Gehörgangsentzündung: Anzeichen, Ursachen, Behandlung 

Eine Gehörgangsentzündung ist eine der häufigsten Ursachen für Ohrenschmerzen. Rund zehn Prozent der deutschen Männer und Frauen leiden mindestens einmal im Leben an einer sogenannten Otitis externa. Häufig erkranken Frauen zwischen dem 45. und 54. Lebensjahr und Männer zwischen dem 65 und 74. Lebensjahr daran. Bei Kindern und Jugendlichen sind besonders diejenigen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren betroffen.

Erste Symptome
Als natürlichen Schutz dagegen produzieren wir Ohrenschmalz, es ist eine Barriere gegen schädliche Keime. Außerdem verfangen sich Krankheitserreger und Schmutz im Ohrenschmalz und werden aus dem Ohr heraus Richtung Ohrmuschel befördert.

Eine akute Gehörgangsentzündung entwickelt sich üblicherweise im Verlauf von 1 bis 3 Tagen. Zu Beginn äußert sie sich zumeist durch Juckreiz im betroffenen Ohr. Hinzu kommen starke Ohrenschmerzen, die sich beim Kauen oder Sprechen verschlimmern. Durch die Entzündung kann es zudem zu einer Schwellung des Gehörganges kommen. Der Schall kann dann nicht mehr ausreichen ins Innere des Ohres fortgeleitet werden, wodurch Patientinnen und Patienten am betroffenen Ohr schlechter hören. 

Ein weiteres mögliches Symptom stellt der Ausfluss von Flüssigkeit aus dem Ohr da. Typischerweise sieht man einen geröteten, geschwollenen und damit verengten Gehörgang. Dies kann so weit gehen, dass das Trommelfell nicht mehr einsehbar ist. Auch die Ohrmuschel kann gerötet und geschwollen sein. Schmerzen beim Zug am Ohrläppchen und bei Druckausübung auf die knorpelige Vorwölbung vor dem Gehörgang (Tragus) sind ebenfalls typische Zeichen eines entzündeten Gehörgangs.

Ursachen einer Gehörgangsentzündung
Der überwiegende Anteil (> 90 %) der akuten Gehörgangsentzündungen wird durch Bakterien verursacht. Feuchtigkeit und Wärme im Gehörgang führen dazu, dass sich Bakterien vermehren und die empfindliche Haut des Gehörganges infizieren.

Folgende Faktoren können die Entstehung von Gehörgangsentzündungen begünstigen:
  • Feuchtigkeit im Ohr nach dem Duschen, Baden oder Schwimmen. 
  • Verletzung der Haut im Gehörgang, z. B. durch Benutzung von Wattestäbchen, durch Hörgeräte oder Sich-Kratzen im Gehörgang
  • Verengte Gehörgänge, vor allem in Kombination mit einer verminderten Ohrenschmalzproduktion
  • Bestehende Kontaktallergie (z. B. gegenüber Kosmetika, Haarwaschmittel, Nickel)
  • Schwächung/Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppression)
Therapiemöglichkeiten
Ziel der Therapie ist es, Symptomen wie Juckreiz und Schmerzen zu lindern sowie mögliche krankheitsauslösende Erreger zu beseitigen.

Es gibt eine Vielzahl an Ohrentropfen mit unterschiedlichen Wirkstoffen, die allesamt eine ähnliche Wirksamkeit aufweisen. Neben antibiotischen und antiseptischen Wirkstoffen (z. B. Ciprofloxacin, Neomycin) kommen auch kortisonhaltige Ohrentropfen (z. B. Dexamethason, Fluocinolon) zum Einsatz, die zu einem Rückgang der Rötung und der Flüssigkeitsabsonderung (Sekretion) führen. Ebenso werden Ohrentropfen mit schmerzlindernden Wirkstoffen (z. B. Phenazon, Procain) angewandt. Neben den Medikamenten unterstützen verschiedene Hausmittel die Heilung des Gehörgangs. Kamille und Zwiebel (klein schneiden, in ein dünnes Baumwollsäckchen geben und über heißen Wasserdampf erwärmen, unbedingt die Temperatur prüfen, bevor es aufs Ohr kommt) wirken Wunder. Ein warmes Kirschkernkissen auf dem Ohr lindert den Ohrenschmerz. 

Zur Schmerzlinderung eignen sich insbesondere die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol, wobei Ibuprofen neben schmerzlindernden auch entzündungshemmenden Eigenschaften besitzt.

Was können Sie selbst tun?
  • Vermeiden Sie Feuchtigkeit im betroffenen Ohr und verzichten Sie insbesondere auf das Schwimmen, bis die Erkrankung ausgeheilt ist.
  • Vermeiden Sie jegliche Art von Ohrenstöpsel, solange die Erkrankung andauert (ggf. Lärmschutzkopfhörer verwenden).
  • Korrekte Anwendung von Ohrentropfen: Legen Sie sich auf die Gegenseite und bringen Sie die Tropfen, achten sie darauf, dass sie nicht zu kalt sind, vorsichtig in den Gehörgang des betroffenen Ohres ein. Anschließend bleiben sie etwa 3–5 Minuten auf der Seit liegen, damit die Ohrentropfen einwirken können. Ein sanftes Hin- und Herbewegen des Ohres hilft, die Tropfen an den Bestimmungsort zu bringen.
Vorbeugung
Es können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um einer Gehörgangsentzündung vorzubeugen:
  • Es sollte vermieden werden, im Ohr zu stochern, zu kratzen oder den Gehörgang mit Wattestäbchen reinigen.
  • Der Gehörgang sollte möglichst trocken gehalten werden. Nach Eindringen von Wasser in den Gehörgang kann dieser mit einem Föhn getrocknet werden.
  • Bei gestörter Selbstreinigung des Gehörgangs sollte vor Badeurlauben eine professionelle Gehörgangsreinigung durchgeführt werden.
Prognose
In den meisten Fällen tritt nach Beginn der Therapie eine rasche Besserung ein, wobei der Juckreiz oft noch einige Zeit bestehen bleibt. Durchschnittlich halten die Symptome noch etwa 6 Tage nach Therapiebeginn an. Rückfälle sind keine Seltenheit, weshalb es sinnvoll sein kann, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen (siehe oben).


geschrieben von Marvena Zeller
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