Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Symptome und Behandlung
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HMFK) ist eine häufige, meist harmlose, aber sehr ansteckende Viruserkrankung. Die Erkrankung wird so genannt, weil sie zu einem typischen Hautausschlag an den Händen und Füßen und zu schmerzhaften Bläschen im Mund führen kann.
Betroffen sind hauptsächlich Kinder unter 10 Jahren, die Erkrankung kann aber auch bei Erwachsenen auftreten. Sie tritt ganzjährig auf, besondere Häufungen ergeben sich aber im Spätsommer und Herbst in Kindergärten und Schulen.
Wie wird die HFMK übertragen?
Übertragen wird die HFMK vorwiegend durch Viren aus der Gruppe der Enteroviren (meistens durch sogenannte Coxsackie A-Viren, Enterovirus 71 und andere). Enteroviren kommen überall vor, sind relativ resistent gegen Umwelteinflüsse und hochansteckend.
Da die Erkrankung in Deutschland nicht meldepflichtig ist und außerdem viele Erkrankte eine Infektion gar nicht bemerken, liegen keine exakten Zahlen über die Häufigkeit vor. Nach Angaben des RKI geht man von ca. 80.000 und 140.000 diagnostizierten Erkrankungen an HFMK aus.
Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion (durch Husten oder Niesen), direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Nasen- und Rachensekret, Speichel, Sekreten aus den Bläschen) oder Stuhl und Kontakt zu kontaminierten Oberflächen (wie z.B. Türklinken, Spielzeug oder Besteck). Die Weiterverbreitung über die Hände spielt bei der Übertagung eine wesentliche Rolle.
Welche Krankheitszeichen treten auf?
Meistens beginnt die HFMK bei nur mäßigem Krankheitsgefühl mit Fieber, Unwohlsein, Halsschmerzen und Appetitlosigkeit. Nach 1-2 Tagen kommt es in der Regel zu einem Ausschlag im Mund, insbesondere im hinteren Bereich der Mundhöhle, an der Zunge und am Zahnfleisch. Es bilden sich kleine rote Flecken, Bläschen und schmerzhafte wunde Stellen (Aphthen) auf der Mundschleimhaut. Zeitgleich oder aber auch erst 1-2 Tage später entwickelt sich ein typischer Hautausschlag mit roten Flecken sowie vereinzelten Blasen. Der Hautausschlag tritt meistens auf den Handinnenflächen und Fußsohlen auf, kann aber auch am Gesäß, im Genitalbereich oder an den Knien und Ellenbogen auftreten. In der Regel juckt der Hautausschlag nicht, es gibt aber auch eine untypische Form mit starkem Juckreiz.
Meist ist der Hautausschlag nach ca. einer Woche abgeheilt, ohne dass Narben zurückbleiben.
Man geht davon aus, dass mehr als 80% der infizierten Personen (vor allem ältere Kinder und Erwachsene) keinerlei Beschwerden haben und daher die Erkrankung gar nicht bemerken. Aber auch im Falle einer symptomatischen Infektion verläuft die Krankheit normalerweise mild. Fast alle Patientinnen und Patienten erholen sich auch ohne ärztliche Behandlung innerhalb von 7-10 Tagen. Nur selten führt die HFMK zu Komplikationen wie einer Gehirnhautentzündung.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Um andere, ähnlich und unter Umständen schwerwiegend verlaufende Erkrankungen auszuschließen, sollten Sie mit Ihrem erkrankten Kind den Kinderarzt aufsuchen.
In der Regel kann die Erkrankung aufgrund der Beschwerden und dem typischen Ausschlag festgestellt werden, sodass Laboruntersuchungen nicht notwendig sind. Bei kleinen Kindern kann ein erstes Symptom auch darin bestehen, dass Speichel aus dem Mund läuft und das Kind kaum noch isst oder wenn überhaupt nur Kaltes trinken mag.
Wie lange besteht eine Ansteckungsfähigkeit?
Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen Aufnahme des Erregers und dem Krankheitsbeginn, beträgt 3-10 Tage, allerdings sind auch bis zu 30 Tage möglich. In der 1. Krankheitswoche ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch, insbesondere, wenn die Bläschen sich öffnen. Aber auch nach Abklingen der Symptome können die Viren noch über mehrere Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden werden, sodass die Ansteckungsgefahr lange anhalten kann (Risiko z.B. beim Windelwechseln). Trotzdem erkranken Erwachsene eher selten, vermutlich weil sie bereits in der Kindheit erkrankt waren oder die Infektion asymptomatisch verläuft.
Wie wird die Erkrankung behandelt?
Eine besondere Therapie ist nicht erforderlich, da die Erkrankung normalerweise harmlos verläuft und relativ rasch selbstständig abheilt. Antibiotika sind unwirksam, da es sich um eine Viruskrankheit handelt. Lediglich die Symptome können behandelt werden. Ggf. können schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol helfen. Bei Bläschen im Mund können schmerzlindernde Tinkturen aufgetupft oder Spülungen angewendet werden, z.B. mit Mitteln auf pflanzlicher Basis wie Salbei oder Kamille. Wichtig ist, darauf zu achten, dass Ihr Kind genügend trinkt.
Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
Eine Impfung gegen die Hand-Fuß-Mundkrankheit ist leider nicht verfügbar.
Grundsätzlich gilt: Eine gute Händehygiene beugt Ansteckungen vor. Regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen mit Seife, besonders nach dem Windelwechseln und nach dem Toilettengang, spielen die entscheidende Rolle. Achten Sie darauf, möglichst nicht mit den Bläschen oder Krusten in Kontakt zu kommen und wenn es doch dazu gekommen ist, sofort die Hände gründlich zu waschen. Verschmutzte Oberflächen und Gegenstände wie Spielzeug und Türgriffe sollten gereinigt und desinfiziert werden. Außerdem sollte ein enger Kontakt mit Erkrankten wie Küssen, Umarmen, Besteck oder Tassen etc. teilen, vermieden werden.
geschrieben von Dr. Hertramph
Donnerstag, den 5. September 2024
Betroffen sind hauptsächlich Kinder unter 10 Jahren, die Erkrankung kann aber auch bei Erwachsenen auftreten. Sie tritt ganzjährig auf, besondere Häufungen ergeben sich aber im Spätsommer und Herbst in Kindergärten und Schulen.
Wie wird die HFMK übertragen?
Übertragen wird die HFMK vorwiegend durch Viren aus der Gruppe der Enteroviren (meistens durch sogenannte Coxsackie A-Viren, Enterovirus 71 und andere). Enteroviren kommen überall vor, sind relativ resistent gegen Umwelteinflüsse und hochansteckend.
Da die Erkrankung in Deutschland nicht meldepflichtig ist und außerdem viele Erkrankte eine Infektion gar nicht bemerken, liegen keine exakten Zahlen über die Häufigkeit vor. Nach Angaben des RKI geht man von ca. 80.000 und 140.000 diagnostizierten Erkrankungen an HFMK aus.
Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion (durch Husten oder Niesen), direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Nasen- und Rachensekret, Speichel, Sekreten aus den Bläschen) oder Stuhl und Kontakt zu kontaminierten Oberflächen (wie z.B. Türklinken, Spielzeug oder Besteck). Die Weiterverbreitung über die Hände spielt bei der Übertagung eine wesentliche Rolle.
Welche Krankheitszeichen treten auf?
Meistens beginnt die HFMK bei nur mäßigem Krankheitsgefühl mit Fieber, Unwohlsein, Halsschmerzen und Appetitlosigkeit. Nach 1-2 Tagen kommt es in der Regel zu einem Ausschlag im Mund, insbesondere im hinteren Bereich der Mundhöhle, an der Zunge und am Zahnfleisch. Es bilden sich kleine rote Flecken, Bläschen und schmerzhafte wunde Stellen (Aphthen) auf der Mundschleimhaut. Zeitgleich oder aber auch erst 1-2 Tage später entwickelt sich ein typischer Hautausschlag mit roten Flecken sowie vereinzelten Blasen. Der Hautausschlag tritt meistens auf den Handinnenflächen und Fußsohlen auf, kann aber auch am Gesäß, im Genitalbereich oder an den Knien und Ellenbogen auftreten. In der Regel juckt der Hautausschlag nicht, es gibt aber auch eine untypische Form mit starkem Juckreiz.
