Tinnitus – Diagnose und Behandlung
Die meisten Menschen haben vermutlich schon einmal kurzzeitig für einige Sekunden oder Minuten anhaltende Geräusche im Ohr (wie Pfeifen, Zischen, Summen oder Brummen) erlebt. Das ist völlig normal, wenn die Geräusche schnell wieder verschwinden.
Anders verhält es sich beim Tinnitus. Hierbei handelt es sich um ein anhaltend oder immer wieder über einen längeren Zeitraum auftretendes Ohrgeräusch, auch Ohrensausen oder Ohrenklingeln genannt (von dem lateinischen Begriff „tinnire“: klingeln, klimpern). Streng genommen ist Tinnitus keine Krankheit, sondern eine Störung im Hörsystem. Tinnitus kommt häufig vor, zwischen 5 und 15 Prozent der Erwachsenen sind betroffen.
Tinnitus wird im Alltag sehr unterschiedlich erlebt
Abhängig von der Ausprägung wird die Beeinträchtigung durch den Tinnitus im Alltag sehr unterschiedlich erlebt. Während viele Patientinnen und Patienten mit dem Ohrgeräusch gut zurechtkommen, ist bei etwa 10-20 Prozent der Betroffenen die Lebensqualität durch erhebliche Ohrgeräusche so stark eingeschränkt, dass eine Behandlung nötig ist. In diesen Fällen wird aus dem ursprünglichen Symptom Tinnitus eine eigenständige Erkrankung, die ggf. psychotherapeutischer Unterstützung bedarf.
Am häufigsten tritt der Tinnitus ab dem 50. Lebensjahr auf, Kinder sind selten betroffen. Man unterscheidet zwischen akutem Tinnitus in den ersten drei Monaten nach dem Auftreten der Ohrgeräusche, danach handelt es sich um einen chronischen Tinnitus.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren des Tinnitus
Der Tinnitus wird unterteilt in einen objektiven und subjektiven Tinnitus. Der objektive Tinnitus kann von anderen Personen gehört werden und medizinisch messbar gemacht werden. Es kann sich z.B. um Strömungsgeräusche von Blutgefäßen handeln oder Geräusche bei Herzklappenerkrankungen oder Blutarmut.
Der subjektive Tinnitus wird nur von den Patientinnen und Patienten selbst gehört, der genaue Mechanismus ist vielschichtig und noch nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass geschädigte Sinneszellen im Innenohr oder fehlgeschaltete Nervenbahnen falsche Signale an das Gehirn weiterleiten oder eine Störungsquelle direkt im Hörzentrum entstanden ist.
Tinnitus kann die Folge von emotionalem Stress sein
Häufig, in bis zu 30 Prozent der Fälle, tritt der subjektive Tinnitus nach einer starken Lärmbelästigung auf. Dabei kann es sich um ein akutes Lärmtrauma durch kurzzeitigen sehr starken Lärm (wie laute Musik oder Rockkonzerte, Knalltrauma durch z.B. Silvesterknaller oder Schüsse) oder ein chronisches Lärmtrauma durch langanhaltende Lärmbelästigung (z.B. berufsbedingt bei Arbeitsplätzen in einer Schlosserei, Druckerei, Bau- oder Musikindustrie) handeln.
Häufig kommt es auch nach einem emotionalen Erlebnis bzw. Stress zum Auftreten von Tinnitus. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder eine posttraumatische Belastungsstörung sind Risikofaktoren für die Entwicklung eines Tinnitus bzw. können diesen auch verstärken. Etwa die Hälfte der Patientinnen und Patienten mit einem chronischen Tinnitus klagt über erheblichen Stress in der Gegenwart oder Vergangenheit.
Weitere mögliche Ursachen
Daneben gibt es andere mögliche Ursachen oder begünstigende Faktoren, wie:
Diagnose und Therapie
Jedes neu aufgetretene Ohrgeräusch sollte von einem HNO-Facharzt abgeklärt werden. Die Therapie ist abhängig von den möglicherweise zugrundeliegenden Ursachen und dem bisherigen Verlauf. Bei einem akuten Tinnitus wird das Therapie-Ziel der Beseitigung des Tinnitus oft erreicht. Ein chronischer Tinnitus ist leider medikamentös nicht heilbar, es gibt aber verschiedene Behandlungsmethoden, die den Umgang mit der Erkrankung erleichtern und somit wieder zu mehr Lebensqualität führen. Nach Angaben der Tinnitus-Patientenleitlinie aus dem Jahr 2021 gibt es nach wissenschaftlichen Daten keine Hinweise auf eine nachgewiesene Wirksamkeit bei chronischen Tinnitus für Ginkgo-Präparate, Betahistin oder eine Kortisonbehandlung.
