alle Sportarten sind geeignet
Wer regelmäßig seine Muskeln durch Bewegung trainiert, kräftigt damit den Bewegungsapparat und verbessert oft auch seine Beweglichkeit und Bewegungssicherheit – damit beugt man auch dem Risiko für Stürze vor. Bei Menschen, bei denen eine Osteoporose diagnostiziert wurde und noch keine Brüche aufgetreten sind, sind die Möglichkeiten eines Trainings anders als bei Menschen, wo bereits Brüche eingetreten. Solange Brüche noch nicht verheilt sind, sprechen Sie mit ihrem behandelnden Arzt über die Möglichkeiten von Bewegung. Sind Brüche verheilt, zum Beispiel im Bereich der Wirbelsäule, dann können bei einer schon herabgesetzten Knochendichte leichter durch eine Fehl- oder Überlastung erneute Brüche an benachbarten Wirbeln entstehen. Deswegen sind dann nicht alle Übungen und Sportarten geeignet.
Was Sie vermeiden sollten, wenn Sie bereits an einer Osteoporose erkrankt sind: Übungen, die den Rücken stark nach vorne krümmen oder die Wirbelsäule in sich verdrehen. Wenn die Knochenstruktur bereits deutlich vermindert ist, kann es dazu kommen, dass diese Übungen bereits zu einer Schädigung im Bereich der Knochen führen.
Bewegung hilft beim Knochenaufbau
Unsere Knochen werden bei jeder Bewegung durch das eigene Körpergewicht belastet. Das hilft dem Knochen beim Knochenaufbau. Wenn auf den Knochen Druck oder Zug ausgeübt wird durch die umgebende Muskulatur, dann wird damit der Aufbau des Knochengewebes angeregt und er wird so stabiler.
Deswegen sind Treppensteigen, Joggen, Bergwandern und Wandern oder auch Nordic Walking sowie Tanzen vorteilhaft. Wenn Sie Ihren Sport oder Ihre Bewegung bei Tageslicht verrichten, kommt der Vorteil hinzu, dass Ihre Vitamin-D-Produktion in der Haut angekurbelt wird – ein weiterer positiver Effekt für die Knochendichte.
Wenn Sie sowieso schon regelmäßig Krafttraining betreiben, dann machen Sie dies unbedingt weiter. Es gibt Studien, die zeigen, dass der Abbau der Knochendichte von Frauen nach Beginn der Wechseljahre deutlich langsamer verläuft als bei Frauen, die solches nicht durchführen. Wenn Sie neu anfangen wollen mit Krafttraining und bereits Knochen gebrochen sind, sprechen Sie unbedingt mit dem geschulten Trainingspersonal über Ihre Vorerkrankungen, damit Ihr Trainingsprogramm entsprechend angepasst werden kann.
Lieber Schwimmen und Radfahren als keine Bewegung
An sich gehören Schwimmen und Radfahren nicht zu den Bewegungen, die das ganze Gewicht des Körpers belasten und damit eben das Skelett besonders gut aufbauen. Aber es kann vorteilhaft sein, diese Dinge zu tun, wenn sonst gar keine Bewegung möglich wäre. Sprich, wer unsicher ist im Bewegen oder schwer sein Gewicht tragen kann, der ist besser im Wasser aufgehoben oder auf dem Fahrrad als gar nichts zu tun. Und wenn gerade Radeln oder Schwimmen Ihre Lieblingssportarten sind, kombinieren Sie es doch mit anderen Dingen, die einen zusätzlichen Nutzen bringen können.
Ein großes Problem, gerade bei älteren Osteoporose-Erkrankten ist, dass es zu Unsicherheiten beim Gehen und Stehen kommen kann, die Häufigkeit von Stürzen im Alltag steigt an. Und wer stürzt, hat ein erhöhtes Risiko, sich auch entsprechend Knochen zu brechen. Hier kann es hilfreich sein, regelmäßig zu turnen, zu tanzen, Haltungsübungen durchzuführen oder womöglich mit Tai Chi zu beginnen. All die Übungen, die Sie dort erlernen, können Sie natürlich auch zu Hause weiter betreiben, um damit auch im Alltag Ihr Sturzrisiko zu vermindern.
Programme für Osteoporose-Erkrankte
Viele Krankenkassen haben auf ihren Homepages auch weitere Informationen zum Thema Sport und Bewegung bei Osteoporose. Sprechen Sie Ihre Krankenversicherung an, die hat ein Interesse daran, dass es Ihnen gut geht und dass Sie nicht aus dem Verkehr gezogen werden durch Stürze und Brüche.
Außerdem gibt es viele Osteoporose-Selbsthilfegruppen. Auch hier lohnt es sich, Kontakt aufzunehmen und an Angeboten mit vielfältigen Informationen und Programmen teilzunehmen, um den Prozess der Osteoporose aufzuhalten.
Weiterführende Links
https://www.osteoporose.de/selbsthilfe/sport
https://www.osd-ev.org
geschrieben von Brigitte Sauter
Freitag, den 12. September 2025
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