Infektanfälligkeit – was tun, wenn das Immunsystem geschwächt ist?
Treten Infektionskrankheiten bei Patientinnen und Patienten gehäuft oder über eine auffällig lange Dauer auf, kann eine Infektanfälligkeit vorliegen. Die Ursache dahinter kann ein vorübergehend oder dauerhaft geschwächtes Immunsystem sein. Doch wann liegt eine Infektanfälligkeit vor und was können Betroffene tun?
Was versteht man unter Infektanfälligkeit?
Viele Betroffene fragen sich wahrscheinlich: Wie viele Infekte im Jahr gelten noch als „normal“ und wann könnte eine Immunschwäche dahinterstecken? Während bei Kindern bis zu zwölf „kleine“ Infekte wie Erkältungen pro Jahr als normal gelten, geht man bei Erwachsenen davon aus, dass bei vier oder mehr Infekten mit Antibiotikabehandlung eine Störung des Immunsystems vorliegen könnte. Dabei unterscheidet man zwischen angeborener (primärer) und erworbener (sekundärer) Immunschwäche. Bei den primären Immundefekten liegt bei den Patientinnen und Patienten eine seltene Erkrankung mit genetischer Ursache zugrunde, sekundäre Immunschwächen können die Folge einer Erkrankung (z.B. HIV, Diabetes) oder Therapie (z.B. Chemo) sein. Selten handelt es sich tatsächlich um einen Immundefekt, eine sekundäre Immunschwäche tritt deutlich häufiger auf als eine primäre.
Ursachen und Warnzeichen einer Immunschwäche
Doch welche Ursachen kann eine Infektanfälligkeit überhaupt haben? Körperliche Überlastung, Schlafmangel oder ständiger Stress können eine Infektanfälligkeit begünstigen. Es kann aber auch eine „krankhafte“ Ursache vorliegen, wie die primäre oder sekundäre Immunschwäche.
Bei Betroffenen lassen sich folgende Warnzeichen auf einen angeborenen (primären) Immundefekt erkennen: Die Patientinnen und Patienten haben vier oder mehr Atemwegserkrankungen mit Antibiotikabehandlung im Jahr, immer wieder auftretende Infektionen trotz Antibiotikabehandlung, zwei oder mehr schwere bakterielle Infektionen (z. B. Lungenentzündung, Hirnhautentzündung, Blutvergiftung), bekannter Immundefekt in der Familie oder wenn Antibiotika nicht wirken.
Untersuchung und Behandlung
Um festzustellen, ob eine „normale“ oder „krankhafte“ Infektanfälligkeit vorliegt, werden im Anamnesegespräch Fragen zu Krankheiten in der Familie, eingenommenen Medikamenten und früheren oder akuten Erkrankungen gestellt. Bei der körperlichen Untersuchung werden vor allem die Haut und evtl. Wunden nach Auffälligkeiten überprüft, die Hinweise auf eine Krankheit geben können. Auch eine fehlende oder nicht funktionierende Milz kann die Ursache sein (Asplenie). Liegen Warnzeichen vor, können verschiedene Blut- und immunologische Untersuchungen durchgeführt werden. Bei primären Immundefekten kann für Betroffene und ihre Angehörigen eine genetische Beratung notwendig sein.
Wird eine Immunschwäche festgestellt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten: Ist die Immunschwäche auf eine Grunderkrankung zurückzuführen, wird diese behandelt. Wenn die Immunschwäche durch Medikamente ausgelöst wird, die das Immunsystem unterdrücken, werden diese ggf. abgesetzt. Sollten bei der Blutuntersuchung Auffälligkeiten festgestellt werden, beispielsweise der Hinweis auf eine Leukopenie, bei der zu wenig weiße Blutkörperchen vorhanden sind, besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Hier sind möglicherweise Antibiotika erforderlich. Bei einem Antikörpermangel können evtl. Immunglobuline verabreicht werden
So können Sie vorbeugen
Generell können Sie mit einem gesunden Lebensstil und Bewegung einer Infektanfälligkeit vorbeugen. Empfohlen wird ein moderates Maß, zum Beispiel fünf Trainingseinheiten á 30 Minuten pro Woche.
Bei Asplenie (fehlende oder nicht funktionierende Milz) sollten sich Patientinnen und Patienten gegen Pneumokokken, Haemophilus influenzae Typ B und Meningokokken sowie jährlich gegen Grippe impfen lassen. Grundsätzlich sollten auch bei Immundefekten möglichst alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen durchgeführt werden.