Eine umfassende Aufklärung und Beratung bilden die Grundlage der Therapie. Die Behandlungsoptionen wird der HNO-Arzt mit Ihnen besprechen und bei Bedarf mit ärztlichen Kolleginnen und Kollegen anderer Fachbereiche zusammenarbeiten, um z.B. orthopädische, zahnärztliche, internistische oder psychische Probleme abzuklären.
Denk- und Verhaltensmuster verändern
Ziel ist eine Veränderung von Denk- und Verhaltensmustern durch Tinnitusgewöhnung, d.h. die Akzeptanz und das mögliche „Vergessen“ des Tinnitus, Erlernen von Stressbewältigung und Ablenkungsstrategien (z.B. autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jakobsen) und die Förderung des Wohlbefindens. Durch psychotherapeutische Behandlungsmethoden wie eine tinnitusspezifische kognitive Verhaltenstherapie oder andere psychotherapeutische Interventionen kann eine Verringerung der Tinnitusbelastung erreicht werden. Bei Hörverlust kann sich auch eine Hörgeräteversorgung günstig auf den Tinnitus auswirken.
Anders verhält es sich beim Tinnitus. Hierbei handelt es sich um ein anhaltend oder immer wieder über einen längeren Zeitraum auftretendes Ohrgeräusch, auch Ohrensausen oder Ohrenklingeln genannt (von dem lateinischen Begriff „tinnire“: klingeln, klimpern). Streng genommen ist Tinnitus keine Krankheit, sondern eine Störung im Hörsystem. Tinnitus kommt häufig vor, zwischen 5 und 15 Prozent der Erwachsenen sind betroffen.
Tinnitus wird im Alltag sehr unterschiedlich erlebt
Abhängig von der Ausprägung wird die Beeinträchtigung durch den Tinnitus im Alltag sehr unterschiedlich erlebt. Während viele Patientinnen und Patienten mit dem Ohrgeräusch gut zurechtkommen, ist bei etwa 10-20 Prozent der Betroffenen die Lebensqualität durch erhebliche Ohrgeräusche so stark eingeschränkt, dass eine Behandlung nötig ist. In diesen Fällen wird aus dem ursprünglichen Symptom Tinnitus eine eigenständige Erkrankung, die ggf. psychotherapeutischer Unterstützung bedarf.
Am häufigsten tritt der Tinnitus ab dem 50. Lebensjahr auf, Kinder sind selten betroffen. Man unterscheidet zwischen akutem Tinnitus in den ersten drei Monaten nach dem Auftreten der Ohrgeräusche, danach handelt es sich um einen chronischen Tinnitus.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren des Tinnitus
Der Tinnitus wird unterteilt in einen objektiven und subjektiven Tinnitus. Der objektive Tinnitus kann von anderen Personen gehört werden und medizinisch messbar gemacht werden. Es kann sich z.B. um Strömungsgeräusche von Blutgefäßen handeln oder Geräusche bei Herzklappenerkrankungen oder Blutarmut.
Der subjektive Tinnitus wird nur von den Patientinnen und Patienten selbst gehört, der genaue Mechanismus ist vielschichtig und noch nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass geschädigte Sinneszellen im Innenohr oder fehlgeschaltete Nervenbahnen falsche Signale an das Gehirn weiterleiten oder eine Störungsquelle direkt im Hörzentrum entstanden ist.
Tinnitus kann die Folge von emotionalem Stress sein
Häufig, in bis zu 30 Prozent der Fälle, tritt der subjektive Tinnitus nach einer starken Lärmbelästigung auf. Dabei kann es sich um ein akutes Lärmtrauma durch kurzzeitigen sehr starken Lärm (wie laute Musik oder Rockkonzerte, Knalltrauma durch z.B. Silvesterknaller oder Schüsse) oder ein chronisches Lärmtrauma durch langanhaltende Lärmbelästigung (z.B. berufsbedingt bei Arbeitsplätzen in einer Schlosserei, Druckerei, Bau- oder Musikindustrie) handeln.
