Kinderkrankheiten und Impfen: Was Sie wissen sollten
Im Volksmund werden sie „Kinderkrankheiten“ genannt, doch es handelt sich dabei um stark ansteckende Infektionskrankheiten, die meist durch Viren hervorgerufen werden. Sie heißen also nicht so, weil das Durchmachen der Erkrankung ein Kinderspiel ist. Kinderkrankheiten heißen so, weil früher vor allem Babys und Kinder die entsprechenden Infekte durchgemacht haben.
Erst ab 95 Prozent besteht eine Herdenimmunität
Bei den typischen Kinderkrankheiten kommt es zum Auftreten von Fieber, grippeähnlichen Symptomen und Hautausschlägen. Wer die Erkrankung durchgemacht hat oder geimpft wurde, ist meist lebenslang geschützt. Dadurch dass Kinderkrankheiten hochansteckend sind, ist es wichtig, für einen hohen Schutz in der Bevölkerung zu sorgen. Je mehr Menschen geschützt sind, desto besser ist der Schutz für diejenigen, die aus medizinischen Gründen nicht oder noch nicht geimpft werden können oder noch keinen eigenen Schutz aufbauen konnten. Nur wenn mindestens 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, ist von einer Herdenimmunität auszugehen.
Als typische Kinderkrankheiten bezeichnen wir oft Mumps, Masern, Röteln und auch Windpocken. Ein Überblick:
Insofern ist es gut und sehr erfreulich, dass wir mittlerweile die Möglichkeit haben, gegen viele der sogenannten Kinderkrankheiten zu impfen. Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) sowie gegen Windpocken erfolgt zweimal: zuerst gegen Ende des ersten Lebensjahres und erneut im zweiten Lebensjahr (damit ist von einem Schutz vor der Aufnahme in die Krippe auszugehen).
Es gibt die 3-fach-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR-Impfung) oder die 4-fach-Impfung, die zusätzlich gegen Windpocken (MMRV) schützt. Früher gab es Einzelimpfstoffe, diese sind nicht mehr verfügbar.
Und warum ist das wichtig? Seit März 2020 besteht eine Impfpflicht gegen Masern. Diese wurde eingeführt, um das hohe Ansteckungsrisiko, das insbesondere von Masern ausgeht, zu verkleinern. Diese Impfpflicht gilt für alle Kinder, die in Kitas, Schulen oder andere Gemeinschaftseinrichtungen gehen, aber auch für all die Menschen, die in solchen Einrichtungen arbeiten. Sie gilt auch für medizinisches Fachpersonal in Praxen und Kliniken und auch für Mitarbeitende in Einrichtungen für Asylbewerber und Flüchtlinge. Weil aber auch Eltern ihre Kinder zum Beispiel in den Kindergarten zur Eingewöhnung bringen, müssen auch sie nachweisen, dass sie einen Masernschutz haben.
Masernnachweis: Impfung oder Laboruntersuchung?
Viele Menschen haben ihren Impfpass nicht mehr. Das bedeutet für diejenigen, die diesen Masernnachweis erbringen müssen, dass sie sich erneut impfen lassen müssen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit einer Laboruntersuchung diesen Impfschutz im Sinne einer Antikörperbildung im Blut nachzuweisen. Das ist allerdings keine Kassenleistung und muss selbst bezahlt werden. Die Impfung dagegen ist eine Kassenleistung für alle, die nicht geimpft worden sind. Das einzige, was wir in Ihrer Arztpraxis dafür brauchen, ist Ihre Versichertenkarte und Ihren Impfpass, um die entsprechende Dokumentation durchführen zu können.
Sprechen Sie uns gerne an.
geschrieben von Brigitte Sauter
Mittwoch, den 9. Oktober 2024
Erst ab 95 Prozent besteht eine Herdenimmunität
Bei den typischen Kinderkrankheiten kommt es zum Auftreten von Fieber, grippeähnlichen Symptomen und Hautausschlägen. Wer die Erkrankung durchgemacht hat oder geimpft wurde, ist meist lebenslang geschützt. Dadurch dass Kinderkrankheiten hochansteckend sind, ist es wichtig, für einen hohen Schutz in der Bevölkerung zu sorgen. Je mehr Menschen geschützt sind, desto besser ist der Schutz für diejenigen, die aus medizinischen Gründen nicht oder noch nicht geimpft werden können oder noch keinen eigenen Schutz aufbauen konnten. Nur wenn mindestens 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, ist von einer Herdenimmunität auszugehen.
