Obstruktive Schlafapnoe: Wenn nachts der Atem aussetzt

Viele Menschen schnarchen während des Schlafens, das ist grundsätzlich erstmal nicht gefährlich. Riskant wird es allerdings, wenn in der Nacht mehrfach der Atem aussetzt. Dahinter kann eine sogenannte obstruktive Schlafapnoe stecken. Nach Schätzungen haben etwa drei Prozent der Frauen und fünf Prozent der Männer in Deutschland eine Schlafapnoe. Welche Risikofaktoren eine Schlafapnoe begünstigen und welche Therapien helfen können.

Was bedeutet obstruktive Schlafapnoe?
Obstruktiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Atmung gehemmt bzw. durch etwas behindert wird.
Apnoe bedeutet Atempause.

Bei einer Schlafapnoe verschließen sich bei einer schlafenden Person die oberen Luftwege teilweise oder vollständig für jeweils kurze Zeit. Dadurch entstehen Atempausen, die, wenn sie etwas länger andauern, zu verringerter Sauerstoffversorgung des Körpers führen. Dadurch ist der Schlaf für die Betroffenen nicht erholsam. Lautes und unregelmäßiges Schnarchen ist typisch bei Menschen mit Schlafapnoe.

Symptome einer Schlafapnoe
Infolge des gestörten Schlafens kommt es bei den betroffenen Personen zu Tagesmüdigkeit, Antrieblosigkeit, Mundtrockenheit, verstopfter Nase, nächtlichem Schwitzen, morgendlichen Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsminderung, depressiver Verstimmung und es besteht ein erhöhtes Risiko für Verkehrsunfälle durch Sekundenschlafattacken.

Oft bemerken die Partnerinnen oder Partner das Schnarchen bzw. die Atempausen mehr als die Betroffenen selbst.

Das Schlafapnoe-Syndrom gilt als Risikofaktor für Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Zudem erhöht es das Risiko für Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen.

Risikofaktoren einer Schlafapnoe
Es gibt einige Risikofaktoren, die eine Schlafapnoe begünstigen können. Dazu gehören: Schnarchen, Übergewicht, männliches Geschlecht, Frauen in den Wechseljahren, Alter, Alkohol, Rauchen und familiäre Veranlagung.

Möglichkeiten einer Therapie
Bei Übergewicht empfiehlt sich eine Gewichtsabnahme. Diese verringert auch die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Man hat festgestellt, dass die meisten Patientinnen und Patienten in Seitenlage weniger schnarchen. Spezielle Lagerungskissen oder -westen können dabei helfen.

Auf Alkohol oder Schlafmittel sollten Sie unbedingt verzichten, Rauchstopp ist ebenfalls wichtig.

Was bringt eine Schnarchschiene oder eine CPAP-Maske?
Eine Behandlungsalternative ist eine sogenannte Schnarchschiene, die den Unterkiefer leicht nach vorn zieht und somit den Rachen bei normal geschlossenem Mund etwas mehr öffnet. Diese Behandlung ist oft nicht so wirksam wie die CPAP-Maske. Diese Maske wird nachts getragen und führt den Patientinnen und Patienten Luft mit einem leichten Überdruck zu, damit die Atmung effektiver wird. Das Gerät ist jede Nacht zu benutzen und darf während der Nacht nicht ausgeschaltet werden. Die Betroffenen setzen eine Gesichtsmaske auf, die über einen Schlauch mit dem Gerät verbunden ist. Das Gerät selbst steht neben dem Bett. Die Luft wird durch das Gerät mit einem etwas höheren Druck als die Raumluft durch den Schlauch und die Maske gedrückt. Die Luft wird also beim Einatmen eingeblasen und beim Ausatmen muss die Atemmuskulatur benutzt werden, um gegen den höheren Luftdruck zu arbeiten. Das trägt dazu bei, die oberen Atemwege offen zu halten, sodass eine effektive Atmung und damit Sauerstoffversorgung des Körpers gewährleistet wird.

Eine CPAP-Beatmung verbessert die Beschwerden und die Prognose einer Schlafapnoe deutlich. In der Mehrzahl der Fälle gelingt eine Normalisierung der Atmung im Schlaf. Die CPAP-Beatmung verbessert nicht nur die Atmungsstörung, sondern kann auch die Tagesschläfrigkeit reduzieren oder sogar beseitigen, die Lebensqualität steigt bei den Betroffenen somit deutlich an.

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Prognose einer Schlafapnoe
Die Lebenserwartung kann gegenüber gesunden Personen verringert sein. Die Prognose der Erkrankung wird vor allem durch die Begleiterkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems bestimmt. Die Sterblichkeit gegenüber gleichaltrigen Gesunden ist ca. 4-mal höher. Daher ist eine adäquate Behandlung sehr wichtig.

Bei unbehandelt bzw. unzureichend behandelter Schlafapnoe mit Tagesmüdigkeit ist die Fahrtauglichkeit nicht gegeben. Bei erfolgreicher Behandlung mit behobener Tagesschläfrigkeit besteht diese wieder.

Nach Einleitung einer Therapie ist eine Erfolgskontrolle innerhalb von 3 Monaten empfohlen, anschließend sind jährliche Kontrollen meist ausreichend.


geschrieben von Marvena Zeller
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