Häufig kommt es auch nach einem emotionalen Erlebnis bzw. Stress zum Auftreten von Tinnitus. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder eine posttraumatische Belastungsstörung sind Risikofaktoren für die Entwicklung eines Tinnitus bzw. können diesen auch verstärken. Etwa die Hälfte der Patientinnen und Patienten mit einem chronischen Tinnitus klagt über erheblichen Stress in der Gegenwart oder Vergangenheit.
Weitere mögliche Ursachen
Daneben gibt es andere mögliche Ursachen oder begünstigende Faktoren, wie:
- Schwerhörigkeit (viele schwerhörige Menschen haben auch einen Tinnitus)
- nach stattgehabtem Hörsturz
- weitere Erkrankungen im HNO-Bereich wie: chronische Mittel- oder Innenohrentzündungen, Morbus Meniere, Pfropfen durch Ohrenschmalz, Akustikusneurinom, mangelnde Durchblutung des Innenohres, Trommelfelldefekt Virusinfekte
- funktionelle Störungen der Halswirbelsäule
- Erkrankungen der Kiefergelenke oder der Muskulatur
- Medikamentennebenwirkungen
- Andere Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen (Herzrhythmusstörungen, zu hoher oder niedriger Blutdruck), Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen, hormonelle Störungen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie MS, Hirntumoren, Hirnhautentzündungen,
- Alkoholmissbrauch
Diagnose und Therapie
Jedes neu aufgetretene Ohrgeräusch sollte von einem HNO-Facharzt abgeklärt werden. Die Therapie ist abhängig von den möglicherweise zugrundeliegenden Ursachen und dem bisherigen Verlauf. Bei einem akuten Tinnitus wird das Therapie-Ziel der Beseitigung des Tinnitus oft erreicht. Ein chronischer Tinnitus ist leider medikamentös nicht heilbar, es gibt aber verschiedene Behandlungsmethoden, die den Umgang mit der Erkrankung erleichtern und somit wieder zu mehr Lebensqualität führen. Nach Angaben der Tinnitus-Patientenleitlinie aus dem Jahr 2021 gibt es nach wissenschaftlichen Daten keine Hinweise auf eine nachgewiesene Wirksamkeit bei chronischen Tinnitus für Ginkgo-Präparate, Betahistin oder eine Kortisonbehandlung.
Eine umfassende Aufklärung und Beratung bilden die Grundlage der Therapie. Die Behandlungsoptionen wird der HNO-Arzt mit Ihnen besprechen und bei Bedarf mit ärztlichen Kolleginnen und Kollegen anderer Fachbereiche zusammenarbeiten, um z.B. orthopädische, zahnärztliche, internistische oder psychische Probleme abzuklären.
Denk- und Verhaltensmuster verändern
Ziel ist eine Veränderung von Denk- und Verhaltensmustern durch Tinnitusgewöhnung, d.h. die Akzeptanz und das mögliche „Vergessen“ des Tinnitus, Erlernen von Stressbewältigung und Ablenkungsstrategien (z.B. autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jakobsen) und die Förderung des Wohlbefindens. Durch psychotherapeutische Behandlungsmethoden wie eine tinnitusspezifische kognitive Verhaltenstherapie oder andere psychotherapeutische Interventionen kann eine Verringerung der Tinnitusbelastung erreicht werden. Bei Hörverlust kann sich auch eine Hörgeräteversorgung günstig auf den Tinnitus auswirken.
Darüber hinaus kann eine Teilnahme an Selbsthilfegruppen und die damit verbundene Anleitung zur Selbsthilfe wirksam sein.
geschrieben von Dr. Hertramph
Dienstag, den 29. August 2023
Gesund bleiben trotz Hitze
Das Lungenkrebsscreening – eine neue Vorsorgeuntersuchung
Rauchfrei: Methoden und Tipps bei Rückfällen
Endometriose – viel mehr als nur Menstruationsbeschwerden
Rauchfrei: Diese Phasen durchlaufen Sie
Rauchfrei: Das passiert im Körper, wenn man mit dem Rauchen aufhört
Warnzeichen, Ernährung, Hygiene: Was tun bei Durchfall?