Als typische Kinderkrankheiten bezeichnen wir oft Mumps, Masern, Röteln und auch Windpocken. Ein Überblick:
- Bei Mumps kann es komplizierend zu Entzündungen der Hoden, der Bauchspeicheldrüse und auch zu Hirnhautentzündungen kommen.
- Masern können schwere Verläufe hervorrufen mit dem Auftreten von Mittelohrentzündungen, Durchfällen und Lungenentzündungen. Die schwerste Komplikation bei Masern ist eine Gehirnentzündung oder die subakute sklerosierende Panenzephalitits (SSPE). Die SSPE tritt durchschnittlich erst 6 bis 8 Jahre nach der Infektion auf und verläuft immer tödlich.
- Röteln verlaufen im Kindesalter oft komplikationslos, bei Jugendlichen kommt es vermehrt zum Auftreten von Bronchitis, Mittelohrentzündungen, aber auch geschwollenen schmerzhaften Gelenken und Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen.
- Bei Windpocken ist es so, dass alle, die in ihrer Jugend Windpocken durchgemacht haben, später an einer Gürtelrose erkranken können. Das ist etwas, worauf man gerne verzichten möchte.
Insofern ist es gut und sehr erfreulich, dass wir mittlerweile die Möglichkeit haben, gegen viele der sogenannten Kinderkrankheiten zu impfen. Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) sowie gegen Windpocken erfolgt zweimal: zuerst gegen Ende des ersten Lebensjahres und erneut im zweiten Lebensjahr (damit ist von einem Schutz vor der Aufnahme in die Krippe auszugehen).
Es gibt die 3-fach-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR-Impfung) oder die 4-fach-Impfung, die zusätzlich gegen Windpocken (MMRV) schützt. Früher gab es Einzelimpfstoffe, diese sind nicht mehr verfügbar.
Und warum ist das wichtig? Seit März 2020 besteht eine Impfpflicht gegen Masern. Diese wurde eingeführt, um das hohe Ansteckungsrisiko, das insbesondere von Masern ausgeht, zu verkleinern. Diese Impfpflicht gilt für alle Kinder, die in Kitas, Schulen oder andere Gemeinschaftseinrichtungen gehen, aber auch für all die Menschen, die in solchen Einrichtungen arbeiten. Sie gilt auch für medizinisches Fachpersonal in Praxen und Kliniken und auch für Mitarbeitende in Einrichtungen für Asylbewerber und Flüchtlinge. Weil aber auch Eltern ihre Kinder zum Beispiel in den Kindergarten zur Eingewöhnung bringen, müssen auch sie nachweisen, dass sie einen Masernschutz haben.
Masernnachweis: Impfung oder Laboruntersuchung?
Viele Menschen haben ihren Impfpass nicht mehr. Das bedeutet für diejenigen, die diesen Masernnachweis erbringen müssen, dass sie sich erneut impfen lassen müssen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit einer Laboruntersuchung diesen Impfschutz im Sinne einer Antikörperbildung im Blut nachzuweisen. Das ist allerdings keine Kassenleistung und muss selbst bezahlt werden. Die Impfung dagegen ist eine Kassenleistung für alle, die nicht geimpft worden sind. Das einzige, was wir in Ihrer Arztpraxis dafür brauchen, ist Ihre Versichertenkarte und Ihren Impfpass, um die entsprechende Dokumentation durchführen zu können.
Sprechen Sie uns gerne an.
