Laktoseintoleranz: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

In Deutschland leiden etwa 15 bis 20 Prozent der Menschen unter einer Laktoseintoleranz. Doch was steckt hinter der Unverträglichkeit, welche Symptome treten auf – und was können Betroffene tun?

Bei Menschen mit einer Laktoseintoleranz führt der Verzehr laktosehaltiger Nahrungsmittel zu Magen-Darm-Beschwerden. Die Ursache: Die Verdauung von Laktose wird durch das Enzym Laktase in unserem Körper gesteuert. Dieses Enzym kann angeboren in zu geringer Menge vorhanden sein, es kann auch in Folge einer chronischen Darmerkrankung (zum Beispiel Zöliakie, M. Crohn und Colitis ulcerosa) oder Darminfektion (zum Beispiel Giardiasis) oder aber nach Operationen am Darm zu einem Mangel kommen. Der nachgewiesene Mangel tritt hierzulande bei circa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung auf, bei US-Amerikanern sind es nur etwa 2 bis 15 Prozent.

Symptome einer Laktoseintoleranz
Besteht ein Mangel an Laktase, kann es bei Verzehr von Milchzucker zu Blähungen und Durchfällen kommen. Das liegt daran, dass der Milchzucker zu einem beschleunigten Transport des Darminhaltes führt. Im Dickdarm wird dann der Milchzucker von gasproduzierenden Darmbakterien verstoffwechselt.

Weitere Symptome können diffuse Bauchschmerzen sein. Die Beschwerden treten in aller Regel 1-2 Stunden nach der milchzuckerhaltigen Mahlzeit auf.

Bei der Diagnostik kann ein H2-Atemtest helfen.

Ernährungsempfehlungen
Nach der Diagnosestellung einer Laktoseintoleranz sollten Betroffene 2-3 Wochen alle Milchprodukte meiden, danach kann der Verzehr soweit langsam gesteigert werden, wie es vertragen wird. In aller Regel kann durch eine Verminderung des Laktoseanteils Symptomfreiheit erreicht werden, ca. 2-3 Gramm Laktose pro Tag bereiten den meisten Betroffenen keine Beschwerden.

Als streng laktosearme oder laktosefreie Kost bezeichnet man eine Kost mit weniger als 1 Gramm Laktose/Tag, eine mäßig laktosearme Kost beinhaltet ca. 8-10 Gramm Laktose/Tag.

Gesäuerte, nicht pasteurisierte Milchprodukte (z.B. Joghurt) werden häufig vertragen (durch die Laktaseaktivität der Mikroorganismen). Hart-, Schnitt-, Weich- und Sauermilchkäse sind fast laktosefrei und können häufig vertragen werden.

Bei Genuss von laktosehaltigen Speisen sollten diese auf 4-5 kleinere Portionen aufgeteilt werden. Wird Milch getrunken, dann nur in Verbindung mit festen Speisen und max. 250 ml/Portion.

In Problemfällen kann laktosefreie Milch (z.B. Laktofree oder Minus L-Produkte) eingesetzt werden. Durch die Zugabe von laktasehaltigen Enzympräparaten (z.B. Kerulac-Tropfen oder Laktase-Plus) zur Milch kann der Verzehr verträglicher werden, Laktasekapseln zur Enzymsubstitution zu den Mahlzeiten können wirksam sein.

Hinweise für den Einkauf
Laktose versteckt sich oft hinter anderen Bezeichnungen: Milchzucker, (Süß-/Sauer-) Molke, (Süß-/Sauer-) Molkepulver, Milch, (Voll-/Mager-)Milchpulver, entrahmte Milch, Rahm, (süße/saure) Sahne, Sahnepulver, Butter, Laktosemonohydrat, Milchelemente, Milchserum, Molkereistoffe, Milchserumpulver, Quark, Natriumkasein, Kasein, Kaseinate, Milcheiweiß, aufgespaltene Milcheiweiße, Milchfette, Laktalbumin, Laktglobulin.

Bei unverpackten Lebensmitteln ist es sinnvoll, das Verkaufspersonal nach der Inhaltsstoffliste zu fragen. Bei Medikamenten unbedingt den/die Apotheker/in fragen!

  • Laktosefrei
Frisches Obst, frisches Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Getreide, Reis, Nudeln, Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Öl, Zucker, Honig, Konfitüre, Wasser, Säfte, Tee, Kaffee, Soja, Sojamilch, Salz, reine Gewürze, Nüsse, Erfrischungsgetränke, alkoholische Getränke

  • Laktosehaltig
Milch, Joghurt, Buttermilch, Milchprodukte, Käse, Quark, Sahne, -kuchen, Butter, Molke, Kefir, Dickmilch, Kondensmilch, Kaffeesahne, Milchpulver, Schokolade, Pralinen, Nuss-Nugat-Creme, Liköre auf Sahnebasis

  • Laktosegehalt möglich
Verarbeitete Lebensmittel, Fertiggerichte, Restaurantessen, Brot, Brötchen, Margarine, Gebäck, Gewürzmischungen, Fleischwaren, Wurst, Würstchen, Instantsuppen, -saucen, Müslis, Pesto, Medikamente und Zahnpasta