Nach dem Hype in den 1990er und den frühen 2000er Jahren über Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ist mittlerweile in Studien klar geworden, dass zwar die Wirkung sehr gut ist, aber eine dauerhafte Anwendung durchaus auch bleibende Schäden, wie zum Beispiel eine Osteoporose, nach sich ziehen kann. In kleinen Mengen sind die oben angeführten Wirkstoffe in den Apotheken frei verkäuflich. Es gibt aber immer wieder Menschen, die anhaltende Beschwerden wie Sodbrennen beklagen und dann auch dauerhaft sogenannte PPI (Protonenpumpenhemmer) nehmen wollen. Patientinnen und Patienten, die unter anhaltenden Beschwerden leiden, kommen auf Dauer nicht um eine Magenspiegelung herum. Manchmal kommen dabei Krankheitsbilder zum Vorschein, die ohne dauerhafte Behandlung in bösartigen Krankheiten enden können. Oft aber ist es so, dass auch mit etwas Lebensstiländerung auf einen Teil oder alle Medikamente verzichtet werden kann. Was kann konkret helfen? Es ist sinnvoll, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt großer Mengen auf einmal. Halten Sie einen Abstand von 3 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen ein. Es sollte keine enge Kleidung getragen werden, weil diese auf den Magen drücken und so zum Aufsteigen des sauren Magensaftes führen kann. Genussmittel wie saure Säfte oder Wein, aber auch andere hochprozentige Alkoholika und Nikotin können Sodbrennen verursachen und sollten deswegen reduziert oder gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Auch andere säurehaltige Speisen wie Fruchtsäfte, Tomaten oder saure Beeren und auch kohlensäurehaltige Getränke sollten eher gemieden werden. Wer immer wieder unter Sodbrennen leidet, sollte beobachten, wann die Beschwerden auftreten. Wer nachts Beschwerden hat, kann versuchen, den Oberkörper höher zu lagern, zum Beispiel mit einem verstellbaren Lattenrost. Damit kann das Zurücklaufen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre verhindert werden. Manchen Menschen hilft es, auf der rechten Körperseite zu schlafen, auch dann kann der Magensaft schlechter in die Speiseröhre zurücklaufen. Reduzieren Sie ihr Gewicht, wenn Sie Übergewicht haben; damit senkt sich der Druck im Bauchraum Wenn Sie zu Verstopfung neigen, sorgen sie für eine regelmäßige Stuhlentleerung. Das Pressen bei der Darmentleerung kann auch zu einem Hochlaufen des Magensaftes führen. Vermeiden Sie Tätigkeiten, wo Sie regelmäßig kopfüber arbeiten müssen, dies erhöht den Druck im Bauchraum Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, dann achten Sie darauf, diese mit genügend Flüssigkeit einzunehmen, damit die Tabletten auch im Magen landen und nicht davor in der Speiseröhre kleben bleiben. Was hilft noch? An rezeptfreien Alternativen fällt vielen sicher zuerst das gute alte Natron ein, gelegentlich angewandt in kleinen Mengen kann es aufgelöst in wenig Wasser die überschüssige Säure binden. Bei zu häufiger Anwendung kann es zu einer Verschiebung in unserem Säurehaushalt führen; deswegen ist Vorsicht geboten. Durch Kaugummi-Kauen wird Speichel produziert, dieser kann in kleinen Mengen den Magensaft neutralisieren. Dieses Mittelchen ist sicher aus den verschiedensten Gründen nicht für jeden geeignet. Auch ein Glas Milch oder säurearmer Tee (zum Beispiel Kamille) können Linderung bringen. Des Weiteren gibt es verschiedene Teemischungen gegen Sodbrennen: eine Mischung aus Kamille, Malve und Eibisch kann einen gereizten Magen beruhigen Fenchel-Anis-Kümmel-Tee ist wohltuend für den Magen-Darm-Trakt bekannt und durchaus schmackhaft Kamille-Fenchel-Süßholzwurzel-Tee Auch andere