Lassen Sie sich von uns beraten.
Was versteht man unter Infektanfälligkeit?
Viele Betroffene fragen sich wahrscheinlich: Wie viele Infekte im Jahr gelten noch als „normal“ und wann könnte eine Immunschwäche dahinterstecken? Während bei Kindern bis zu zwölf „kleine“ Infekte wie Erkältungen pro Jahr als normal gelten, geht man bei Erwachsenen davon aus, dass bei vier oder mehr Infekten mit Antibiotikabehandlung eine Störung des Immunsystems vorliegen könnte. Dabei unterscheidet man zwischen angeborener (primärer) und erworbener (sekundärer) Immunschwäche. Bei den primären Immundefekten liegt bei den Patientinnen und Patienten eine seltene Erkrankung mit genetischer Ursache zugrunde, sekundäre Immunschwächen können die Folge einer Erkrankung (z.B. HIV, Diabetes) oder Therapie (z.B. Chemo) sein. Selten handelt es sich tatsächlich um einen Immundefekt, eine sekundäre Immunschwäche tritt deutlich häufiger auf als eine primäre.
Ursachen und Warnzeichen einer Immunschwäche
Doch welche Ursachen kann eine Infektanfälligkeit überhaupt haben? Körperliche Überlastung, Schlafmangel oder ständiger Stress können eine Infektanfälligkeit begünstigen. Es kann aber auch eine „krankhafte“ Ursache vorliegen, wie die primäre oder sekundäre Immunschwäche.
Bei Betroffenen lassen sich folgende Warnzeichen auf einen angeborenen (primären) Immundefekt erkennen: Die Patientinnen und Patienten haben vier oder mehr Atemwegserkrankungen mit Antibiotikabehandlung im Jahr, immer wieder auftretende Infektionen trotz Antibiotikabehandlung, zwei oder mehr schwere bakterielle Infektionen (z. B. Lungenentzündung, Hirnhautentzündung, Blutvergiftung), bekannter Immundefekt in der Familie oder wenn Antibiotika nicht wirken.
Untersuchung und Behandlung
Um festzustellen, ob eine „normale“ oder „krankhafte“ Infektanfälligkeit vorliegt, werden im Anamnesegespräch Fragen zu Krankheiten in der Familie, eingenommenen Medikamenten und früheren oder akuten Erkrankungen gestellt. Bei der körperlichen Untersuchung werden vor allem die Haut und evtl. Wunden nach Auffälligkeiten überprüft, die Hinweise auf eine Krankheit geben können. Auch eine fehlende oder nicht funktionierende Milz kann die Ursache sein (Asplenie). Liegen Warnzeichen vor, können verschiedene Blut- und immunologische Untersuchungen durchgeführt werden. Bei primären Immundefekten kann für Betroffene und ihre Angehörigen eine genetische Beratung notwendig sein.
Wird eine Immunschwäche festgestellt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten: Ist die Immunschwäche auf eine Grunderkrankung zurückzuführen, wird diese behandelt. Wenn die Immunschwäche durch Medikamente ausgelöst wird, die das Immunsystem unterdrücken, werden diese ggf. abgesetzt. Sollten bei der Blutuntersuchung Auffälligkeiten festgestellt werden, beispielsweise der Hinweis auf eine Leukopenie, bei der zu wenig weiße Blutkörperchen vorhanden sind, besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Hier sind möglicherweise Antibiotika erforderlich. Bei einem Antikörpermangel können evtl. Immunglobuline verabreicht werden
So können Sie vorbeugen
Generell können Sie mit einem gesunden Lebensstil und Bewegung einer Infektanfälligkeit vorbeugen. Empfohlen wird ein moderates Maß, zum Beispiel fünf Trainingseinheiten á 30 Minuten pro Woche.
Bei Asplenie (fehlende oder nicht funktionierende Milz) sollten sich Patientinnen und Patienten gegen Pneumokokken, Haemophilus influenzae Typ B und Meningokokken sowie jährlich gegen Grippe impfen lassen. Grundsätzlich sollten auch bei Immundefekten möglichst alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen durchgeführt werden.
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geschrieben von Brigitte Sauter
Mittwoch, den 2. August 2023
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