Es ist wichtig, auf eine ausreichende Calciumzufuhr zu achten – entweder durch den Verzehr von Käse oder vermehrt calciumhaltige Mineralwässer oder durch Calciumprodukte.


geschrieben von Brigitte Sauter
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Nach dem Hype in den 1990er und den frühen 2000er Jahren über Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ist mittlerweile in Studien klar geworden, dass zwar die Wirkung sehr gut ist, aber eine dauerhafte Anwendung durchaus auch bleibende Schäden, wie zum Beispiel eine Osteoporose, nach sich ziehen kann. In kleinen Mengen sind die oben angeführten Wirkstoffe in den Apotheken frei verkäuflich. Es gibt aber immer wieder Menschen, die anhaltende Beschwerden wie Sodbrennen beklagen und dann auch dauerhaft sogenannte PPI (Protonenpumpenhemmer) nehmen wollen. Patientinnen und Patienten, die unter anhaltenden Beschwerden leiden, kommen auf Dauer nicht um eine Magenspiegelung herum. Manchmal kommen dabei Krankheitsbilder zum Vorschein, die ohne dauerhafte Behandlung in bösartigen Krankheiten enden können. Oft aber ist es so, dass auch mit etwas Lebensstiländerung auf einen Teil oder alle Medikamente verzichtet werden kann. Was kann konkret helfen? Es ist sinnvoll, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt großer Mengen auf einmal. Halten Sie einen Abstand von 3 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen ein. Es sollte keine enge Kleidung getragen werden, weil diese auf den Magen drücken und so zum Aufsteigen des sauren Magensaftes führen kann. Genussmittel wie saure Säfte oder Wein, aber auch andere hochprozentige Alkoholika und Nikotin können Sodbrennen verursachen und sollten deswegen reduziert oder gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Auch andere säurehaltige Speisen wie Fruchtsäfte, Tomaten oder saure Beeren und auch kohlensäurehaltige Getränke sollten eher gemieden werden. Wer immer wieder unter Sodbrennen leidet, sollte beobachten, wann die Beschwerden auftreten. Wer nachts Beschwerden hat, kann versuchen, den Oberkörper höher zu lagern, zum Beispiel mit einem verstellbaren Lattenrost. Damit kann das Zurücklaufen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre verhindert werden. Manchen Menschen hilft es, auf der rechten Körperseite zu schlafen, auch dann kann der Magensaft schlechter in die Speiseröhre zurücklaufen. Reduzieren Sie ihr Gewicht, wenn Sie Übergewicht haben; damit senkt sich der Druck im Bauchraum Wenn Sie zu Verstopfung neigen, sorgen sie für eine regelmäßige Stuhlentleerung. Das Pressen bei der Darmentleerung kann auch zu einem Hochlaufen des Magensaftes führen. Vermeiden Sie Tätigkeiten, wo Sie regelmäßig kopfüber arbeiten müssen, dies erhöht den Druck im Bauchraum Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, dann achten Sie darauf, diese mit genügend Flüssigkeit einzunehmen, damit die Tabletten auch im Magen landen und nicht davor in der Speiseröhre kleben bleiben. Was hilft noch? An rezeptfreien Alternativen fällt vielen sicher zuerst das gute alte Natron ein, gelegentlich angewandt in kleinen Mengen kann es aufgelöst in wenig Wasser die überschüssige Säure binden. Bei zu häufiger Anwendung kann es zu einer Verschiebung in unserem Säurehaushalt führen; deswegen ist Vorsicht geboten. Durch Kaugummi-Kauen wird Speichel produziert, dieser kann in kleinen Mengen den Magensaft neutralisieren. Dieses Mittelchen ist sicher aus den verschiedensten Gründen nicht für jeden geeignet. Auch ein Glas Milch oder säurearmer Tee (zum Beispiel Kamille) können Linderung bringen. Des Weiteren gibt es verschiedene Teemischungen gegen Sodbrennen: eine Mischung aus Kamille, Malve und Eibisch kann einen gereizten Magen beruhigen Fenchel-Anis-Kümmel-Tee ist wohltuend für den Magen-Darm-Trakt bekannt und durchaus schmackhaft Kamille-Fenchel-Süßholzwurzel-Tee Auch andere freiverkäufliche Medikamente können hilfreich gegen Sodbrennen sein, das sollte aber in einem Gespräch geklärt werden, weil nicht alles für jeden zu jeder Zeit das Richtige ist. Manchmal ist es so, dass Patientinnen und Patienten schon lange Säurehemmer genommen haben und gerne die Dosis reduzieren wollen oder sollen. Dann ist es sinnvoll, langsam mit der Dosis runterzugehen, also, nicht von heute auf morgen alles abzusetzen, sondern das Medikament erst mal jeden zweiten und dann jeden dritten Tag einzunehmen. Der Wirkstoff hat eine lange Wirkdauer, so dass dies durchaus funktionieren kann. Und wenn beim Ausschleichen Beschwerden auftreten, dann können genau diese Hausmittel hilfreich sein. geschrieben von Brigitte Sauter Dienstag, den 7. April 2026
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