freiverkäufliche Medikamente können hilfreich gegen Sodbrennen sein, das sollte aber in einem Gespräch geklärt werden, weil nicht alles für jeden zu jeder Zeit das Richtige ist. Manchmal ist es so, dass Patientinnen und Patienten schon lange Säurehemmer genommen haben und gerne die Dosis reduzieren wollen oder sollen. Dann ist es sinnvoll, langsam mit der Dosis runterzugehen, also, nicht von heute auf morgen alles abzusetzen, sondern das Medikament erst mal jeden zweiten und dann jeden dritten Tag einzunehmen. Der Wirkstoff hat eine lange Wirkdauer, so dass dies durchaus funktionieren kann. Und wenn beim Ausschleichen Beschwerden auftreten, dann können genau diese Hausmittel hilfreich sein. geschrieben von Brigitte Sauter Dienstag, den 7. April 2026
Aufgabe der Haut Die Haut, das größte Organ des Menschen, bildet die Barriere zwischen Umwelt und Körperinnerem. Sie puffert äußere Einflüsse ab, schützt den Körper vor Licht, Wasser, Schadstoffen und Keimen. Über Fühler in der Haut erspürt der Tastsinn Berührungen und Druck. Sinneszellen und Nerven nehmen Schmerz- und Temperaturreize auf, filtern sie und leiten sie nach innen. Die Haut regelt den Austausch von Wärme sowie die Abgabe von Schweiß und anderen Substanzen nach außen. Was verursacht trockene Haut? Im Gesicht erscheint trockene Haut oft müde und fahl. Manchmal zeigen sich dünne Schuppen und gerötete Stellen. Auf rauen Wangen entwickeln sich rasch feine Fältchen. Besonders leicht spannt und juckt die Haut auch an den Unterschenkeln über den Schienbeinen, an Füßen, Händen, Ellbogen und Unterarmen. Wenn der Haut anhaltend Fett und Feuchtigkeit fehlen, zieht sie sich pergamentartig zusammen. Erhält sie dann nicht ausreichend Schutz und Pflege, kann sie sich vermehrt schuppen, rissig werden und sich entzünden. Menschen, die zu trockener Haut neigen, bringen meist die Anlage dafür mit. Aber viele verstärken diese Tendenz noch durch ihren Lebensstil und falsche Pflegegewohnheiten. Äußere Einflüsse wie Kälte, Hitze, Sonne und Wasser sowie Reizstoffe spielen eine wesentliche Rolle, wenn die Haut anfängt zu spannen und zu ziehen. Von innen her wirken Flüssigkeitsmangel, einseitige Ernährung, Hormonschwankungen und nicht zuletzt die Psyche auf den Hautzustand. Außerdem wird die Haut im Alter natürlicherweise trockener. Warum trocknet die Haut aus? Ausgeprägte Hauttrockenheit zeigt manchmal einen bedrohlichen Flüssigkeitsverlust im Körper an. Sie kann auch Teil einer bestimmten Krankheit sein. Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Kontaktekzeme, Schuppenflechte. Einige Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes mellitus, kommen ebenfalls als Verursacher infrage. Die Hautbarriere "bröckelt", wenn die Haut Feuchtigkeit und Fette (Lipide) verliert und nicht mehr fähig ist, den Verlust auszugleichen. Dann trocknet die Haut aus. Um das zu verhindern, gibt der Körper normalerweise Flüssigkeit an die Oberhaut ab. Deshalb ist es zum Beispiel wichtig, ausreichend zu trinken. Zum anderen leiten die beiden unteren Hautschichten Lipide nach oben. Schließlich produzieren die in der Haut angelegten Talgdrüsen ein Fettgemisch, das die Hautoberfläche mit einem schützenden Film überzieht. Je älter die Haut wird, umso weniger kann sie Feuchtigkeit speichern und Fette bilden. Unsere Schutzhülle wird im Laufe des Lebens dünner und verletzlicher. Äußere sowie innere Einflüsse können ein von Natur aus eher trockenes Hautbild noch verstärken und die Hautbarriere angreifen. Einflüsse von außen Wind und Wetter: Sowohl bei Kälte wie bei Hitze gibt die Haut vermehrt Feuchtigkeit ab. Ist zudem die