Meist ist der Hautausschlag nach ca. einer Woche abgeheilt, ohne dass Narben zurückbleiben.
Man geht davon aus, dass mehr als 80% der infizierten Personen (vor allem ältere Kinder und Erwachsene) keinerlei Beschwerden haben und daher die Erkrankung gar nicht bemerken. Aber auch im Falle einer symptomatischen Infektion verläuft die Krankheit normalerweise mild. Fast alle Patientinnen und Patienten erholen sich auch ohne ärztliche Behandlung innerhalb von 7-10 Tagen. Nur selten führt die HFMK zu Komplikationen wie einer Gehirnhautentzündung.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Um andere, ähnlich und unter Umständen schwerwiegend verlaufende Erkrankungen auszuschließen, sollten Sie mit Ihrem erkrankten Kind den Kinderarzt aufsuchen.
In der Regel kann die Erkrankung aufgrund der Beschwerden und dem typischen Ausschlag festgestellt werden, sodass Laboruntersuchungen nicht notwendig sind. Bei kleinen Kindern kann ein erstes Symptom auch darin bestehen, dass Speichel aus dem Mund läuft und das Kind kaum noch isst oder wenn überhaupt nur Kaltes trinken mag.
Wie lange besteht eine Ansteckungsfähigkeit?
Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen Aufnahme des Erregers und dem Krankheitsbeginn, beträgt 3-10 Tage, allerdings sind auch bis zu 30 Tage möglich. In der 1. Krankheitswoche ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch, insbesondere, wenn die Bläschen sich öffnen. Aber auch nach Abklingen der Symptome können die Viren noch über mehrere Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden werden, sodass die Ansteckungsgefahr lange anhalten kann (Risiko z.B. beim Windelwechseln). Trotzdem erkranken Erwachsene eher selten, vermutlich weil sie bereits in der Kindheit erkrankt waren oder die Infektion asymptomatisch verläuft.
Wie wird die Erkrankung behandelt?
Eine besondere Therapie ist nicht erforderlich, da die Erkrankung normalerweise harmlos verläuft und relativ rasch selbstständig abheilt. Antibiotika sind unwirksam, da es sich um eine Viruskrankheit handelt. Lediglich die Symptome können behandelt werden. Ggf. können schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol helfen. Bei Bläschen im Mund können schmerzlindernde Tinkturen aufgetupft oder Spülungen angewendet werden, z.B. mit Mitteln auf pflanzlicher Basis wie Salbei oder Kamille. Wichtig ist, darauf zu achten, dass Ihr Kind genügend trinkt.
Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
Eine Impfung gegen die Hand-Fuß-Mundkrankheit ist leider nicht verfügbar.
Grundsätzlich gilt: Eine gute Händehygiene beugt Ansteckungen vor. Regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen mit Seife, besonders nach dem Windelwechseln und nach dem Toilettengang, spielen die entscheidende Rolle. Achten Sie darauf, möglichst nicht mit den Bläschen oder Krusten in Kontakt zu kommen und wenn es doch dazu gekommen ist, sofort die Hände gründlich zu waschen. Verschmutzte Oberflächen und Gegenstände wie Spielzeug und Türgriffe sollten gereinigt und desinfiziert werden. Außerdem sollte ein enger Kontakt mit Erkrankten wie Küssen, Umarmen, Besteck oder Tassen etc. teilen, vermieden werden.
Es wird geraten, dass die erkrankten Kinder nur während der akuten Phase zu Hause bleiben, bis die Bläschen komplett eingetrocknet sind.
geschrieben von Dr. Hertramph
Donnerstag, den 5. September 2024
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