Der Barthel-Index
Ab wann ist ein Mensch pflegebedürftig und wie wird ein Bedarf eigentlich festgestellt? Sicherlich muss jeder Patient individuell nach seinen Fähigkeiten betrachtet werden. Aber eine strukturierte Einschätzung der Alltagskompetenz ist ein hilfreiches Instrument, um eventuell bestehende Defizite zu erkennen. Hierzu wurde der Barthel-Index entwickelt
Der Barthel-Index ist ein Bewertungsverfahren, mit dem die grundlegenden Alltagsfunktionen eines Patienten erfasst werden. Er wird in der Altersmedizin (Geriatrie) und Reha-Medizin angewendet und dient dazu, den Umfang der Selbstständigkeit bzw. Pflegebedürftigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens zu ermitteln. Auch für eine Pflegegrad-Einteilung wird der Barthel-Index neben weiteren Testverfahren herangezogen.
In einem Fragebogen werden 10 unterschiedliche Tätigkeitsbereiche nach Punkten bewertet, die zu den Alltagsbedürfnissen gehören wie Essen, Ankleiden, Körperpflege, Toilettenbenutzung, Mobilität und Kontrolle über Urin und Stuhlgang.
Maximal können 100 Punkte erreicht werden. Anhand der vergebenen Punkte ergibt sich folgende Bewertung: 0-30 Punkte: weitgehend pflegeabhängig; 35-80 Punkte: hilfsbedürftig; 85-95 Punkte: punktuell hilfsbedürftig; 100 Punkte: komplett selbstständig. Allerdings ist der Aussagewerte beschränkt. Ein Score-Wert von 100 Punkten besagt lediglich, dass ein Patient selbstständig essen, seine Körperpflege durchführen und sich fortbewegen kann. Er lässt keine Aussage darüber zu, ob jemand in der Lage ist, sein Leben selbstständig zu bewältigen, da Aspekte wie kochen, Haushaltsführung oder soziale Belange nicht berücksichtigt werden. Der Individuelle Pflegebedarf wird daher nicht komplett erfasst. Es kann jedoch eine erste Übersicht gewonnen werden, wie selbstständig ein Patient ist und ob ein Unterstützungsbedarf besteht.