Luftfeuchtigkeit geringer, trocknet sie schneller aus. Wenn es heiß ist, verliert die Haut durch vermehrtes Schwitzen weiter an Flüssigkeit. Sonneneinstrahlung: Einerseits nutzt die Haut das Sonnenlicht, um mit seiner Hilfe Vitamin D zu bilden. Ist die Haut jedoch länger und intensiver der Sonne ausgesetzt, fangen die betroffenen Partien an zu spannen, sie röten sich und können schmerzen. Häufige Sonnenbrände setzen der Haut nachhaltig zu. Es erhöht das Risiko, in späteren Jahren an Hautkrebs zu erkranken, erheblich. Eng sitzende Kleidungsstücke lassen die Haut oft zu wenig atmen. Zudem schwitzt sie stärker. Trockene Haut schuppt und juckt dann vermehrt. Auch raue Stoffe oder chemische Zusätze in den Materialien setzen gereizter Haut zu. Im Alltag hantieren wir häufig mit unterschiedlichen chemischen Substanzen , die bei direktem und wiederholtem Kontakt die Haut angreifen können. Reinigungs- und Waschmittel, Farben, Lacke, Lösungsmittel gehören dazu. Deshalb ist es wichtig, gefährdete Hautbereiche mit entsprechender Kleidung zu schützen, um Kontaktekzeme und andere entzündliche Reaktionen zu vermeiden. Das gilt insbesondere für Menschen, die beruflich ständig mit Reizstoffen umgehen. Einflüsse von innen Schwitzen: etwa beim Sport oder bei hochsommerlichen Temperaturen, ist eine wesentliche Maßnahme des Körpers, um den Wärmehaushalt auszugleichen. Dadurch gehen jedoch kurzfristig Flüssigkeit und Salze verloren. Durch Trinken, etwa vor oder nach dem Sport, gleichen wir den Verlust wieder aus. Zu wenig trinken: Die Haut ist auf einen ausgeglichenen Wasserhaushalt im Körper angewiesen. Wer über längere Phasen zu wenig trinkt, sein Durstgefühl unterdrückt, etwa in Stresszeiten, nimmt der Haut ihr Feuchtigkeitspolster. Rauchen: Oft verrät die Haut den Raucher, da die Gesichtshaut bei vielen Rauchern blass, trocken und grau wirkt. Sie zeigt frühzeitig feine Fältchen. Das Risiko für Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, die mit trockener Haut einhergeht. Alkohol: Wer Alkohol trinkt, schwitzt stärker. Allein dadurch trocknet die Haut leichter aus. Stress, seelische Belastungen: Dass die Haut der Spiegel der Seele ist, kennen viele aus eigener Beobachtung. Glückliche, entspannte Lebensphasen beflügeln, ebenso wie positiver Stress und lassen die Haut frisch und rosig erscheinen. Kehrt sich befriedigende Aktivität in negative Daueranspannung um, leidet die Haut sichtbar mit. Sie wird blass und fahl, spannt, schuppt und juckt. Lebensalter, hormonelle Veränderungen: Verschiedene Hormone, darunter die Geschlechtshormone, beeinflussen auch den Hautzustand. Insbesondere Frauen erleben es, dass sich ihr Hauttyp im Laufe ihres Lebens verändert. Sie normalisiert sich später, etwa unter Einnahme eines Verhütungsmittels oder während der Schwangerschaft und Stillzeit. In den Wechseljahren schließlich neigt die Haut oft deutlich zu Trockenheit. Erkrankungen, wie z.B. die Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus , zeigt sich die Haut sehr häufig trocken, sie juckt und neigt zu Entzündungen. Mangelernährung ist zu vermeiden wichtig ausgewogene Ernährung, Vitamin- und Mineralstoffreich. Was hilft unserer Haut? Schutz vor Kälte: Packen Sie im Herbst und Winter empfindliche Partien gut ein, wenn Sie ins Freie gehen, die Hände zum Beispiel mit Handschuhen. Wappnen Sie das Gesicht mit einer fetthaltigen Creme gegen kalte Luft, und geben Sie erst wenn Sie wieder im Warmen sitzen, feuchtigkeitsspendende Produkte dazu. Schutz vor Sonne: Verwenden Sie am besten Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor, und zwar nicht nur gegen