geschrieben von Brigitte Sauter
Mittwoch, den 9. Oktober 2024
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Nach dem Hype in den 1990er und den frühen 2000er Jahren über Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ist mittlerweile in Studien klar geworden, dass zwar die Wirkung sehr gut ist, aber eine dauerhafte Anwendung durchaus auch bleibende Schäden, wie zum Beispiel eine Osteoporose, nach sich ziehen kann. In kleinen Mengen sind die oben angeführten Wirkstoffe in den Apotheken frei verkäuflich. Es gibt aber immer wieder Menschen, die anhaltende Beschwerden wie Sodbrennen beklagen und dann auch dauerhaft sogenannte PPI (Protonenpumpenhemmer) nehmen wollen. Patientinnen und Patienten, die unter anhaltenden Beschwerden leiden, kommen auf Dauer nicht um eine Magenspiegelung herum. Manchmal kommen dabei Krankheitsbilder zum Vorschein, die ohne dauerhafte Behandlung in bösartigen Krankheiten enden können. Oft aber ist es so, dass auch mit etwas Lebensstiländerung auf einen Teil oder alle Medikamente verzichtet werden kann. Was kann konkret helfen? Es ist sinnvoll, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt großer Mengen auf einmal. Halten Sie einen Abstand von 3 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen ein. Es sollte keine enge Kleidung getragen werden, weil diese auf den Magen drücken und so zum Aufsteigen des sauren Magensaftes führen kann. Genussmittel wie saure Säfte oder Wein, aber auch andere hochprozentige Alkoholika und Nikotin können Sodbrennen verursachen und sollten deswegen reduziert oder gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Auch andere säurehaltige Speisen wie Fruchtsäfte, Tomaten oder saure Beeren und auch kohlensäurehaltige Getränke sollten eher gemieden werden. Wer immer wieder unter Sodbrennen leidet, sollte beobachten, wann die Beschwerden auftreten. Wer nachts Beschwerden hat, kann versuchen, den Oberkörper höher zu lagern, zum Beispiel mit einem verstellbaren Lattenrost. Damit kann das Zurücklaufen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre verhindert werden. Manchen Menschen hilft es, auf der rechten Körperseite zu schlafen, auch dann kann der Magensaft schlechter in die Speiseröhre zurücklaufen. Reduzieren Sie ihr Gewicht, wenn Sie Übergewicht haben; damit senkt sich der Druck im Bauchraum Wenn Sie zu Verstopfung neigen, sorgen sie für eine regelmäßige Stuhlentleerung. Das Pressen bei der Darmentleerung kann auch zu einem Hochlaufen des Magensaftes führen. Vermeiden Sie Tätigkeiten, wo Sie regelmäßig kopfüber arbeiten müssen, dies erhöht den Druck im Bauchraum Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, dann achten Sie darauf, diese mit genügend Flüssigkeit einzunehmen, damit die Tabletten auch im Magen landen und nicht davor in der Speiseröhre kleben bleiben. Was hilft noch? An rezeptfreien Alternativen fällt vielen sicher zuerst das gute alte Natron ein, gelegentlich angewandt in kleinen Mengen kann es aufgelöst in wenig Wasser die überschüssige Säure binden. Bei zu häufiger Anwendung kann es zu einer Verschiebung in unserem Säurehaushalt führen; deswegen ist Vorsicht geboten. Durch Kaugummi-Kauen wird Speichel produziert, dieser kann in kleinen Mengen den Magensaft neutralisieren. Dieses Mittelchen ist sicher aus den verschiedensten Gründen nicht für jeden geeignet. Auch ein Glas Milch oder säurearmer Tee (zum Beispiel Kamille) können Linderung bringen. Des Weiteren gibt es verschiedene Teemischungen gegen Sodbrennen: eine Mischung aus Kamille, Malve und Eibisch kann einen gereizten Magen beruhigen Fenchel-Anis-Kümmel-Tee ist wohltuend für den Magen-Darm-Trakt bekannt und durchaus schmackhaft Kamille-Fenchel-Süßholzwurzel-Tee Auch andere freiverkäufliche Medikamente können hilfreich gegen Sodbrennen sein, das sollte aber in einem Gespräch geklärt werden, weil nicht alles für jeden zu jeder Zeit das Richtige ist. Manchmal ist es so, dass Patientinnen und Patienten schon lange Säurehemmer genommen haben und gerne die Dosis reduzieren wollen oder sollen. Dann ist es sinnvoll, langsam mit der Dosis runterzugehen, also, nicht von heute auf morgen alles abzusetzen, sondern das Medikament erst mal jeden zweiten und dann jeden dritten Tag einzunehmen. Der Wirkstoff hat eine lange Wirkdauer, so dass dies durchaus funktionieren kann. Und wenn beim Ausschleichen Beschwerden auftreten, dann können genau diese Hausmittel hilfreich sein. geschrieben von Brigitte Sauter Dienstag, den 7. April 2026
