Schaufensterkrankheit: Ursachen und Behandlung
In Deutschland leiden rund 10 bis 20 Prozent aller über 60-Jährigen unter Verkalkungen der Becken- und Beinarterien, einer sogenannten peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. Expertinnen und Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele Betroffene lange Zeit keine oder nur hin und wieder Symptome zeigen.
Doch was steckt dahinter? Arterien sind die Blutgefäße in unserem Körper, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in die Peripherie, also in die Arme und Beine transportieren. Wenn diese Gefäße enger werden durch Verkalkungen und entzündliche Prozesse in den Gefäßwänden, dann wird die Zufuhr des lebensnotwendigen Sauerstoffs und der Nährstoffe vermindert – im schlimmsten Fall sogar eingestellt. Immer da, wo nicht genug dieser Substanzen zur Verfügung stehen, verschlechtert sich die entsprechende Körperfunktion.
Schmerzbedingtes Stehenbleiben vor Schaufenstern
Dies macht sich je nach Stadium der Erkrankung unterschiedlich bemerkbar. Unterteilt wird die pAVK in 4 Stadien nach La Fontaine:
Im Stadium 3 leidet der Betroffene bereits unter Schmerzen in Ruhe, im Stadium 4 kommt es zum Absterben von Gewebe – gerne als Nekrosen im Bereich der Zehen oder als Geschwüre im Bereich von Füßen und Unterschenkeln.
Ursachen der Erkrankung
Die pAVK ist eine Erkrankung des höheren Alters. Die Hauptrisikofaktoren liegen oft in unserem Lebensstil begründet: Zu nennen sind hier vor allem Nikotinabusus, Diabetes mellitus sowie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen – alles Bedingungen, die wir wenigstens zum Teil beeinflussen können. Hinzu kommen weitere Faktoren wie familiäre Belastung, Alkohol, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und vieles mehr.
Über 90 % aller Durchblutungsstörungen treten im Bereich der unteren Extremitäten auf, deswegen legen wir darauf unser Augenmerk. Je nachdem, wo die Beschwerden sich bemerkbar machen, spricht man von:
Behandlungsmöglichkeiten
In allen Stadien der Therapie ist Folgendes erforderlich:
Selbst aktiv werden mit Gehtraining
So lange die peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit Beschwerden bis zur Schaufensterkrankheit verursacht, ist bei entsprechenden medizinischen Maßnahmen und den Veränderungen des eigenen Lebensstils VIEL erreichbar. Beim regelmäßigen Gehtraining werden Umgehungskreisläufe gebildet. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung gesteigert und die Muskulatur kann wieder besser arbeiten.
Folgendes Gehtraining wird empfohlen:
Es gibt außerdem Sportvereine, die Kurse zum Gehtraining anbieten, um Betroffenen den Start zu erleichtern, die Verantwortung trägt jeder Mensch letztlich für sich selbst.
Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/pavk
https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/pavk/therapie
https://www.dga-gefaessmedizin.de/fileadmin/content/PDFs/DGA-PAVK-Broschuere_V2Endfass.pdf
https://www.kreiskliniken-reutlingen.de/dokumente/upload/Flyer_AVK_DE.pdf
geschrieben von Brigitte Sauter
Montag, den 12. Februar 2024
Doch was steckt dahinter? Arterien sind die Blutgefäße in unserem Körper, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in die Peripherie, also in die Arme und Beine transportieren. Wenn diese Gefäße enger werden durch Verkalkungen und entzündliche Prozesse in den Gefäßwänden, dann wird die Zufuhr des lebensnotwendigen Sauerstoffs und der Nährstoffe vermindert – im schlimmsten Fall sogar eingestellt. Immer da, wo nicht genug dieser Substanzen zur Verfügung stehen, verschlechtert sich die entsprechende Körperfunktion.
Schmerzbedingtes Stehenbleiben vor Schaufenstern
Dies macht sich je nach Stadium der Erkrankung unterschiedlich bemerkbar. Unterteilt wird die pAVK in 4 Stadien nach La Fontaine:
- Stadium 1: keine Beschwerden.
- Stadium 2: Beschwerden beim Gehen, hier wird nach der noch möglichen Gehstrecke unterschieden (</>200 m)
- Stadium 3: Beschwerden in Ruhe
- Stadium 4: Absterben von Gewebe
Im Stadium 3 leidet der Betroffene bereits unter Schmerzen in Ruhe, im Stadium 4 kommt es zum Absterben von Gewebe – gerne als Nekrosen im Bereich der Zehen oder als Geschwüre im Bereich von Füßen und Unterschenkeln.