die Sommersonne, sondern auch an goldenen Winter- und Frühlingstagen sowie im Gebirge und am Meer. Außerdem bewahren Hüte und luftige, helle Kleidung im Frühjahr und Sommer vor einem Zuviel an schädlichen Strahlen. Schutz vor Feuchtigkeitsverlusten: Da trockene Haut nicht nur Fett, sondern insbesondere auch Feuchtigkeit braucht, helfen Sie ihr, wenn Sie ausreichend trinken. Das bedeutet, täglich mindestens 1,5 Liter geeignete Flüssigkeit (zusätzlich zum flüssigen Anteil in fester Nahrung wie etwa Obst) aufzunehmen. Menschen mit einigen Herz-, Leber- oder Nierenleiden müssen jedoch die für sie geeignete Trinkmenge mit ihrem Arzt absprechen. Behutsame Körperpflege: Duschen Sie mit lauwarmem Wasser, eventuell auch nur jeden zweiten Tag. Übertriebenes Waschen und heftiges Rubbeln greifen die Haut an. Gewöhnliche Seifen oder entfettende Waschgels verstärken die Trockenheitsprobleme noch. Auch häufige Peelings verträgt trockene Haut nicht gut, da ihre Hornschicht dünner und nicht so robust ist. Duftstoffe und Konservierungsmittel in Kosmetikprodukten reizen die empfindliche Haut zusätzlich. Sie kann allergisch reagieren. Rötungen und entzündliche Stellen sind die Folge. Verwenden Sie milde, seifenfreie, hautneutrale Dusch- und Waschgels . Ausgiebige Vollbäder sind nichts für trockene Haut. Wählen Sie Hygiene- und Pflegeprodukte, die Feuchtigkeit spenden, rückfetten und möglichst nicht parfümiert sind. Wasser und Glycerin sollten daher bei den Inhaltsstoffen so weit vorn wie möglich stehen. Wer trockene Haut hat, darf ruhig reichlicher cremen, aber Vorsicht: Auch ein Zuviel des Guten setzt der Haut zu. Ein Klassiker der Körperpflege ist die Body-Creme. Cremes haben meist einen höheren Fettanteil als beispielsweise Lotionen, ziehen daher aber auch langsamer in die Haut ein. Sie sind gut geeignet für die Pflege kleinerer, besonders trockener Körperstellen, wie den Ellenbogen oder den Knien. Je schuppiger die Haut ist, desto höher sollte der Fett Anteil sein. Öle haben den höchsten Fettanteil. Wird ein Körperöl direkt nach dem Duschen in die noch feuchte Haut einmassiert, schließt es die Feuchtigkeit in den Poren ein und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Hautoberfläche wieder geschmeidiger wird. Einige pflanzliche Öle können zudem entzündungshemmend wirken. Der Nachteil: Viele Öle hinterlassen einen leicht klebrigen Film. Die Sorge, Öle würden die körpereigene Fettproduktion beeinflussen, ist unberechtigt. Bei ausschließlicher Anwendung können Öle aber verhindern, dass die Haut ausreichend Feuchtigkeit bekommt, was die Haut langfristig austrocknen kann. Gegen eine gelegentliche Nutzung von Körperölen spricht aber nichts. Lotionen haben im Vergleich zu Creme oder Öl den höchsten Wasseranteil, lassen sich meist leicht auftragen und ziehen schnell ein. Welcher Zusatz ist sinnvoll? Urea (Harnstoff) lagert sich in den oberen Hautschichten ein und bindet dort Feuchtigkeit. Von außen aufgetragen sorgt Urea dafür, dass trockene Haut besser abschuppen kann. Die Oberfläche wird glatter. Bei normaler Haut, die gerade mal etwas trocken ist, reichen fünf Prozent Urea aus. Sehr trockene Haut verträgt auch zehn Prozent. Eine höhere Konzentration ist für diesen Einsatzbereich nicht zu empfehlen. Mit 20 Prozent Urea lässt sich bereits Hornhaut an den Füßen lösen. Wird eine Lotion oder Creme auf kleinste Verletzungen aufgetragen, kann es zu einem starken Brennen kommen. Deshalb sollte man direkt nach dem Rasieren auf Urea-haltige Produkte verzichten. Panthenol ist die Vorstufe von Vitamin B 5 und auch unter dem Namen Dexpanthenol bekannt. Es kann bei trockener Haut helfen, weil es die Zellerneuerung unterstützt. Panthenol ist auch bei Hautirritationen oder rissiger Haut geeignet. geschrieben von Marvena Zeller Freitag, den 13. März 2026
Im Sommer war es groß in der Presse zu lesen: Die Lebenserwartung in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr wieder auf das Vor-Corona-Niveau bewegt. Während in der Pandemie die Lebenserwartung bei Frauen und Männern gesunken war, liegen nun wieder Werte wie aus dem Jahr 2019 vor – im Durchschnitt erreichen in Deutschland Frauen ein Alter von etwa 83 Jahren, Männer ein Alter von 78 Jahren. Lebensstil hat Einfluss auf die Gesundheit Unsere Lebenserwartung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: In Westeuropa haben wir ein gutes Gesundheitssystem, in der Regel eine freie Verfügbarkeit von sauberem Wasser und Nahrungsmitteln sowie eine gute Wohn- und Lebenssituation – dies alles führt zu einer höheren Lebenserwartung der Bevölkerung. Das ändert sich rasch, wenn es zu Krieg, Naturkatastrophen, Seuchen, Hungersnöten oder noch Schlimmeren kommt. Mitbeeinflusst wird unsere Lebenserwartung aber durchaus auch durch die Gene, die wir in die Wege gelegt bekommen. Man geht davon aus, dass in den ersten sieben bis acht Lebensjahrzehnten der Lebensstil einen stärkeren Einfluss auf unsere Gesundheit hat. Wer sich gesund ernährt, regelmäßig Sport treibt, nicht zu viel Alkohol trinkt und Nikotin meidet, kann womöglich bis ins hohe Alter gesund leben. Wenn es um deutlich ältere Menschen geht, scheinen die Gene eine wichtige Rolle zu spielen. Aber natürlich können auch Unfälle oder oben aufgeführte Katastrophen im Einzelfall unser Leben stark verkürzen und vorzeitig beenden. Auch die Wahl unseres Berufes oder unserer Freizeitaktivitäten beispielsweise kann durchaus eine Rolle spielen, wenn es um unsere Lebenserwartung geht. Sprich, wer risikoreiche Sportarten betreibt, geht ein höheres Risiko ein. Wohlstandserkrankungen als Risikofaktoren Als Risikofaktoren für eine kürzere Lebenserwartung gelten einige unserer Wohlstandserkrankungen wie Bluthochdruck, Übergewicht und Fettleibigkeit, Zuckererkrankung, Bewegungsmangel, aber auch Fehlernährung, Nikotinmissbrauch sowie übermäßiger Alkoholkonsum. An diesen Punkten besteht also durchaus eine Möglichkeit, an den Stellschrauben zu drehen. Schon immer sehen wir unterschiedliche Lebenserwartungen für Frauen und Männer. Dazu kommen regionale Unterschiede sowohl beim Blick auf ganz Deutschland als auch auf Bremen in den einzelnen Stadtteilen. Hier zeigt sich eine Korrelation der Lebenserwartung mit den sogenannten sozioökonomischen Faktoren: Wer in Armut lebt, hat das Risiko, früher zu Tode zu kommen. Wenn wir unsere Lebenserwartung hier in Bremen angucken, sieht man, dass die Lebenserwartung für beide Geschlechter im Vergleich mit dem Rest der Bundesrepublik tiefer ausfällt. Auch innerhalb von Bremen gibt es eklatante Unterschiede. Männer in Gröpelingen, Walle oder Woltmershausen haben eine durchschnittlich um bis zu fünf bis sieben Jahre niedrigere Lebenserwartung als in Schwachhausen oder Oberneuland. Was bedeutet das alles für uns? An unserer Genetik können wir noch nichts ändern, aber unser Lebensstil ist durchaus veränderbar. Hier gilt: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Sport im Alltag, der Verzicht auf legale und illegale Drogen sind immer eine gute Herangehensweise, um die persönliche Lebenserwartung und hoffentlich auch Lebenszufriedenheit zu steigern. In diesem Sinne bleiben Sie oder werden Sie gesund? geschrieben von Brigitte Sauter Freitag, den 23. Januar 2026