Ursachen der Erkrankung
Die pAVK ist eine Erkrankung des höheren Alters. Die Hauptrisikofaktoren liegen oft in unserem Lebensstil begründet: Zu nennen sind hier vor allem Nikotinabusus, Diabetes mellitus sowie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen – alles Bedingungen, die wir wenigstens zum Teil beeinflussen können. Hinzu kommen weitere Faktoren wie familiäre Belastung, Alkohol, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und vieles mehr.
Über 90 % aller Durchblutungsstörungen treten im Bereich der unteren Extremitäten auf, deswegen legen wir darauf unser Augenmerk. Je nachdem, wo die Beschwerden sich bemerkbar machen, spricht man von:
- pAVK vom Beckentyp (ca. 35%): dabei sind Verengungen im Bereich der Bauch- und Beckengefäße verantwortlich
- pAVK vom Oberschenkeltyp (ca. 50%): dabei liegen die Verengungen im Bereich der Oberschenkel bis zu den Kniearterien
- pAVK vom Unterschenkeltyp (ca. 15%): dabei liegen die Gefäßverengungen unterhalb des Knies
- pAVK vom Mehretagentyp: dabei sind mehrere Etagen betroffen
Behandlungsmöglichkeiten
In allen Stadien der Therapie ist Folgendes erforderlich:
- Klärung der Durchblutungssituation mit Bildgebung, je nach Untersuchungsmethode bereits mit Gefäßerweiterung im Rahmen der Intervention
- Verbesserung der Durchblutung durch Beeinflussung der Fließeigenschaften des Blutes oder Blutverdünnung
- optimale Einstellung der Fette mit einem entsprechenden Medikament (die Gefäßwände werden unter den sogenannten Statinen glatter, damit ist das Risiko für einen akuten Verschluss vermindert)
- Wundversorgung mit ggfs. Auch antibiotischer Therapie
- ggfs. gefäßerweiternde Medikamente
- optimale Einstellung von Bluthochdruck und Zuckerkrankheit
- Lebensstiländerung durch Rauchstopp, verbesserte Ernährung, Gewichtsreduktion und Gehtraining
Selbst aktiv werden mit Gehtraining
So lange die peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit Beschwerden bis zur Schaufensterkrankheit verursacht, ist bei entsprechenden medizinischen Maßnahmen und den Veränderungen des eigenen Lebensstils VIEL erreichbar. Beim regelmäßigen Gehtraining werden Umgehungskreisläufe gebildet. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung gesteigert und die Muskulatur kann wieder besser arbeiten.
Folgendes Gehtraining wird empfohlen:
- in den ersten Wochen täglich 2-3-mal mindestens 20 Minuten in zügigem Tempo gehen; bei Beginn der Beinschmerzen stehen bleiben und erst dann weiterlaufen, wenn der Schmerz nicht mehr spürbar ist.
- nach circa 4 Wochen Steigerung des Gehtrainings auf 2-3 mal täglich 30 Minuten; auch hier gilt es bei Beginn der Schmerzen stehen zu bleiben und erst dann weiter zu laufen, wenn der Schmerz nicht mehr zu spüren ist
- zusätzlich sind Gymnastik mit Dehnübungen und Zehenübungen, Kniebeugen, Aqua Jogging und/oder Nordic Walking eine gute Ergänzung.
- im weiteren Verlauf gilt es, diese Bewegung im Alltag beizubehalten, also Strecken zu Fuß und nicht mit dem Auto zu gehen, lieber Treppensteigen als Aufzugfahren
Manche werden jetzt denken, dass sich das sehr aufwändig anhört. Zugegeben: Das stimmt. Aber der Preis ist, dass Sie selbst etwas für Ihre Gesundheit tun können und sich hoffentlich vor den gravierenden Folgen einer AVK bewahren können, nämlich im schlimmsten Fall einer Amputation.
Es gibt außerdem Sportvereine, die Kurse zum Gehtraining anbieten, um Betroffenen den Start zu erleichtern, die Verantwortung trägt jeder Mensch letztlich für sich selbst.
Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/pavk
https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/pavk/therapie
https://www.dga-gefaessmedizin.de/fileadmin/content/PDFs/DGA-PAVK-Broschuere_V2Endfass.pdf
https://www.kreiskliniken-reutlingen.de/dokumente/upload/Flyer_AVK_DE.pdf
geschrieben von Brigitte Sauter
Montag, den 12. Februar 2024
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